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Tp6c - Zentralalpen/Gasteinertal: Gneis-Randzone-IV - Siglitztal, Mallnitzer Mulde
Gneis-Randzone, Gasteinertal   Gneis-Randzone

Hohe Tauern . Gasteinertal

Gneis-Randzone IV

Schareck . Siglitztal . Kolmkar

Das Siglitztal liegt zur Gänze im Zentralgneis (=Siglitzgneis) des Hochalm-Ankogel-Massivs und wird westlich von der - Mallnitzer Mulde - flankiert. Der Anstieg zum Niedersachsenhaus ist rechts vom Kolmkar begrenzt. Die Kolmkarspitze ist am flach geneigten Südhang mit einer Glimmerschiefer/Paragneis-Decke überzogen, gefolgt vom bereits erwähnten Zentralgneis. Die Talsohle des Siglitztales ist von Gehänge- und Moränenschutt bedeckt. Die Riffelscharte ist Teil der mittleren Schwarzphyllitzone die bis zum Neunerkogel reicht. Die Nordwestflanke hinauf zum Schareck als Teil der Mallnitzer Mulde zeigt wieder eine deutliche Schichtung, deren Formationen zum Teil entlang des Pröllweges sichtbar sind.

Bräuwinkel

Niedersachsenhaus, Siglitztal © Bildnachweis: Anton Lafenthaler - Siglitztal

Das Siglitztal im Nassfeld besteht im unteren Bereich (bis etwa 1700m) aus Siglitzgneis. Die Nordflanke des Schareck besteht dann oberhalb aus Glimmerschiefer und ist Teil der Mallnitzer Mulde, ebenso das Gebiet Niedersachsenhaus. Die Kolmkarspitze ist ebenfalls von Glimmerschiefer geprägt, welche dem Siglitzgneis aufliegen.

Siglitztal

Siglitztal, Gesteinertal © Bildnachweis: Anton Lafenthaler - Siglitztal

Die - Nordflanke - hinauf zum Schareck als Teil der - Mallnitzer Mulde - zeigt eine deutliche Schichtung. Dem Gneis folgt nach oben hin Glimmerschiefer, danach folgt Schwarzphyllit und zuletzt nach einer dünnen Lage Quarzit. Der Kalkglimmerschiefer gleich dem der nördlichen Tauernschiefernhülle. Das Gletschereis des Schareck bedeckt diese mächtige Kalkglimmerschieferdecke. Diese Formationen sind Teil des Pröllweges, beginnend beim Niedersachsenhaus.

Gneis-Randzone IV
Siglitztal, Gesteinertal - Profil
Tafel IV - Westrand des Hochalm-Ankogel-Massivs nach Christof Exner (1956)
Glimmerschiefer/ParagneisGlimmerschiefer/Paragneis Quarzit/QuarzphyllitQuarzit/Quarzphyllit KalkmarmorKalkmarmor
SchwarzphyllitSchwarzphyllit GrünschieferGrünschiefer Moräne/GehängeschuttMoräne/Gehängeschutt
Dolomitmarmor/RauhwackeDolomitmarmor/Rauhwacke Kalkglimmerschiefer/KalkphyllitKalkglimmerschiefer / Kalkphyllit ZentralgneisZentralgneis

Siglitztal, Gesteinertal © Anton Lafenthaler - Kolmkar, Siglitztal 2018

Der Granitgneis ist verhältnismäßig härter als die Hauptmasse der Schiefergesteine. Er zeigt jedoch ein Bewegungsbild mit gewaltigen Deformationen. Zu unterscheiden sind die großen Granitgneiskörper (Hochalm-Ankogelmassiv und Sonnblick-Kern) und die kleinen dünnen Gneislamellen am Rande und in den Mulden (Schuppen am N- und NW-Rande des Hochalm-Ankogelmassivs, Romatedecke in der Gasteiner Mulde und kleine Gneislamellen und Gneissplitter in der Mallnitzer Mulde).

Der Siglitzgneis ist ein mittelkörniger plagiokasreicher Augengneis, dessen Hauptbruch von Muskowitflasern überzogen wird, dem spärlich verstreute Biotit- und Chloritschüppchen aufsitzen. Die Feldspataugen bleiben klein und bestehen in der Regel aus Schachbrettalbit und Plagioklas. Das charakteristische Reaktionsgefüge ist Schachbrettalbitisation des Kalifeldspates. Myrmekit ist selten, Klazit kommt reichlich vor. Die steckenden alten Schieferschollen im Siglitzgneis sind gut zu beobachten am Weg von der Schattbachalm zur Miesbichlscharte oder am Gipfel des Radhausberges.

