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ZI - Gasteinertal/Zeitenwende: Infrastruktur - Verkehrswege (7.1.) **
Zeitenwende, Gasteinertal Inhaltsverzeichnis . . .
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Zeitenwende . Gasteinertal

Gastein im 21. Jahrhundert

Verkehrswege

Waren es die noch heute nachweisbaren Hochalpenstraßen, die als erste Verkehrswege in den Süden zur Römerzeit angelegt wurden und waren es zur Zeit der Industrialisierung die staubigen, durch Stein und Holzkonstruktionen befestigten Sand- bzw. Schotterstraßen, wie sie bis ins 20. Jahrhundert bestanden, so sind es heute ausschließlich asphaltierte und vergleichsweise komfortable Fahrbahnen. So berichtet uns Mitterdorfer, 1820 (1a) : "Nur ein einziger Fahrweg, nähmlich, der durch die Klamm, führt in das Gasteiner Thal. Er wird in so gutem Zustande erhalten, als es die Ortsumstände nur immer erlauben." - ohne diesen Zustand näher zu beschreiben. Eble, 1834 aber berichtet uns über zur Verbesserung der Klammstraße durch Kaiser Franz I. (1b) : "Bald nach dem ersten Besuche der Gastein liess Se. Majestät die ganze Klammstrasse neu herstellen und so breit machen, dass mit Ausnahme nur weniger Plätze fast überall zwei Wägen sich ausweichen können. Demgemäss wurden Felsen gesprengt, mächtige Quaderbogen aus der Ache emporgeführt, darauf Geländer von Stein und festem Holz gebaut, die Brücken statt der ehemaligen Ketten mit Steinpfeilern befestigt, den Giessbächen und kleinen Wasserfällen, welche den Höhen entstürzen, und sonst den Weg überflutheten, unter der Strasse gemauerte Kanäle zur Ache hinab angewiesen, die überhängenden Felsklippen mit Pulver und Meisel entfernt, und die ganze Strasse mit einem starken Geländer gegen den Abgrund versehen, und so gut gebaut, dass man jetzt im Trab hinwegfahren kann, ohne den mindesten Stoss zu erleiden. - Von Klammstein nach Hofgastein beschreibt Eble, 1834 weiter den Zustand der Verkehrswege (1c) : "Von der Klamm bis Dorf ist der Weg uneben, und sehr oft hügelig; jetzt aber wird er ebener, führt fortan zwischen Feldern und Wiesen (mitunter auch einigen Sümpfen) bald näher, bald weiter von der Ache entfernt, an zwei Bauernhäusern vorbei nach Harbach ..."
Den wirtschaftlichen Aufschwung in Gastein brachten aber nicht verbesserte Straßen, sondern der Bau der Tauernbahn, welche durch Kaiser Franz Josef 1909 eröffnet und schon damals der heute als Meisterleistung der Ingenieurkunst bezeichnete Tauerntunnelbau zweigleisig ausgelegt wurde, obwohl die gesamte Tauernstrecke nur eingleisig geplant war. Dies machte es möglich, die gesamte Tauernbahnstrecke mit Beginn des 21. Jahrhundert zweigleisig auszulegen. War bis 2008 der Südabschnitt der Tauernbahn bereits durchgehend zweigleisig, so ist die Nordrampe, insbesondere Teilstrecken im Gasteinertal immer noch in Teilbereichen eingleisig. Ein ehemals geplanter Straßentunnel nach Kärnten wurde nie realisiert.
Die Spazierwege im Tal und den anschließenden Berghängen wurden ebenfalls durch das zunehmende Verkehrsnetz für Automobile stark reduziert und verändert. Wo im 19. Jahrhundert noch Wege oder Schotterstraßen waren, die von Spaziergängern benutzt werden konnten, sind diese heute durch stark befahrene, asphaltierte Straßen ersetzt worden und keinem Spaziergänger oder Wanderer mehr zuzumuten. So empfahl Eble, 1834 als Spazierwege auch noch die heutige Hauptstraße, wie es im Originaltext heißt (1d) : "Der breiteste, ebenste und zugleich auch best gebahnte Spaziergang bleibt immer die Fahrstrasse nach Hofgastein und nach Beckstein. Er ist daher auch fast einzig denjenigen zu empfehlen, welche schlecht zu Fuss sind, namentlich den Podagristen, Asthmatischen und stark Geschwächten. Wählt man die Strasse nach Hofgastein, so findet man rechts und links von Zeit zu Zeit hölzerne Bänke und auch Tische neben der Strasse, andere auch an den sanften Erhöhungen des waldbewachsenen Schneeberges bis hinab zu dem erst neu erstandenen sogenannten englischen Kaffeehause, 1/2 Stunde vom Wildbad entfernt (ein Bauernhaus, wo man Kaffee und Butter bekommt)." - Aber auch zahlreiche Wanderwege, welche auf unterschiedliche Anhöhen im Gasteinertal zu Kaffee- und Wirtshäusern führten, sind heute durch asphaltierte Straßen ersetzt worden, wie z.B. zum Annenkaffee, zur Windischkrätzhöhe, zum Café Gamskar usw. - inklusive der zahlreichen Forststraßen und Güterwege bis auf höchste Gipfel, wie dem Stubnerkogel in Bad Gastein oder dem Fulseck in Dorfgastein. Viele der hochgelegenen Almen können mittlerweile über gut ausgebaute Straßen erreicht werden.

