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Ankogel - Gasteiner Mulde |
Die Mallnitzer Mulde besteht aus der Kalkglimmer-Grünschieferserie mit eingestreutem Dolomitmarmor (Zone der oberen Schieferhülle) und dem autochthonen und parautochthonen Sedimentmantel des Hochalm-Ankogel-Massivs und des Sonnblickkernes (System der "unteren Sedimenthülle" der alten Geologen). Daran grenzt der Zentralgneis, wobei am Übergang zur - Gasteiner Mulde - wie zur Ankogel Mulde Altkristallin/Paragneis liegen.
Der - Sonnblick-Kern - ist mit einer steilen Stirnzone auf die Schiefer der Mallnitzer Mulde aufgeschoben. Bei der Mallnitzer Mulde sind es die Glimmerschiefer, die direkt dem Zentralgneis aufliegen. Quarzit, Dolomit und Kalkmarmor stellen sich über oder in den Glimmerschiefern ein, liegen aber niemals dem Zentralgneis auf ( =Durchgangalm Decke).
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| Tektonische Skizze nach Christof Exner (1946 - 1955) |
Die Muldenform der Schieferserie zwischen Ankogel und Sonnblick ist augenscheinlich. Der Sonnblick-Kern wurde allerdings so heftig an die Schiefer angepresst, dass der Zusammenhang der einzelnen Gesteinsserien der Tauernschieferhülle kaum mehr rekonstruierbar scheint. Gut erhalten ist der Schieferaufbau im Nordost-Schenkel der Mallnitzer Mulde. Der glimmerarme Kalkmarmor überwiegt in der Karbonatgesteinsserie der Randzone des Hochalm-Ankogel-Massivs des Bandes Hagener Hütte - Höllkarwasserfall (=Angertalmarmor).
2 - Quarzit-Dolomit-Marmor-Kalkglimmerschiefer-Grünschieferzone: Hierher rechnen wir das Kalkmarmorband, das innerhalb der obersten Lagen der vorgenannten Glimmerschieferserie vom Mallnitzer Tauern zum Höllkar Wasserfall ins Röck Karl streicht, wo sie im Glimmerschiefer auskeilt. Ferner zählen wir das aus Quarzit, vereinzelten Dolomitlinsen, Kalkglimmerschiefern und Grünschiefern bestehende Gesteinsband zwischen den Glimmerschiefern und der mittleren Schwarzphyllitzone hinzu.
3 - Die mittlere Schwarzphyllitzone bildet die Hangleiste der Karböden südwestlich über dem Nassfeld - Höllkar - Silberkarl - Röckkarl - Schlapperebenkar - Bräuwinkel. Das umlaufende Streichen (Muldenform) ist zwischen Riffel Scharte und Neuner Kogel einerseits und über die Tauscher Böden im Halbkreis um den Geisel Kopf andererseits sichtbar.
4 - Dolomitschollen Sehr deutlich finden wir den tektonischen Leithorizont zwischen mittleren Schwarzphyllit und Kalkglimmerschiefer-Grünschieferzone in der Mallnitzer Mulde entwickelt. Dieser Horizont ist durch reiche Dolomitführung, viel Quarzit und Granitgneislamellen ausgezeichnet. Im Bereich über dem Nassfeld stellen sich meist Quarzite zwischen dem mittleren Schwarzphyllit und den jäh aufragenden Kalkglimmerschieferwänden ein. Unter dem Keesauge findet sich auch Dolomit; am Riegel zwischen Silberkarl und Höllkar eine Granitgneislamelle. Bei der Riffel Scharte und Riffelhöhe einerseits und den Tauscher Böden andererseits biegt das Band in die SW-Flanke der Mallnitzer Mulde um. Im Gipfelgebiet - Schareck - Baumbach Spitze - Murauer Köpfe - findet sich zwischen Schwarzphyllit und Kalkglimmerschiefer eine reiche Quarzit - und Dolomitentwicklung. Am Schareck WNW-Grat treffen wir in dieser Serie eine Granitgneislamelle an. Siehe das Profil der Gipfelregion des - Schareck - . . .
5 - Kalkglimmerschiefer-Grünschiefer-Zone: Das dominierende Element sind die mächtigen Kalkglimmerschiefer mit den eingelagerten Grünschiefern und Serpentinen - Geisel Kopf - Sparanger Kopf - Aperes Schareck - Ritterkopf- und Edlenkopfgruppe (Rauris). Sie bilden die Muldenfüllung der Mallnitzer Mulde. Eine obere Schwarzphyllitzone findet sich nicht (wurde wahrscheinlich bereits abgetragen).
In der Mallnitzer Mulde erreicht das Kalkmarmorband der Hagener Hütte seine maximale Mächtigkeit (40 m) in der senkrechten Felswand zwischen Höll- und Silberkar. Dieser Marmor ist rein weiß und grobkörnig. Er endet ziemlich unvermittelt unter der Moräne des Röckkarls. Der Grünschieferzug streicht bis ins Gebiet der Hagener Hütte weiter und wird in seinem Hangenden von einem bloß 1 - 2 m mächtigen Kalkglimmerschieferband begleitet.
Ausschnitt aus KOMPASS Wanderkarte Nr. 40
"Gasteiner Tal-Goldbergruppe", Lizenznr. 40-0103-L
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Geologie der Zentralalpen/Gasteinertal - Mallnitzer Mulde
© 8.5.2005 by Anton Ernst Lafenthaler
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