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Tp4 - Zentralalpen/Gasteinertal: Gneis-Randzone/Silberpfennig SW-Kamm
Geologie, Gasteinertal   Gneis-Randzone

Hohe Tauern . Gasteinertal

Gneis-Randzone

... Silberpfennig SW-Kamm ...

Die Baukarlscharte (Silberkarscharte) liegt auf 2.492 m Seehöhe und gilt, von der Bockhartscharte kommend als Übergang in die - Erzwies - und/oder ermöglicht den Aufstieg auf den Silberpfennig. Im südlichen Teil des Baukarl wie besonders der Erzwies sind die Gesteine vererzt. Hier sind es bevorzugt Kupfer, Silber, Blei Arsen und Zink. Eisenminerale sind hier reichlich vorhanden, wobei aber die Carbonate gegenüber den Sulfiden überwiegen. Im obersten Baukarl knapp unterhalb der Scharte wurden reiche Golderze gebrochen. Sie müssten in den Hochstegenkalken recht genau an der Grenze zu den unterlagernden Gneisen gelegen haben.

Baukarlscharte, Silberpfennig Silberpfennig SW-Kamm : P.2498 - - - P.2524 - - - Baukarlscharte (Foto: Gasteinertal 2017)

Dem Gneis beiderseits der Bockhartseen liegen hoch oben abwechselnd Glimmerschiefer und Kalkmarmore auf. In Höhe der Baukarlscharte (siehe Skizze) findet sich auch Quarzit. Beim Eintritt des Goldquarzganges aus dem Granitgneis in den Kalkmarmor der Tauernschieferhülle stellt sich örtlich ein charakteristischer Wechsel in der Erzführung des betreffenden Ganges ein.
Der westliche Goldquarzgang des Bockharttales und südlich der Baukarlscharte ist ein klassisches Beispiel. Er verläuft oberflächlich durch die beiden Bergwerkshalden, die vom oberen Bockhartsee zur Baukarlscharte ziehen. Steigt man vom oberen Bockhartsee (P.2070), am Giftbrünnl vorbei, die Bergflanke direkt zur Baukarlscharte an, so trifft man unter der Baukarlscharte den charakteristischen Wechsel in der Zusammensetzung der Bergwerkshalden. An Stelle des Pyrits und Arsenkies des bis hierher verlaufenden Goldquarzganges treten nun Siderit, Manganspat und Galmei, die metasomatisch den Kalkmarmor bei der Baukarlscharte verdrängen. Siderit und Manganspat wandelten sich in der Oxidationszone zu Brauneisenstein und Pyrolusit um. Der Pyrolusit bewirkt die auffallende Schwarzfärbung der alten Bergwerkshalden. Weiter ist dieser Vererzungstypus dann jenseits der Baukarlscharte in der streichenden Fortsetzung des Ganges im Kalkmarmor der Erzwies längs der alten Schachthalden vorzüglich beobachtbar.

Geht man von der Baukarlscharte den Grat nach Westen Richtung Bockhartscharte entsprechend dem SW-Kamm des Silberpfennig, so kann man die unterschiedlichen Kalkmarmorschichten und Glimmerschiefer gut erkennen. Der höchste Gipfel P.2524 besteht aus Kalkmarmor, welcher sich nach Südwesten hinunter zieht bis zu einem dem Kalkmarmor aufliegenden Siglitzgneis, welcher der Durchgangalm Decke entspricht. Zwischengelagert sind mehrmals Glimmerschiefer. Auch eine Quarzitschicht findet sich über dem Kalkmarmorband der Baukarlscharte. Der etwas tiefer gelegen Gipfel P.2498 besteht aus Siglitzgneis und entspricht der Durchgangalm Decke.

Baukarlscharte, Gasteinertal - Profil
Tafel VI, Fig.1 - Detailprofil der sedimentären Randzone im NW des Hochalm-Ankogel-Massivs - Chr. Exner (1956)

1 a - Granitgneis (Augengneis und Aplitgneis), 1 b - phyllonitisierter Granitgneis, 2 a - Geröllgneis der Bockhartscharte
2 b - Paragneis, Glimmerschiefer mit Biotitporphyroblasten und Serizitchloritphyllit, 3 a - Quarzit mit Magnetitporphyroblasten,
3 b - Quarzit, 5 - Kalkmarmor, 6 - Kalkglimmerschiefer

GneisGneis QuarzitQuarzit KalkmarmorKalkmarmor
phyllonisierter, granitischer Gneisphyllonisierter,
granitischer Gneis
GlimmerschieferGlimmerschiefer KalkglimmerschieferKalkglimmerschiefer

Baukarlscharte, Gasteinertal SW-Kamm Silberpfennig : P.2498 - - - P.2524 - - - Baukarlscharte (Foto: Gasteinertal 2018)

An der Grenze zwischen Zentralgneis und basaler Schieferserie der - Mallnitzer Mulde - lagert nördlich der Bockhartscharte ein Konglomeratgneis. Das Gestein ist bloß an einer Stelle aufgeschlossen und zwar 500 m nördlich der Bockhartscharte, in der SO-Flanke auf der Kuppe P. 2323, etwa in 2300 m Seehöhe. Die Gerölle sind in nordsüdlicher Richtung ausgelängt und bestehen aus Aplit und Pegmatit. Das Zwischenmittel ist ein fuchsitführender Hornblende-Biotit-Gneis mit phyllitischen Linsen. Auch die lokale Faltenachse streicht N-S. Die linsenförmige Auswalzung der Gerölle parallel zur Faltenachse ist derart intensiv, dass man Linsen mit langem Durchmesser von 1 m und darüber beobachtet, während die zugehörigen kleinen Durchmesser (senkrecht zur Faltenachse) bloß wenige Zentimeter betragen. Am widerstandsfähigsten verhielten sich die Pegmatitgerölle. Einige von ihnen haben die ursprüngliche Geröllform noch gut erhalten. Gegen das Hangende geht der Geröllgneis allmählich in geröllarme und dann geröllfreie Paragneise und Phyllite über. Es scheint sich hier um einen echten sedimentogenen Konglomeratgneis zu handeln.

Silberpfennig-Weg, Bockhart Augeschlossener Konglomeratgneis 500 m nördlich der Bockhartscharte (Foto: Gasteinertal 2018)


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Silberpfennig . Baukarlscharte
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Silberpfennig . SW-Kamm
P.2524, Kalkmarmor-Glimmerschiefer, Gasteinertal P.2498, Kalkmarmor-Gneis, Gasteinertal P.2498, Glimmerschiefer, Gasteinertal P.2498 SW-Kamm Silberpfennig, Gneis Silberpfennig SW-Kamm, Gasteinertal
P.2524 : Kalkmarmor-Glimmerschiefer P.2498 : Gneis-Kalkmormor-Quarzit-Glimmerschiefer
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Kalkmarmor Quarzit Konglomeratgneis
Wanderkarte, Sportgastein W
Silberpfennig

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Anmerkung: Beschreibungen und Textstellen der Geologie von Gastein wurden überwiegend den Publikationen von Christof Exner entnommen,
der als Geologie von 1946 bis 1955 in Gastein wissenschaftlich tätig war.

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Gneis-Randzone/Silberpfennig SW-Kamm
© 2005 by Anton Ernst Lafenthaler
Rev.: 2018
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