(a) Tauernbahn

Zweigleisiger Ausbau der Nordrampe

Bis 1933 wurde die Tauernbahn noch mit Dampflokomotiven befahren. Danach konnte, nachdem ein Kraftwerk in Mallnitz fertiggestellt wurde, die gesamte Strecke elektrifiziert werden. Die Tauernbahn war mit Ausnahme des Tauerntunnels nur eingleisig ausgelegt. Dem Weitblick des Dr. Ing. Carl Wurmb ist es zu verdanken, dass die als eingleisig konzipierte Tauernbahnstrecke im Tunnelbereich zweigleisig ausgeführt wurde. Die Eisenbahnstrecke ab Breitenberg (Bahnhof Hofgastein) erforderte den Bau zahlreicher Viadukte, um die tiefen Gräben zu überspannen. Alle diese Viadukte wurden damals für den eingleisigen Betrieb konzipiert und somit für den zweigleisigen Ausbau zu schmal.
Noch im Reiseführer von 1937 ist nachzulesen (Woerl's Reisebücher, Leipzig S 20): "Eine 13 m lange Brücke führt über den Wiedneralpbach, dann folgt die 20 m lange Brücke über den Laidalpsbach und hierauf die Haltestelle Bad Hofgastein. Daran schließt sich die technisch interessante Strecke auf der ganzen nördlichen Tauernbahn; es reihen sich Kunstbauten an Kunstbauten, wie sie dichter kaum bei einer anderen Gebirgsbahn zu finden sind. Die Bahn führt 31 m über der Talsohle auf einem 78 m langen Viadukt über die Steinbachschlucht, dann über den 60 m langen Pyrkershöhe-Viadukt und über den 72 m langen Weitmoserschloß-Viadukt; hierauf der 80 m lange Viadukt über den Hundsdorferbach, dann der 40 m lange Schloßbach-Viadukt. Weiter folgt die Brücke über den Lafenbach und die Angertalbrücke in Eisenkonstruktion, die mit einer Spannweite von 110 m die 85 m tiefer Angerschlucht überspannt. Jenseits der Brücke die Station Angertal. Noch zwei Viadukte, der Schmalzgrabenbach-Viadukt und der Pichlwald-Viadukt werden befahren, dann folgt die Übersetzung eines Schneelawinenganges, um märchenhaft schön entfaltet sich der weltberühmte Kurort Badgastein mit seinen Prunkhotels und dem prachtvollen Wasserfall vor den Blicken der Reisenden." -
Die Kapazitätsgrenze der Tauernbahn war bereits 1960 erreicht und Brücken durften wegen ihres hohen Alters oft nur langsam befahren werden. Zudem wurden die eingleisigen Tunneln z. B. bei Klammstein zunehmend sanierungsbedürftig. Der zweigleisige Ausbau für die gesamte Tauernstrecke war unausweichlich.
Für die Südrampe der Tauernbahn wurde es notwendig, eine neue Streckenführung auszuarbeiten, um den zweigleisigen Ausbau möglich zu machen. Die Nordrampe und somit die Strecke im Gasteinertal behielt die ursprüngliche Streckenführung. Dabei mussten allerdings zahlreiche gemauerte Wegüberführungen wegen der zu engen Durchfahrtsbreite mit Stahlbetonbrücken erweitert werden. Zahlreiche Stützmauern wurden notwendig, um das Abrutschen der Schüttungen zu unterbinden. Zudem fanden oberhalb der Bahnstrecke großflächige Rodungen statt und in Teilbereichen wurden Schallschutzwände errichtet.

Zweigleisiger Ausbau der Nordrampe bis 2009
Nach dem Bahnhof Loifarn Richtung Süden verschwindet die Bahntrasse im Unteren Klammtunnel. Die Trennung zum Oberen Klammtunnels bildet die Gasteiner Klammschlucht, die nach wie vor eingleisig geführt wird. Nach dem Verlassen des Oberen Klammtunnel wird die Gasteiner Ache über eine Stahlbrücke überquert, um nach kurzer Wegstrecke zur mittlerweile aufgelassenen Haltestelle Klammstein zu gelangen. Danach wird die Streckenführung zweigleisig weiter geführt und zwar bis zur ebenfalls aufgelassenen Haltestelle Hofgastein, wo die Strecke bereits einen Anstieg von ca. 2,5 Meter auf 100 Meter aufweist. Bei der ehem. Haltestelle Hofgastein verjüngt sich die Bahnlinie wieder auf ein Gleis. Es folgen das Steinbach-, Pyrker-, Weitmoser-, Hundsdorfer- und Schlossbach-Viadukt. Bei der Einfahrt in den ehem. Bahnhof Angertal wird die Angerschlucht bewältigt, wo bereits neben der historisch bedeutungsvollen alten und bereits still gelegten Brückenkonstruktion die neue Angertalbrücke fertig gestellt ist und zweigleisig befahren wird. Vom Bahnhof Angertal bis zur Abzweigung Angertal-1 verläuft die Bahnlinie schon seit November 1994 zweigleisig, danach aber geht es entlang einer felsigen Lehne wieder eingleisig weiter bis zum Bahnhof Bad Gastein.
Nach dem Bahnhof Bad Gastein Richtung Böckstein quert die Bahnlinie eingleisig die Gasteiner Ache und fährt nun auf der linken Berglehne weiter bis zur aufgelassene Haltestelle Böckstein. Danach quert die Bahntrasse den Angerbach über eine neu gebaute Stahlbetonbrücke, welche natürlich zweigleisig ausgelegt ist. Im Bahnhof Böckstein befindet sich die Verladestelle der ÖBB-Tauernschleuse. Ein Tunnelrettungs-Shuttle ist einsatzbereit im Bereich des alten Tauerntunnel-Nordportals abgestellt. Dieses heute unter Denkmalschutz stehende "alte" Tunnelportal wird rechts, seit der Tunnelverkürzung in den Jahren 2000 - 2003 und Eröffnung im August 2004 umfahren.
Quelle: 2009 by tauernbahn.at

1975 - Bereits Ende 1975 erfolgten die ersten Baumaßnahmen zum 2-gleisigen Ausbau im Gasteinertal. Wie im Buch "100 Jahre Tauernbahn" ausgeführt (2b), wurde zuerst der 3 km lange Abschnitt zwischen Bad Hofgastein und der Abzweigung Steinbach in Angriff genommen. Über den Wiedneralpbach musste gar eine neue Brücke mit einer Stützweite von 15 m gebaut werden, wobei 6.000 m³ torfhältiger Boden ausgetauscht werden mussten. Weiter wurden Tiefendrainagen, so genannte Horizontalfilterbrunnen mit Tiefen bis zu 13 Metern zur Entwässerung angelegt.
1979 - Zwischen 1977 und 1979 wurde der Streckenabschnitt Bad Hofgastein bis Dorfgastein für die Zulegung des zweiten Streckengleises, gefolgt von der Strecke Dorfgastein bis Unterberg mit Betriebsaufnahme im Jahr 1981 fertig gestellt.
1988 -Im Jahr 1988 begannen die Arbeiten für den neuen, zweigleisigen Tunnel in Klammstein. Der Abschnitt bis zur Haltestelle Klammstein wurde erst 1990 in Angriff genommen.
1990 - Zulegung eines zweiten Streckengleises mit Felsabtragung beim Unterberg erfolgte 1990 zwischen der Haltestelle Klammstein und Unterberg.
Der Abschnitt Angertal-Kralbachgraben erforderte umfangreiche Erdbewegungen auf einer Länge von 3 km, wobei gewaltige Stützmauern errichtet werden mussten. Dem Schmalzgruben-Viadukt und dem Pichler-Viadukt konnte eine Stahlbetonbrücke vorangestellt und die alte Brücke nach Sanierung weiter benützt werden.
1995 - Die neue 96 m Stahl-Verbund-Brücke über den Anlaufbach vor dem Bahnhof Böckstein wurde 1995 fertiggestellt und ersetzt somit die gleichnamige alte Anlaufbachbrücke mit dem Viadukt. Ein Brückenpfeiler musste schräg über den Anlaufbach gesetzt werden, um das Stahltragwerk mit der Stahlbetonplatte sicher zu stabilisieren.
- Quelle: "100 Jahre Tauernbahn" von Christoph Bosch, S.124
2000 - Das Nordportal des Tauerntunnels wurde in den Jahren 2000 bis 2004 um 180 m verkürzt, indem das Erd- und Mauerwerk Stück für Stück abgetragen wurde. Zuvor musste das gesamte Baufeld gerodet werden, wobei 250.000 m3 Erdreich und Fels abgetragen wurden. Im Buch "100 Jahre Tauernbahn" heißt es dazu (2a) : "Zweck der Tunnelverkürzung war, den Bogenradius aus dem Tunnel in den Bahnhof Böckstein zu entschärfen. Die Züge können seither anstelle mit 80 km/h mit bis zu 110 km/h aus dem Tunnel fahren."
2008 - Im Angertal wurde der Neubau einer modernen Stahlbetonbogenbrücke notwendig, welche 2008 fertiggestellt werden konnte. Eine Gasteiner Bürgerinitiative verhinderte aber zunächst die Benützung der neuen Brücke.
2016 - Erst im April 2016 konnte die neue, nun zweigleisig ausgelegte Angertalbrücke für den Bahnverkehr freigegeben werden. Die weiter unter Denkmalschutz stehende, nicht mehr für den Bahnbetrieb freigegebene 1903 gebaute Angertalbrücke soll erhalten bleiben. Sie wurde im Jahre 2019 mit einem Korrosionsschutz versehen. Die Oberleitung wurde entfernt.
Die Südrampe mit der neuen Streckenführung wird bereits seit 2009 befahren, die Nordrampe im Bereich Gasteinertal zeigt in Teilabschnitten wie bereits beschrieben aber immer noch einen eingleisigen Verlauf.

