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Tp4 - Zentralalpen/Gasteinertal: Gneis-Randzone/Stubnerkogel
Gneis-Randzone, Gasteinertal   Gneis-Randzone

Hohe Tauern . Gasteinertal

Gneis-Randzone

... Stubnerkogel ...

Hier im Nordwesthang des Stubnerkogels (die Jungeralm liegt mit 1756 m unterhalb der hier gezeigten Skizze) liegen auf dem Granitgneis Kalkmarmor-Quarzitschichten, gefolgt von Glimmerschiefer und einer 40 m mächtigen Kalkmarmorschicht. Dann folgt Schwarzphyllit. Etwa 30 m unterhalb des Stubnerkogelgipfels wiederholt sich diese Schichtung.
Etwa 200 m unter dem Gipfel des Stubnerkogels liegt der Angertalmarmor, welcher flach nach Norden abfällt. Darüber liegt Schwarzphyllit, worauf auch die Bergstation der Stubnerkogelbahn steht. Darüber lagert am Gipfel Kalkphyllit, Kalkmarmor und Quarzit.

Stubnerkogel, Gasteinertal - Gesteinsprofil © Bildnachweis: Anton Lafenthaler . Stubnerkogel, Gasteinertal 2013

Geht man von der Bergstation des - Stubnerkogels - hinunter zur Scharte (Richtung Zittrauer Tisch), dann quert man die - Grenze der sedimentären Hülle zum Granitgneis - die durch Quarzite teils sedimentärer und teils gneisphyllitischer Herkunft ist.
In der Scharte selbst befindet man sich im Gneisareal, der von phyllitischen Bewegungshorizonten durchquert ist, wobei sich wieder im Zuge der Phyllonitisation reine Quarzlagen (Platten in der Scharte) einstellen. Phyllonitische Scherzonen innerhalb des Granitgneiskörpers findet man viele. Weißschiefer und tektonische Quarzite (nicht sedimentogen) findet man aber ganz besonders auch an der Grenze zur Schieferhülle. Diese Quarzit- und Phyllitzonen sind im Randbereich auch sedimentogen und zwar z.B. eben hier am Übergang der Schieferhülle zum Granitgneis am Stubnerkogel . . .

Profil: Stubnerkogel/Gasteinertal
Tafel VI, Fig.3 - Detailprofil aus der sedimentären Randzone im NW des
Hochalm-Ankogel-Massivs nach Christof Exner (1956)

1 a - Granitgneis, 1 b - phyllonisierter Granitgneis, 2 a - Chloritoidphyllit, 2 b - Chlorit-Serizitphyllit,
3 a - Disthen-führender Quarzit 3 b - Quarzit und Paragneis, 3 c - Quarzit,
5 - Kalkmarmor, 6 - Kalkglimmerschiefer und Kalkphyllit, 9 - Schwarzphyllit

GneisGneis SchwarzphyllitSchwarzphyllit KalkmarmorKalkmarmor
Kalkglimmerschiefer/Kalkphyllit Kalkglimmerschiefer/Kalkphyllit QuarzitQuarzit   
phyllonisierter, granitischer Gneis phyllonisierter, granitischer Gneis GlimmerschieferGlimmerschiefer   

Die flache Kammsenke (=Scharte) südlich des Stubnerkogels liegt wie oben beschrieben im Gneis. Darüber erscheint eine flache Lage von Quarziten. Die Steilstufen werden durch Kalkmarmore gebildet und darüber liegen die dunklen und leicht zerfallenden (gut begrünte) Glanzschiefer und Phyllite (dunkle, leicht zerfallende Schicht). Im höchsten Teil der Kuppe wiederholen sich die Schichten noch einmal.
Dieselbe Schichtung findet sich auch auf dem gegenüberliegenden - Silberpfennig - als Reste einer ursprünglich geschlossenen Schieferbedeckung . . .

... Zitterauer Tisch ...

