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Tp4 - Zentralalpen/Gasteinertal: Profil - Baukarlscharte
Geologie, Gasteinertal   Westflanke Gasteinertal - Detail

Hohe Tauern . Gasteinertal

Baukarlscharte

... Westflanke Gasteinertal - Profil ...

Die Baukarlscharte (Silberkarscharte) liegt auf 2.492 m Seehöhe und gilt, von der Bockhartscharte kommend als Übergang in die - Erzwies - und/oder ermöglicht den Aufstieg auf den Silberpfennig. Im südlichen Teil des Baukarl wie besonders der Erzwies sind die Gesteine vererzt. Hier sind es bevorzugt Kupfer, Silber, Blei Arsen und Zink. Eisenminerale sind hier reichlich vorhanden, wobei aber die Carbonate gegenüber den Sulfiden überwiegen. Im obersten Baukarl knapp unterhalb der Scharte wurden reiche Golderze gebrochen. Sie müssten in den Hochstegenkalken recht genau an der Grenze zu den unterlagernden Gneisen gelegen haben.
Geht man nun von der Baukarlscharte den Grat nach Westen richtung Bockhartscharte, so kann man die unterschiedlichen Kalkmarmorschichten und Glimmerschiefer gut erkennen. Auf der Kuppe liegt ein Konglomeratgneis als Teil der Durchgangalm Decke.

Baukarlscharte, Silberpfennig Baukarlscharte / Silberpfennig - Südhang - Gasteinertal 2017

Dem Gneis beiderseits der Bockhartseen liegen hoch oben abwechselnd Glimmerschiefer und Kalkmarmore auf. In Höhe der Baukarlscharte (siehe Skizze) findet sich auch Quarzit. Beim Eintritt des Goldquarzganges aus dem Granitgneis in den Kalkmarmor der Tauernschieferhülle stellt sich örtlich ein charakteristischer Wechsel in der Erzführung des betreffenden Ganges ein.
Der westliche Goldquarzgang des Bockharttales und südlich der Baukarlscharte ist ein klassisches Beispiel. Er verläuft oberflächlich durch die beiden Bergwerkshalden, die vom oberen Bockhartsee zur Baukarlscharte ziehen. Steigt man vom oberen Bockhartsee (P.2070), am Giftbrünnl vorbei, die Bergflanke direkt zur Baukarlscharte an, so trifft man unter der Baukarlscharte den charakteristischen Wechsel in der Zusammensetzung der Bergwerkshalden. An Stelle des Pyrits und Arsenkies des bis hierher verlaufenden Goldquarzganges treten nun Siderit, Manganspat und Galmei, die metasomatisch den Kalkmarmor bei der Baukarlscharte verdrängen. Siderit und Manganspat wandelten sich in der Oxidationszone zu Brauneisenstein und Pyrolusit um. Der Pyrolusit bewirkt die auffallenden Schwarzfärbung der alten Bergwerkshalden. Weiter ist dieser Vererzungstypus dann jenseits der Baukarlscharte in der streichenden Fortsetzung des Ganges im Kalkmarmor der Erzwies längs der alten Schachthalden vorzüglich beobachtbar.

Baukarlscharte, Gasteinertal

An der Grenze zwischen Zentralgneis und basaler Schieferserie der - Mallnitzer Mulde - lagert nördlich der Bockhartscharte ein Konglomeratgneis. Das Gestein ist bloß an einer Stelle aufgeschlossen und zwar 500 m nördlich der Bockhartscharte, in der SO-Flanke auf der Kuppe. Die Gerölle bestehen aus Aplit und Pegmatit (=meist zonar aufgebaute Ganggesteine mit feinkörniger - Aplite - oder extrem grobkörniger - Pegmatite - Zusammensetzung). Das Zwischenmittel ist ein fuchsitführender Hornblende-Biotit-Gneis mit phyllitischen Linsen. Die Gerölle sind in nordsüdlicher Richtung ausgelängt. Auch die lokale Faltenachse streicht N-S. Die linsenförmige Auswalzung der Gerölle parallel zur Faltenachse ist derart intensiv, dass man Linsen mit langem Durchmesser von 1 m und darüber beobachtet, während die zugehörigen kleinen Durchmesser (senkrecht zur Faltenachse) bloß wenige Zentimeter betragen. Am widerstandsfähigsten verhielten sich die Pegmatitgerölle. Einige von ihnen haben die ursprüngliche Geröllform noch gut erhalten. Gegen das Hangende geht der Geröllgneis allmählich in geröllarme und dann geröllfreie Paragneise und Phyllite über. Es scheint sich hier um einen echten sedimentogenen Konglomeratgneis zu handeln.

Baukarlscharte, Gasteinertal - Profil
Tafel VI, Fig.1 - Detailprofil der sedimentären Randzone im NW des Hochalm-Ankogel-Massivs - Chr. Exner (1956)

1 a - Granitgneis (Augengneis und Aplitgneis), 1 b - phyllonitisierter Granitgneis, 2 a - Geröllgneis der Bockhartscharte
2 b - Paragneis, Glimmerschiefer mit Biotitporphyroblasten und Serizitchloritphyllit, 3 a - Quarzit mit Magnetitporphyroblasten,
3 b - Quarzit, 5 - Kalkmarmor, 6 - Kalkglimmerschiefer

GneisGneis QuarzitQuarzit KalkmarmorKalkmarmor
phyllonisierter, granitischer Gneis phyllonisierter,
granitischer Gneis
GlimmerschieferGlimmerschiefer KalkglimmerschieferKalkglimmerschiefer

Baukarlscharte
Konglomeratgneis 500 m nördlich der Bockhartscharte


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Baukarlscharte

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Anmerkung: Beschreibungen und Textstellen der Geologie von Gastein wurden überwiegend den Publikationen von Christof Exner entnommen,
der als Geologie von 1946 bis 1955 in Gastein wissenschaftlich tätig war.

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Geologie der Zentralalpen/Gasteinertal: Gesteinsprofil - Baukarlscharte
© 1.7.2005 by Anton Ernst Lafenthaler
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