Ausbau der Tauernbahn : Dorfgastein
Klammsteintunnel, Tauernbahn Gasteinertal Haltestelle Klammstein, Gasteinertal Unterberg, Tauernbahn Gasteinertal Harbach-Luggau, Tauernbahn Gasteinertal Harbach-Luggau, Tauernbahn Gasteinertal
1-gleisig: Die Bahntrasse vom oberen Klammtunnel bis zur aufgelassenen Haltestelle Klammstein ist noch eingleisig.
2-gleisig: Ab der ehem. Haltestelle Klammstein bis zur Haltestelle Hofgastein ist die Trasse 2-gleisig ausgelegt.
Ausbau der Tauernbahn : Bad Hofgastein
Haltestelle Hofgastein, Kaltenbrunn Steinbachviadukt, Tauernbahn Gasteinertal Pyrkerviadukt, Tauernbahn Gasteinertal Streitberg, Tauernbahn Gasteinertal Hinterschneeberg, Tauernbahn
2-gleisig: Bahnhof Hofgastein bis Haltestelle Hofgastein
1-gleisig: Haltestelle Hofgastein bis Angertalbrücke
2-gleisig: Haltestelle Angertal bis Abzweigung Angertal 1 (Hinterschneeberg-Bahnübergang)
Ausbau der Tauernbahn : Bad Gastein
Tauernbahn, Bahnhof Bad Gastein Bahnhof Bad Gastein Tauernbahn, Bahnhof Bad Gastein Tauernbahn, Haltestelle Böckstein Tauernbahn, Anlauftalbrücke Böckstein
1-gleisig: Angertal 1 (Hinterschneeberg-Bahnübergang) bis Bahnhof Bad Gastein und weiter bis zur ehem. Haltestelle Böckstein.
2-gleisig: Anlauftalbrücke - Bahnhof Böckstein - Tauerntunnel.

Bahnhof Böckstein . Tauerntunnel

Die ÖBB hatte bereits 1920 einen Durchschleuseverkehr durch den Tauerntunnel für PKWs eingerichtet. Dabei wurde lediglich ein offener Güterwagen für eventuelle PKW-Fahrten frei gehalten. Im Jahr 1930 wurde der Einzelwagenverkehr aufgelöst und durch eigene Autoüberstellzüge ersetzt, bestehend aus 12 Flachwagen für bis zu 30 Kraftfahrzeuge, einem geschlossenen Waggon für einspurige Fahrzeuge und zwei Personenwaggons. Der Autoboom Ende der 50-er Jahre mit zunehmendem Individualverkehr sprengte dann die Transportkapazität und man erwog einen Straßentunnel zwischen Mallnitz und Böckstein zu errichten.
Wesentliche Verbesserungen des Durchschleuseverkehrs durch die ÖBB und negative Wirtschaftsberechnungen betreffend den geplanten Bau eines Straßentunnels führten dann aber 1963 dazu, dass mit 30 Flachwagen die Beförderungskapazität von 72 PKWs zur Entspannung beitrug und das Straßentunnelprojekt nicht mehr zur Verwirklichung kam. Bis zur Fertigstellung der Tauernautobahn 1975 beförderte die Autoschleuse bis zu 756.200 PKWs (1973) durch den Tauerntunnel um danach, wie uns im Buch "100 Jahre Tauernbahn" berichtet wird (2c) auf 200.000 PKW-Durchschleusfahrten abzusinken.
Heute . . . Gegen Ende der 90-er Jahre wurden der zweiachsige Autozugwagen durch achtachsige Niederflurwaggons ersetzt, nachdem sie entsprechend umgebaut wurden. Die Waggons erhielten einen Stahlkäfig und wurden auffällig rot lackiert. Die Waggons erlauben auch den Transport von Autobussen. Auch wurden neue Reisezugwaggons am Anfang oder Ende des Autozuges eingegliedert, denn die Autoinsassen durften nicht mehr während der Fahrt durch den Tunnel in den eigenen PKWs sitzen bleiben, sondern müssen seit 8. Dezember 2000 in die Reisewaggons umsteigen.
Auch musste nach der Tunnelkatastrophe in Kaprun 1 Monat zuvor am 11. November 2000 eine sicherheitstechnischen Aufrüstung des Tauerntunnels und ein Tunnelrettungskonzept ausgearbeitet werden. Seit 2005 gibt es beim Bahnhof Böckstein einen Rettungszug, der mit Rettungs-, Mannschafts- und Löschmittelcontainern ausgestattet ist. Der Zug ist so ausgelegt, dass auch Feuerwehrfahrzeuge verladen werden können, wenn dieser in den Tunnel einfährt.

Böckstein - Tauerntunnel
Tauerntunnel Böckstein Tauerntunnel-Portal Nord, Böckstein Rettungszug, Bahnhof Böckstein
2-gleisig: Mit der Einfahrt in den Tauerntunnel beim Bahnhof Böckstein endet die Nordrampe der Tauernbahn.