Jungerscharte (=Zitterauer Scharte) - Die Gesteinsformation im Bereich der Jungerscharte als Gneisrandzone zur nördlichen Schieferhülle ist das Endprodukt der phyllonitischen Umprägung des Granitgneis/Gneisgranit zu Quarz-Muskowitschiefer (Weißschiefer) und Quarzite, welche aber nicht sedimentogene metamorphe Umwandlungsprodukte sind, sondern im Zuge intensiver Durchbewegung zu dünnschiefrigen phyllitischen Gesteinen (Gneisphyllonite) umgewandelt wurden. - Gneisphyllonite sind somit sekundär aus Granitgneis infolge Durchbewegung, Stoffwechsel und Umkristallisation entstandene Gesteine phyllitischen, glimmerschiefrigen oder quarzitischen Aussehens (Exner, 1956). Dadurch sind immer wieder Übergangsreihen vom Granitgneis bis zum Weißschiefer und Quarzit im Zentralgneis zu beobachten, insbesondere am Hohen Goldberg. - Exner, 1956 schreibt dazu: "Es sind nicht nur viele Scherzonen innerhalb der Granitgneiskörper mit Phylloniten, Weißschiefern und tektonischen (nicht sedimentogenen) Quarziten ausgekleidet, sondern ganz besonders natürlich auch die Randstreifen der Massive gegen die viel beweglichere und gleitfähigere Schieferhülle. Die besseren Ausweichmöglichkeiten erzeugten weithinstreichende, den Rand des Granitgneis begleitende Quarzit- und Phyllonitzonen. Zum Unglück beginnt auch die sedimentogene Serie der Schieferhülle über dem Granitgneis häufig mit Quarzit (z. B. Stubner Kogel). Es wird dann für den Beobachter innerhalb einiger Meter Gesteinsmächtigkeit in dieser Grenzserie derzeit unmöglich, zu entscheiden, wo der phyllonitisierte Granitgneis aufhört und der sedimentogene Quarzit (vielleicht stellenweise auch Arkose) beginnt."
Die Zitterauer Scharte (liegt bereits im Granitgneisareal und gilt als Grenze der sedimentären Hülle zum Siglitzgneis) zeigt uns derartige Übergangszonen, wo der phyllonitisierte Granitgneis aufhört und der sedimentogene Quarzit beginnt. Hier finden wir somit in der Scharte Quarzitlagen teils sedimentogener, teils gneisphyllonitischer Herkunft.
Georg Mutschlechner beschreibt im Buch "Die Natur des Gasteinertales" (1966) die Aufeinanderfolge der Gesteinsschichten von der Zitterauer Scharte auf den Stubnerkogel wie folgt: "Die flache Kammsenke liegt bereits im Gneis. Darüber erscheint eine flache Lage von Quarzite, die Steilstufen bilden die Kalkmarmore und darüber liegen die dunklen und leicht zerfallenden (gut begrünte) Glanzschiefer und Phyllite (dunkle, leicht zerfallende Schicht). Im höchsten Teil der Kuppe wiederholen sich die Schichten noch einmal."

Der Zitterauer Tisch liegt südwestlich vom Stubnerkogel auf einem langsam nach nordwesten absinkenden Teil eines tonnenförmigen Zentralgneisgewölbes, welches von den Kalkmarmoren und Schieferserien ummantelt wird. Die Gipfelregion mit dem Ostgrat aufden Tischkogel liegt zur Gänze im Granitgenis bzw. Siglitzgneis und schließt den Hirschkarkogel mit ein.


. . . Gesteinsschichten im Detail . . .

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Stubnerkogel
Stubnerkogel, Gasteinertal Stubnerkogelgipfel, Gasteinertal Stubnerkogel, Bad Gastein Zitterauerscharte, Bad Gastein
Südflanke Gipfelbereich Westflanke Zitterauerscharte
Zitterauer Tisch
Tischkogel, Bad Gastein Zitterauer Tisch, Bad Gastein Hirschkarkogel, Bad Gastein
Tischkogel Zitterauer Tisch Ostgrat
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Stubnerkogel, Bad Gastein Zitterauer Tisch, Bad Gastein
Stubnerkogel Zitterauer Tisch

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Anmerkung: Beschreibungen und Textstellen der Geologie von Gastein wurden überwiegend den Publikationen von Christof Exner entnommen,
der als Geologie von 1946 bis 1955 in Gastein wissenschaftlich tätig war.

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Gneis-Randzone/Stubnerkogel
© 2005 by Anton Ernst Lafenthaler
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