Anmerkung: Das 5 m dicke Kalkmarmorband im Siglitz-Unterbaustollen, welches den 100 m mächtigen Hanganteil des Siglitzgneis vom eigentlichen über 1000 m mächtigen Hauptkörper trennt (Stollenmeter 3175 - 3220) besteht aus Kalkglimmerschiefer, Karbonatquarzit, Kalkmarmor und feldspatisiertem Kalkmarmor mit Porphyroblasten von Mikroklin und monoklinen Feldspat (Adular?). Ein obertägiger Ausbiss dieser Marmorlage konnte nicht gefunden werden es ist aber anzunehmen, dass dieses Marmorband als Deckenscheider zwischen dem eigentlichen Siglitzlappen und der Durchgangsalm Decke darstellt (unter der Kolmkarspitze und unter dem Schareck verlaufend).

Einen Überblick der Tektonik zeigt der Abschnitt - Hochalm-Ankogel-Massivs - die Westflanke im Nassfeld ist im geologischer Querschnitt der - Zentralalpen/Siglitztal - dargestellt . . .

... Gipfelregion Schareck ...

Schareck, Siglitztal © Bildnachweis: Anton Lafenthaler - schareck, Siglitztal 2018

Die Nordwestflanke hinauf über den Pröllweg zum - Schareck - beginnt an der Basis mit dem Siglitzgneis, dann folgt Glimmerschiefer, danach Schwarzphyllit und zuletzt nach einer dünnen Lage Quarzit. Der Schareckgipfel besteht dann ganz aus Kalkglimmerschiefer gleich dem der nördlichen Tauernschiefernhülle. Diese Kalkglimmerschieferdecke wird vom Gletschereis zur Gänze bedeckt. Hier gibt es im Jahresmittel bis zu 267 Eistage im Jahr mit Tagestemperaturschwankungen um 50°C . . .

Profil: Schareck/Baumbachspitze, Gasteinertal
Abb. 7 - Detailprofil der Gipfelregion des Scharecks nach Christof Exner (1956) - orig.

Die hier gezeigte Skizze zeigt die Nordostflanke des Schareck vom Schlapperebenkees hinauf zur Baumbachspitze und weiter zum Schareckgipfel. Entlang dieses Weges kann man die Formationen wie nachfolgend skizziert gut verfolgen. Der Schlapperebenkees liegt noch im Schwarzphyllit als Teil der Mallnitzer Mulde, dann folgen Quarzit und Dolomit-Kalkmarmorbänder . . .

Profil: Schareck/Baumbachspitze
Abb. 7 - Detailprofil der Gipfelregion des Scharecks nach Christof Exner (1956)

3 - Quarzit, 4 a - Dolomit, 4 b - Kalkphyllit mit Dolomitlinsen (Liasbreccie),
4 c - Quarzit mit Dolomitlinsen, 5 - Kalkmarmor, 6 - Kalkglimmerschiefer, 9 - Schwarzphyllit

GletscherGletscher QuarzitQuarzit DolomitDolomit
DolomitlinsenDolomitlinsen SchwarzphyllitSchwarzphyllit KalkglimmerKalkglimmer

Im Gipfelgebiet Schareck - Baumbach Spitze - Murauer Köpfe findet sich zwischen Schwarzphyllit und Kalkglimmerschiefer eine reiche Quarzit- und Dolomitentwicklung. Das Gipfelkreuz des Schareck und der Trigonometer stehen auf der Dolomitbreccie; sie findet sich auch auf der Baumbachspitze (Abb. 7).


. . . Gesteinsschichten im Detail . . .

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Gneisrandzone - IV
Bräuwinkel, Siglitztal Schareck Nordhang, Siglitztal Kolmkarspitz, Siglitztal
Bräuwinkel Schareck Nordhang Kolmkarspitz

Wanderkarte Sportgastein W
Schareck

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Anmerkung: Beschreibungen und Textstellen der Geologie von Gastein wurden überwiegend den Publikationen von Christof Exner entnommen,
der als Geologie von 1946 bis 1955 in Gastein wissenschaftlich tätig war.

Geologie, Gasteinertal
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Geologie der Zentralalpen/Gasteinertal: Gesteinsprofil
Gneis-Randzone: Siglitztal, Mallnitzer Mulde
Siglitzgneis, Granitgneis, Glimmerschiefer, Paragneis
© 2005 by Anton Ernst Lafenthaler
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