(b) Verkehrskonzepte prägen das Ortsbild

Parkplätze versus Grünflächen

Viel "Grün" gibt es nach wie vor im gesamten Gasteinertal, aber immer weniger im Ortsgebiet. Das unverzichtbare Auto und zahlreiche Neubauten haben Wiesen, Parks und Gärten zum Verschwinden gebracht. Es werden Parkflächen im Bereich von Einkaufszentren benötigt (jeweils ca. 0,25 ha), wie bei der Südeinfahrt und Nordeinfahrt in Bad Hofgastein und weite Parkflächen rund um die Skiliftzentren, ebenso bei den Thermenanlagen, was für alle Gemeinden im Gasteinertal gleichermaßen gilt. Noch in den 70-er Jahren berichtete man stolz über derartig große Parkflächen, die im Zuge des aufsteigenden Wintertourismus errichtet wurden. So heißt es bei Sebastian Hinterseer (3a) : "Im Spätsommer 1973 wird im Kurzentrum das Hallenbad, das Solarium, das Fitness-Center, die Sauna und die Kunsteisbahn fertiggestellt. Damit verbunden stehen auch Autoparkplätze für 170 Pkw zur Verfügung." - und weiter, betreffend die Talstation bei der 1974 fertig gestellten Standseilbahn in Bad Hofgastein (3d) : "Es stehen nach endgültigem Ausbau nun 30.000 qm Parkfläche zur Aufnahme von 1500 Fahrzeugen bereit. 12.000 qm wurden davon neu aufgeschüttet und planiert. Damit verfügt die Schloßalmbahn über eine der größten Parkflächen unter allen Seilbahnen Österreichs". Nach der touristischen Erschließung des zuvor als Naturschutzgebiet gesehenes Angertal (Judau) heißt es weiter (3c) : "An ihrem Endpunkt in der sogenannten Judau soll eine Parkfläche von 27.000 qm entstehen, so daß dort nach dem Endausbau 900 Pkws und 40 Autobusse Aufnahme finden können". - Dasselbe gilt für das für den Wintertourismus in den 70-er Jahren erschlossene Nassfeld. Dabei berichtet uns S. Hinterseer was für 1973 geplant sei (3b) : "Parkplätze an der Talstation der Kreuzkogellifte am Naßfeldeingang zu errichten, die nach ihrem Endausbau rund 600 Fahrzeuge aufnehmen sollen" - und weiter heißt es, dass dieser dann 1976 vergrößert werden sollte, für eine "Aufnahmemöglichkeit von 1000 Pkws, statt bisher 600".
Heute - Mittlerweile haben sich die genannten Parkflächen weiter um ein vielfaches vergrößert und im Ortszentrum Bad Hofgastein gibt es mit Ausnahme von wenigen schmalen Grünstreifen, insbesondere bei Privathäusern keine Grünflächen mehr. Tiefgaragen sind immer noch die Ausnahme. Die Option bzw. Forderung, jedem Neubau verpflichtend den Bau einer Tiefgarage zu verordnen wird nicht angestrebt. So werden weiter Grünflächen zu Parkplätzen und Neubauten im Ortsgebiet werden weiter neue Parkplätze benötigen.

Bad Hofgastein - kann sich der vielen Parkplätze rühmen. Nahezu jede Hotelanlage hat "neue" Parkplätze geschaffen, die die Öffentlichkeit bzw. der "Einheimische" nicht benützen darf. Dazu kommen die Einkaufszentren im Norden und Süden von Bad Hofgastein, die Parkplätze der Bergbahnen bei der Schlossalmbahn (ca. 1,5 ha) und der große Parkplatz beim Thermentempel (etwa 0,5 ha). Der große und mittlerweile schon wieder fast zu kleine Parkplatz unweit der Tischlerei Sendlhofer (etwa 0,25 ha) im Süden des Marktes erweist sich mittlerweile als schon wieder zu klein. Auch der Wald hinter dem Kurhaus Tauern im Bereich des Thermalwasserbehälters (etwa 0,15 ha) wurde gerodet, um mehrere Etagen Parkfläche zu errichten.
Rund um die bestehenden Hotels im Ortszentrum sind um die Jahrhundertwende viele neue Flächen als Parkplätze ausgewiesen und errichtet worden, so beim ehem. Hammersdorfer oberhalb vom Salzburgerhof, unterhalb vom Grandparkhotel, gegenüber vom Pfarrhof, hinter der ehemaligen Bundesforste, beim Hotel Gastein in der Alexander-Moser-Allee, um nur einige Beispiele zu nennen. So ist auch die Wiese beim Schweizerhof zum Parkplatz für das Hotel Germania umgewandelt worden und auch die Wiese beim ehem. Hampl in der Weißgerbergasse. Die Grünfläche, inklusive Biotop bei der Nordeinfahrt Hofgastein wurde leider ebenfalls Parkfläche.
Neu entstandene Wohnhäuser, welche selten auch den Bau von Tiefgaragen mit einschießen, was auch für Gewerbeanlagen gilt, haben natürlich auch außerhalb des Ortes viel Grünfläche für Parkplätze gefordert, wie beim Großmarkt ADEG in Lafen (Zittrauergasse) oder nördlich der Sandwirtsiedlung bei der Einfahrt Anger. Auch das Gewerbegebiet in Harbach hat nicht nur durch die Gebäudeanlagen, sondern auch durch Parkplätze viel Grünfläche verschlungen. Erschwerend kommt hinzu, dass Anwohnern zunehmend das Parken auf den Straßen ihrer unmittelbar angrenzenden Wohnung unter Strafe verboten wird und gleichzeitig kaum öffentliche Parkplätze im gesamten Ortsgebiet vorhanden sind. Parkflächen der zahlreichen Hotels, welche während der Zwischensaison abgesperrt werden und keinen öffentlichen Zugang erlauben, sind "tote" Flächen.

Parkflächen : Ortszentrum
Parkfläche Hotel Moser, Bad Hofgastein Parkfläche Hotel Salzburgerhof, Bad Hofgastein Parkfläche Marienheim, Bad Hofgastein Parkfläche Hartlauer, Bad Hofgastein Parkfläche Hampl, Bad Hofgastein
Der steigende Gästezustrom macht den immer weiteren Ausbau von Parkflächen im Ortszentrum von Bad Hofgastein notwendig, insbesondere um den nächtigenden Gästen der unterschiedlichen Beherbergungsbetrieben für ihre Fahrzeuge einen Abstellplatz zu sichern.
Parkflächen : Ortszentrum
Parkfläche Hotel Moser, Bad Hofgastein Parkfläche Hotel Winkler, Bad Hofgastein Parkfläche Pfarrhof, Bad Hofgastein Parkfläche Röck, Bad Hofgastein Parkfläche Hohe Tauern, Bad Hofgastein
Auch kleinere private Parkflächen haben im Ortszentrum sämtliche Grünflächen verschwinden lassen, zumal auf Straße nicht mehr geparkt werden darf. Zu wenig öffentliche Parkplätze gibt es, die dann auch meist von Gästen belegt werden.
Parkflächen : Hofgastein Zentrum West
Parkfläche Kurparkhotel, Bad Hofgastein Parkfläche Hotel Post, Bad Hofgastein Parkfläche Rudis Klause, Bad Hofgastein Parkfläche Therme, Bad Hofgastein
Westlich vom Kurparkhotel befinden sich großflächige Parkplätze für mehrere Hotels. Noch um die Jahrhundertwende war es eine Grünfläche. Zwischen dem Kurparkhotel und der Alpentherme, sowie dem Vorplatz der Alpentherme und des Kurmittelhauses liegt eine Asphaltwüste.
Parkflächen : Hofgastein West
Parkfläche Tennisplatz, Bad Hofgastein Parkfläche Eisstockbahn, Bad Hofgastein Parkfläche Berglift, Bad Hofgastein Parkfläche Schlossalmbahn, Bad Hofgastein Parkfläche Schlossalmbahn, Bad Hofgastein
Insbesondere der Skitourismus in den Monaten Jänner bis März machte einen mächtigen Ausbau der Parkflächen auch bei der Schlossalmbahn notwendig. Dieser wurde Ende des Jahres 2018 noch durch ein Parkhaus ergänzt. Eine weitere Parkfläche befindet sich nahe dem ebenfalls großflächigen Busterminal beim Tennisplatz und bei der Thermenanlage.
Parkflächen : Ortszentrum Nord
Parkfläche Hotel Salzburgerhof, Bad Hofgastein Parkfläche Hotel Astoria, Bad Hofgastein Parkfläche Schulstraße, Bad Hofgastein Parkfläche Emig, Bad Hofgastein
Steigende Nächtigungen zwingen immer mehr zum Ausbau von weiteren Parkflächen im Ortszentrum, da die Anreise heute fast ausschließlich mit dem eigenen PKW erfolgt.
Parkflächen : Hofgastein Nord
Parkfläche Einkaufszentrum Nord, Bad Hofgastein Parkfläche Einkaufszentrum Nord, Bad Hofgastein Parkfläche PVA, Bad Hofgastein Hotel Tirol, Bad Hofgastein
Im Norden von Bad Hofgastein befinden sich große Einkaufszentren mitentsprechend weitläufigen Parkflächen. Zuvor gab es hier landwirtschaftlich genutzte Wiesen.
Parkflächen : Hofgastein Ortszentrum Süd
Parkfläche Hotel Germania, Bad Hofgastein Parkfläche Hotel Palace, Bad Hofgastein Parkfläche Süd, Bad Hofgastein
Im südlichen Ortsteil von Bad Hofgastein finden sich zahlreiche, großflächige Parkflächen, die überwiegend von Beherbergungsbetrieben genutzt werden und für die Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen.
Parkflächen : Hofgastein Süd
Parkfläche Einkaufszentrum Süd, Bad Hofgastein Parkfläche M-Preis, Bad Hofgastein Parkfläche Süd, Billa Hofgastein
Im Süden von Bad Hofgastein befinden sich große Einkaufszentren mit großen Parkflächen. Zuvor waren es Wirtschaftswiesen.

Bad Gastein - hat aufgrund des Geländes nicht viel Platz für zusätzliche Parkplätze. Das Parkhaus hinter dem sanierungsbedürftigen Hotel Austria sollte die Parkplatznot etwas abfedern. Auch der Parkplatz bei der Stubnerkogelbahn (ca. 0,75 ha) ist zwar großflächig angelegt aber in der Schisaison zu klein (ein geplantes Parkhaus soll in Zukunft Abhilfe schaffen). Abstellplätze am Straßenrand, insbesondere beim Bahnhof oder im Ortszentrum decken den Bedarf in der Hochsaison nicht und führen ständig zu Verkehrsstau.
Trotz der zunehmenden Parkplatzerweiterungen entstehen aber zumindest in der Gemeinde Bad Gastein auch hin und wieder Grünflächen. So konnte durch den Abriss der Grabenbäckerquelle wieder Natur zurückgewonnen werden. Die Fläche nach dem Abriss der Hotelanlage Gasteinerhof allerdings wurde Parkplatz.

Parkflächen : Bad Gastein
Parkfläche Talstation-Stubnerkogelbahn, Bad Gastein Parkfläche Talstation-Stubnerkogelbahn, Bad Gastein Parkfläche Stubnerkogelbahn 2019, Bad Gastein Parkfläche Bahnhof, Bad Gastein Parkfläche Bahnhof, Bad Gastein
Bad Gastein versucht durch Parkhäuser ausreichend Parkplätze zu schaffen. Eines davon befindet sich im Ortszentrum nahe dem Wasserfall, ein weiteres soll bei der Stubnerkogelbahn entstehen. Die meisten Parkflächen befinden sich im Bahnhofsbereich, welche überwiegend als öffentliche Parkplätze, insbesondere für Busse ausgewiesen sind.
Parkflächen : Bad Gastein
Parkfläche Grüner Baum, Bad Gastein Parkfläche, Ökonomiegebäude Bad Gastein Parkfläche, Klinikum Bad Gastein
Auch das Klinikum Bad Gastein benötigt entsprechend viele Parkplätze. Immer wieder werden neue Parkflächen für Beherbergungsbetriebe geschaffen oder dafür ausgewiesen, welche dann auch nur von diesen benützt werden dürfen.
Parkflächen : Badbruck
Parkfläche Friedhof, Badbruck Parkfläche Hotelanlage, Badbruck Parkfläche Firmengelände, Badbruck
In Badbruck scheinen ebenfalls große Parkflächen unausweichlich, wie beim Friedhof oder als Gewerbeflächen bei der Abfüllanlage Gasteiner Wasser. Als einzig gesicherte Wiesenfläche zeigt sich der Golfplatz, welcher bis über Remsach nach Norden hinausreicht.
Parkflächen : Böckstein
Parkfläche Hotel Radar, Böckstein Parkfläche Hotel Haas, Böckstein Parkfläche, Nassfeld-Sportgastein
Auch in Böckstein sind nicht unwesentlich große Grünflächen als Parkplatz umgewidmet worden.

Dorfgastein - ist nicht minder von der Umwandlung einiger Grünflächen in Parkplätze betroffen. Insbesondere bei der Bergbahnstation, wo bereits beim Bau der Fulseckbahn geschätzt 0,5 ha Parkfläche angelegt wurden, mussten noch einmal mehr als 1 Hektar Wirtschaftswiese hinter dem Wengergut als Parkfläche genutzt werden.

Parkflächen : Dorfgastein
Parkplatz Bergbahn, Dorfgastein Parkplatz Bergbahn, Dorfgastein Parkplatz Bergbahn, Dorfgastein Parkplatz Bergbahn, Dorfgastein
Die Fulseckbahn in Dorfgastein befördert in der Wintersaison unzählige Gäste ins Skigebiet Dorfgastein-Großarl. Dazu mussten bestehende Parkflächen erweitert und vorhandene Grünflächen umgewidmet werden.
Parkflächen : Dorfgastein
Parkplatz Hotel, Dorfgastein Parkplatz Bergparadies, Dorfgastein Parkplatz Supermarkt Spar, Dorfgastein
Im Ortszentrum wie in der Peripherie von Dorfgastein gibt es wenige, aber flächenmäßig ausgedehnte Parkflächen für Beherbergungsbetriebe, Gasthäuser und neu errichtete Appartements, wo zuvor Wirtschaftswiesen waren.

Fußgängerzone . "Einbahn"-Straßen

In - Bad Hofgastein - gibt es seit 1972 im Bereich Kaiser Franz-Platz und Kirchenplatz mit dem oberen Abschnitt der Kurgartenstraße eine Fußgängerzone, welche damals in der Zeit vom 3. Juli bis 30. September galt. 1974 wurde dann die ganzjährige Fußgängerzone eingeführt, ebenso das Nachtfahrverbot im Ort ab 22 Uhr. Als Entlastungsstraßen galten die neu errichtete Goldbergstraße im Norden und der Ausbau der Alexander-Moser-Allee im Süden. Die Fußgängerzone wurde im Jahr 2013 um den Kurpromenadenabschnitt "Postgasse - Alexander-Moser-Allee" per Gemeindebeschluss erweitert.
Als Durchfahrtsstraße gilt nach wie vor die Gerichtsstraße mit dem Nadelöhr Gasteiner Höhenweg. Vorübergehend gab es in den 90-er Jahren eine Einbahnregelung in diesen Bereich, welche aber wieder aufgegeben wurde.
In Bad Hofgastein gilt seit 2015 (?) im gesamten Ortsgebiet die Rechtsregel, nachdem sämtliche Vorrang- und Stopp-Tafeln entfernt wurden. Einbahnregelungen sind nicht vorgesehen, obwohl diese vermutlich den Verkehrsfluss wesentlich vereinfachen würden. Im Ortsgebiet gilt seither auch generell Tempo 30 km/h.
Bad Hofgastein hat sich zudem an den Ausfahrten Nord, Mitte und Süd für die Errichtung eines Kreisverkehrs entschieden, um so den Verkehr am "Fließen" zu halten. Das Verkehrskonzept "Kreisverkehr" bei der Ortseinfahrt-Nord und der Ortseinfahrt-Süd hat sich als akzeptable Lösung bewährt. Lediglich Fußgängerübergänge sind nicht ausgewiesen. Die neue Ortseinfahrt Hofgastein-Mitte mit Fertigstellung 2018 lässt das Konzept als eine etwas groteske Variante erscheinen. Im unmittelbaren "Umkreis" des angelegten Rondells wurden in kurzen Abständen weitere Zufahrten geschaffen, inklusive die des Busterminals. Auch Fußgänger können hier nicht ohne Sicherheitsrisiko die Straße überqueren. Zwei neu errichtete Unterführungen werden kaum genutzt, da sie nicht dem natürlichen Verlauf der Fußgängerrouten entsprechen.

Fußgängerzone : Bad Hofgastein
Vorplatz Alpentherme, Hofgastein Kurmittelhaus, Hofgastein Kurpromenade, Hofgastein Kurpromenade, Hofgastein
Der Hamplplatz im Ortszentrummit der Kurpromenade bis zum ehem. Hotel Germania gilt als Fußgängerzone, mit Unterbrechung beim (ehem.) Postamtsgebäude.
Fußgängerzone : Bad Hofgastein
Fußgängerzone Pyrkerstraße, Hofgastein Fußgängerzone Kirchenplatz, Hofgastein Fußgängerzone Kaufhaus Rainer, Hofgastein Fußgängerzone Kaiser Franz Platz, Hofgastein Fußgängerzone Kaiser Franz Platz, Hofgastein Fußgängerzone Kurgartenstraße, Hofgastein
Der Kaiser Franz-Platz und der Kirchenplatz bilden, mit dem oberen Abschnitt der Kurgartenstraße die Fußgängerzone im Ortszentrum. Sie endet in der Pyrkerstraße bei der Apotheke.
Engstellen : Ortszentrum
Einbahn Höhenweg, Bad Hofgastein Höhenweg, Bad Hofgastein Gerichtsstraße, Bad Hofgastein Pyrkerstraße, Bad Hofgastein
Zwischenzeitlich gab es in den 90-er Jahren eine Einbahnregelung (Schulstraße-Höhenweg-Gerichtsstraße), die aber (einige Jahre später) wieder aufgegeben wurde. Nun herrscht stetes Gedränge in der einzigen Durchzugsstraße Hofgasteins.
Ortszufahrt Hofgastein West
Kreisverkehr, Ortseinfahrt Hofgastein-Mitte Kreisverkehr, Ortseinfahrt Hofgastein-Mitte Busterminal Hofgastein
Die neue Ortseinfahrt Hofgastein-Mitte mit Fertigstellung 2018 weist 5 Einfahrten in den Kreisverkehr und 5 Zufahrten kurz vor dem Kreisverkehr auf. Die Fußgängerunterführung vom Busterminal endet ebenfalls beim Kreisverkehr.
Gehwege : Straßenzüge
Gehwege Hofgastein-West Brücke Weitmoserschloss Hofgastein Gehweg, Bundesstraße Hofgastein
Der Gehweg beim Kreisverkehr führt direkt über die Hauptstraße. Der Spazierweg zum Weitmoserschlössl wird von einer Straße begleitet und muss am Weg zum Weitmoserschlössl mehrmals gequert werden.
Tempo 30 im gesamten Ortsgebiet
Rechtsregel, Tempo 30, Bad Hofgastein Rechtsregel, Tempo 30, Bad Hofgastein Rechtsregel, Tempo 30, Bad Hofgastein
Tempo 30 gilt für das gesamte Ortsgebiet in Bad Hofgastein. Sämtliche Vorrangtafeln wurden entfernt und Einbahnregelungen abgeschafft.

Die - Gemeinde Dorfgastein - und die Gemeinde Bad Gastein hielten sich bisher von den oben genannten Kreisverkehrskonzepten fern und regeln die Zufahrtsstraßen im Ortsgebiet mit Vorrangtafeln. Beide Gemeinden entschieden sich auch aufgrund der engen Straßenverhältnisse im Ortszentrum für Einbahnregelungen. Die Fußgängerübergänge bei der Ortseinfahrt Dorfgastein - Mühlbachstraße und bei der Kreuzungsstelle Bahnhofstraße-Bergbahnstraße sind durch Zebrastreifen gesichert aber dennoch nicht ungefährlich. Als Einbahnstraßen gelten die Dorfstraße, die Ringstraße und ein Teilstück der Schulstraße.

Einbahn : Dorfgastein
Dorfstraße, Dorfgastein Dorfstraße, Dorfgastein
Mehrere Engstellen im Ortsgebiet von Dorfgastein sind durch Einbahnregelungen entschärft.

Im Ortszentrum von - Bad Gastein - ist nach dem Kauf der Häuser am Straubingerplatz ein neues Verkehrskonzept geplant, nachdem die Hirmer-Gruppe die Häuser erworben hat und gemeinsam mit der Travel-Charme 130 Betten in der Vier-Sterne-Superior- und Fünf-Sterne-Kategorie schaffen will (3e). Als Einbahnstraßen gelten derzeit die Karl-Heinrich-Waggerl-Straße und die kurzen Straßenabschnitte um die Preims-Kirche. Für Parkflächen ist im Ortszentrum wenig Platz.

Einbahn : Bad Gastein
Karl-Heinrich-Waggerl-Straße, Bad Gastein Bismarck-Straße, Bad Gastein
Die Engstellen bei der Preimskirche ist durch die Einbahnregelung entschärft. Die Karl-Heinrich-Waggerl-Straße ist nur aufgrund einer Einbahnregelung vernünftig befahrbar.

(c) - Güterwege und Forststraßen

Forststraße bzw. Güterwege nennen sich die mittlerweile manchmal über 4 m (?) breiten Straßen ins Almgebiet bis auf höchste Gipfel. Abgesehen von der stark befahrenen und gut ausgebauten Alpenstraße nach Sportgastein, welche letztlich wegen des weitgehend ausgebauten Skigebietes errichtet wurde, sind es durchwegs Straßen, die zwecks Bewirtschaftung vieler Almen oder zur Holznutzung gebaut wurden. Zu fast allen bewirtschafteten Almhütten gibt es mittlerweile eine mit dem PKW gut zu befahrende Straße. Notwendige Bauarbeiten in Skigebieten zwecks Schaffung neuer Liftanlagen, Pisten, Beschneiungsanlagen etc. zwingen ebenfalls zum Neubau breiter Güterwege. Zudem kommt noch der zunehmende Ausbau von Freizeitanlagen auf den Bergen mit der Schaffung von Aussichtsplattformen, Kinderspielplätzen, Funparks und anderen Erlebniseinrichtungen, bevorzugt im Nahbereich von Liftanlagen. Dadurch werden ursprüngliche Wegenetze verändert, verschwinden ganz oder werden als "neue, bequeme" Wanderwege gepriesen. So lesen wir im 2-bändigen Werk des Alpenvereins, 2016 im Kapitel "Neue Infrastruktur überprägen das alpine Wandernetz" (4a) : "Bis zum ersten Weltkrieg waren die alpinen Vereine zumindest oberhalb der Almregion die einzigen Erschließer im Gebirge. Erst ab den 1920er-Jahren tauchten im Hochgebirge mit Seilbahnprojekten, Speicherkraftwerken und Straßenbauten andere Interessen auf ... - Ab den 1990er-Jahren intensivierten sich diese Einflüsse auf das Wegenetz durch die verstärkte Nutzung von Bergbahnen für den Sommertourismus, ebenso durch neue skitechnische Erschließungen seit der Jahrtausendwende." Dabei gehen oft Almflächen verloren und Almhütten müssen weichen. Zu den neuen Freizeiteinrichtungen am Berg berichtet uns das 2-bändige Werk des Alpenvereins, 2016 im Kapitel "Liftgestütztes Wanderglück" (4b) : "Auch die Erschließung mit Bergbahnen überprägt in vielen Gebieten das vorhandene Wegenetz. Der Bau von Liften, Pisten, Zufahrtsstraßen, Beschneiungsanlagen und Speicherseen verändert mit dem Landschaftsbild auch den Charakter der im Gebiet vorhandenen Wanderwege - ... - Um die Bergbahnen gewinnbringend zu führen, versuchen darüber hinaus immer mehr Betriebe auch im Sommer ein attraktives 'Bergerlebnis' zu schaffen - die Folge ist ein Bauboom an Themenwegen, Aussichtsplattformen, Funparks und anderen Erlebnisangeboten."

Straßenbau ins Almgebiet

Die zunehmende Bewirtschaftung der Almen und die forstwirtschaftliche Nutzung der Wälder führte wie bereits ausgeführt zu einem verstärkten Ausbau von Straßen, was ein weitreichendes Güterwegenetz hervorbrachte. Die Errichtung derartiger Straßennetze zu den bewirtschafteten Almhütten machte den Waren- und Personentransport von und zur Hütte einfach und bietet dem Wanderer zudem einen "komfortablen" Wanderweg ins Gebirge und zur Almhütte. Das mittlerweile so entstandene "Straßennetz am Berg" wird allerdings auch von Mountainbikern genutzt, insbesondere aufgrund der zunehmenden E-bike-Besitzer, was wiederum nicht so gerne im Gasteinertal gesehen wird.
Dieses scheinbar "komfortable" Wegenetz führt aber auch verstärkt zu Familienwanderungen mit Kleinkindern und Kinderwägen. In Dorfgastein wird bereits auf Schautafeln auf besonders dafür geeignete Wege hingewiesen. Das 2-bändige Werk des Alpenvereins, 2016 im Kapitel "Erschließung des Gebirges mit Güterstraßen berichtet uns dazu" (4c) : "Wanderungen zu vielen Schutzhütten und Almen verlaufen mittlerweile über Schotterstraßen. Interessanterweise erscheint es vielen Fußgängerinnen und Fußgängern als normal und selbstverständlich, bei einer Wanderung im Gebirge auf Straßen zu gehen, die eigentlich für Kraftfahrzeuge gebaut wurden. Dieser 'Normalzustand' ist aber erst wenige Jahre alt."
- Heute - blicken wir auf ein ausgedehntes Straßennetz im Gebirge. Derartige "Almstraßen" zu jeder bewirtschafteten Almhütte sind mittlerweile flächendeckend vorhanden und werden teilweise noch weiter ausgebaut. Windwurf in Wirtschaftswäldern erfordern weiter zusätzliche Straßen ins Gebirge. Sie bleiben als Forststraßen bestehen und immer mehr werden derartige "Straßen" heute als Wanderwege ausgewiesen und als besonders attraktiv für Familien beschrieben. Bereits vorhandene "Straßen" werden weiter ausgebaut, insbesondere wenn neue Bauvorhaben anstehen. Für den Naturwanderer und Bewunderer der Bergwelt kommen diese Routen aber wohl nicht in Frage.

Wanderwege im Straßennetz

In - Dorfgastein - führen Straßen auf die Präaualm, Wölflalm, Heinreichalm, Amoseralm, Peterbaueralm und nördlich davon auf die Lehenalm. Eine Straße führt auch direkt auf die Drei Waller bzw. auf die Kögerlalm. Auf der Ostseite von Dorfgastein gehen Straßen auf die Wengeralm, auf das Fulseck, zur Grabneralm und zur Heumoosalm. Vom Hauserbauer geht's auf die Paulbauern- und Lenzbauernalm, sowie auf die Hauserbauernalm, ebenso wie auf die Steineralm bis hinauf zum Hörndl. Auch von Maierhofen geht eine Straße bis zur Steineralm. In Klammstein führt dann noch eine private und kaum benutzte Straße auf die Raineralm. Auch wenn noch Wanderwege ohne Straßencharakter existieren, ist man doch nie weit davon entfernt. Auch von Luggau führen Güterwege auf die Compbergalm und Walchalm. Das - Bergwandern - auf breiten Straßen ist offensichtlich notgedrungen Teil der Tourismusstrategie.
- Zum Thema siehe auch :
- Kapitel 4.1. : Sommertourismus - Bergwandern . . .

Wanderwege auf Straßen - östlich von Dorfgastein
Tafel Almstraßen, Dorfgastein Almstraße Heumoosalm, Dorfgastein Almstraße Brandlalm, Dorfgastein Almstraße Wengeralm, Dorfgastein
Die "komfortable" Wanderung auf Güterwegen und Forststraßen ist mittlerweile Alltag und wird "bedenkenlos" angenommen. Das Wandergebiet Wengeralm-Fulseck in Dorfgastein wird mittlerweile von zahlreichen Straßen durchzogen.
Almstraße Fulseck, Dorfgastein Almstraße Wengeralm, Dorfgastein Almstraße Wengeralm, Dorfgastein
Besonders an heißen Tagen kommt es bei größerem Verkehrsaufkommen im Wandergebiet Wengeralm-Fulseck zu beträchtlichen Lärm- und Staubentwicklungen.

In - Bad Hofgastein - sind es die Straßen auf die Rastötzenalm, zum Planitzengut oder über Gadaunern auf die Wurzeralm im Osten und die Straße auf die Brandner Hochalm, die Biberalm, die Schmaranzalm und die Walchalm über Breitenberg im Westen. Im Angertal sind es dann noch die Straßen auf die Gadaunerer Hochalmen, die Rockfeldalm und hinüber ins Schlossalmgebiet bis zur Bergstation der Schlossalmbahn, sowie gegenüberliegend auf die Schattbachalm, Kressebenalm und Stubneralm. Im Gebiet Harbach führt eine Straße bis auf die Schockalm und auf die Krämeralm.

Wanderwege auf Straßen - westlich von Bad Hofgastein
Haitzingalm, Bad Hofgastein Fundneralm, Bad Hofgastein Haitzingalm, Bad Hofgastein Schlossalm, Bad Hofgastein Rockfeldalm, Bad Hofgastein
Eine komfortable Wanderung auf Güterwegen und -straßen ist auch im Schlossalmgebiet etabliert. Der sog. "Schlossalmrundweg" beschreibt zahlreiche Wandermöglichkeiten - häufig leider entlang von breiten Straßen.
Wandern im Schlossalmgebiet
Schlossalm, Bad Hofgastein Schlossalm, Bad Hofgastein Schlossalm, Bad Hofgastein
Seilbahnen ermöglichen den Gästen, auch hochgelegene Almen bzw. deren bewirtschaftete Almen und Gasthäuser zu besuchen. Breite Straßen weisen den Weg und ermöglichen gefahrloses Wandern im Gebirge - so wie hier im Schlossalmgebiet.

In - Bad Gastein - führen Straßen auf die Bellevuealm und weiter bis auf den Stubnerkogel. Weiter auf den Patschgstuhl, in die Radeckalm (Anlauftal) und in die Prossau (Kötschachtal). Von Böckstein bzw. ab dem Heilstollen gibt es eine Straße bis hinauf zur Hieronymushöhe und in Sportgastein (Nassfeldalm) selbst eine Straße bis zum Talschluss und bis hinauf zur Bergstation der Goldbergbahn und weiter über die Sonnenalm (Schideck) hinaus.

Wanderwege auf Straßen in Bad Gastein
Stubnerkogel, Bad Gastein Stubnerkogel, Bad Gastein
Zahlreiche Straßen gibt es in de Stubnerkogelregion: zur Schattbachalm, zur Kressebenalm, zur Stubneralm, zur Zitterauer Alm und bis zum Gipfel.

Radfahren verboten !

Die Fahrrad-Mobilität boomt nun neuerlich in den letzten Jahren, insbesondere wegen der neuen Technologie. Es ist das "E-Bike" was die Menschen wieder auf das Fahrrad bringt. Die elektrische Unterstützung ermöglicht es nun auch Menschen der älteren Generation, das Fahrrad für eine Bergfahrt zu benutzen, denn - "Bergauf geht's damit besonders leicht". Forststraßen und Güterwege wollen nun massenhaft benützt werden. Waren es bisher nur konditionsstarke Mountainbiker, die den Berg hinauf schufteten, so können es jetzt "alle". Das ruft Weg- und Forstbesitzer auf den Plan und wir erleben mit der wundersamen Vermehrung der E-Biker nun auch dasselbe mit den entsprechenden Verbotstafeln.

Mountainbiking auf Güterwegen und Forststraßen
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Mountainbiking ist im Gasteinertal auch noch 2019 eine unerwünschte Sportart. Seit 2017 bekommt man immer mehr neue Radfahr-Verbotstafeln am Beginn von Forststraßen und Güterwege zu sehen.

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Weiterführende und verwandte Themen :
Gastein im Bild
• Doku - Projekt Tauernbahn - 19. Jh.
• Doku - Tauernbahn im Wandel - 20. Jh.
• Doku - Tauerntunnel - Böckstein
• Doku - Frühe Straßen -
• Verkehrswege - Tauernbahn - Gegenwart
• Verkehrswege - Straßen der Gegenwart -

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Literatur : Die Informationen der oben angeführten Themenbereiche sind teilweise dem Buch "100 Jahre Tauernbahn" von Christoph Posch, sowie Büchern aus dem 19. Jahrhundert, wie z. B. von Muchar und Eble, 1834 entnommen.

Quellenangaben
1a - "GASTUNIA" von Joseph Mitterdorfer, 1820 - S. 30
1b,c,d - Die Bäder zu GASTEIN von Burkart Eble, 1834 - S. 30, 35 ,219
2a,b,c - 100 Jahre Tauernbahn von Christoph Posch, ÖBB, S. 89, 107-108, 155
3a,b,c,d - Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 - S. 685, 718, 736 - 739
3e - Pongauer Nachrichten am 22.11.2018
4a,b,c - Hoch hinaus! Wege und Hütten in den Alpen - Herausgeber: DAV, ÖAV und Alpenverein Südtirol, Verlag Böhlau, Band I, 2016 - S. 273, 277, 279

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