Stichwortverzeichnis Home Index Zeitenwende, Gasteinertal
ZT - Gasteinertal/Zeitenwende: Tourismus - Sommertourismus (4.1.) *
Zeitenwende, Gasteinertal Inhaltsverzeichnis . . .
Pfeil anklicken ⟩
Inhalt

Zeitenwende . Gasteinertal

Gastein im 21. Jahrhundert

Sommertourismus

Der - Sommergast - war einst der "Kurgast" schlechthin - er kam nicht als Wanderurlauber, Mountainbiker oder Wellness-Aspirant. Skifahren vor 1900 gab es nicht. Erholung oder Heilung stand im Vordergrund. Dazu standen zahlreiche Kureinrichtungen, insbesondere Thermalbäder, Dampfbäder u. a. mit unterschiedlichsten Behandlungsmethoden zur Verfügung. Der "Spaziergang" galt dabei als ausgleichender Erholungsfaktor.
So beschreibt Fritz Gruber den Alltag als Kurgast mit folgenden Worten (1a): "Ansonsten rieten die Kurärzte, jegliche aufregende Unterhaltung unbedingt zu vermeiden. Erlaubt war eigentlich nur das mäßig schnelle Spazierengehen mit einer unverfänglichen Konversation, allenfalls durfte man ein wenig zeichnen und malen oder Blumen pflücken. Was das Essen betrifft, so hielt man ärztlicherseits - eine Schüssel weniger für mehr zusagend als nur eine einzige zu viel, vom verpönten Übermaß des Weintrinkens ganz zu schweigen."
Alpinisten, also Bergsteiger mit langen Bergwanderungen, waren die Ausnahme. Erzherzog Johann gilt im Gasteinertal als Pionier und Vorbild bei der Erschließung der Gasteiner Bergwelt. So ist im Buch von S. Hinterseer nachzulesen (1b) : "Für die Erschließung der Gasteiner Bergwelt für Touristen hatte schon vor rund 125 Jahren Erzherzog Johann den ersten Schritt getan. Er bestieg, wie Zimburg schreibt, u. a. auch den Rauriser Goldberg und den Ankogel. Er erkannte auch, daß der Gasteiner Hausberg, der Gamskarkogel, einer der schönsten Aussichtspunkte der Westalpen, für die Kurgäste erschlossen werden müsse. Dazu ließ er auf eigene Kosten von Hofgastein aus einen Weg über die Rastötzenalm dorthin anlegen und auf dem Gipfel eine Hütte errichten, welche er im Beisein von 70 Personen im Jahre 1829 feierlich der Öffentlichkeit übergab."
In der Zwischenkriegszeit waren es dann auch immer wieder Erholungssuchende, welche mit Spaziergängen und leichten Wanderungen in den Bergen ihr Wohlergehen pflegten. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts trat dann der sportliche Faktor in den Vordergrund. Waren es im Winter bereits in den Nachkriegsjahren die Schifahrer, welche den Tourismus belebten, waren es im Sommer die Wanderurlauber, oft ganze Familien. Insbesondere in der Nachkriegszeit wurde zahlreiche Wanderwege genutzt. Der Höhenweg, der östlich des Gasteiner Tales zwischen Hofgastein und Bad Gastein angelegt wurde und seither viel begangen ist, bestand schon 1938. Dabei war es überwiegend der "deutsche" Urlauber, welcher im Gasteinertal dieses Angebot nutzte. Sie beherrschten als Sommergäste das Gasteinertal bis gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts.

(a) Der Kurgast im 20. Jh.

In den 30-er Jahren galt die Sommerkurzeit vom 1. Mai bis 30. September; als "Hochsaison" rechneten die meisten Hotels die Zeit von Mitte Juni bis gegen Ende August. Ein Kurkasino mit großem Konzertsaal, Musik- und Billardzimmern stand zur Verfügung. Die Kurmusik spielte von Ende Mai bis Anfang September. Zahlreiche Kureinrichtungen wie Thermalbäder, Natur-Dunstbad Trinkräume mit natürlichem Thermalwasser etc. konnten besucht werden. Das Badepublikum war international, die Preise hoch. (Quelle: Griebens, 1927). Die Gäste waren überwiegend aus der Bundesrepublik Deutschland. Noch im 19. Jh. meinte man gar, die Kurgäste sollten nicht zu viel Zerstreuung im Spiel (Schach, Karten, Billard) finden, um den Kurerfolg nicht zu gefährden. Auch die Ärzte waren sich darüber einig, dass ein Zuviel an Zerstreuung der Kur nachträglich sei (Quelle: Hinterseer).
Erst um die Jahrtausendwende oder vielleicht schon bald nach dem Mauerfall 1989 kam es zum Wandel. Deutsche Gäste blieben zunehmend aus und immer mehr Touristen aus den Ostblockstaaten besuchten das Gasteinertal. Zuletzt waren es gar die arabischen Länder, welche insbesondere in den Sommermonaten das Bild in den Ortschaften Gasteins beherrschte. Der "deutsche Gast" blieb zunehmend aus.
Heute . . . sind vergleichsweise wenige Gäste aus der Bundesrepublik Deutschland im Gasteinertal. Als klassische Wanderurlauber gelten heute eher die Gäste aus den Ostblockstaaten und aus Skandinavien, aber auch aus Italien, Niederlande und Belgien. Zunehmend in den Sommermonaten Juli und August beherrschen die Gäste aus den arabischen Staaten das Ortsbild. Ihnen ist weniger am Bergwandern gelegen, obgleich sie gerne den Berglift benützen.

Events und Ruhezeit

Der Sommergast genoss noch im 20. Jahrhundert neben der Schönheit der Berge und der blühenden Wiesen und Getreidefelder im Tal besonders die Ruhe in Gastein. Noch bis in die 80-er Jahre waren von den Gemeinden streng geforderte Ruhezeiten einzuhalten, was nicht nur die Nachtstunden ab 22 Uhr meinte, sondern vor allem die Mittagszeit von 13 - 15 Uhr. In dieser Zeit war es Kindern verboten mit dem Ball zu spielen oder sonstige lärmende Tätigkeiten zu vollführen und selbst ein Schrei konnte schon den Missmut mancher Gäste unter Kopfschütteln auslösen. Bautätigkeit während der Ruhezeiten war in der Hochsaison strengstens untersagt und auch in der Nebensaison waren die Ruhezeiten einzuhalten. Absolute Lärmfreiheit war den ganzen Sommer erwünscht und nur das Freischwimmbad bot auch in den Mittagspausen noch einigermaßen "kindliche" Freiheit. Beschwerden von Kurgästen bezüglich Ruhezeiten wurden stets sehr ernst genommen und die damals noch wachsamen Ortspolizisten nahmen diese "Verordnung" wohl auch sehr ernst. Laute Mopeds wurden zum Stillstand gebracht, mit dem Ball spielende Kinder von den Plätzen verwiesen und alles Sonstige wurde zum Stillhalten aufgefordert.
Heute . . . gibt es keine Ruhezeiten mehr. Es wird gebaut und gelärmt, wann immer es erforderlich scheint. Selbst am Wochenende sind bis zur Dunkelheit lärmende Maschinen zu hören und muss Staubentwicklung und Lastwagenverkehr erduldet werden. Spielende oder gar lärmende Kinder gibt es im Ort ohnehin schon lange nicht mehr.
Events mit organisierten Erlebnisparks sollen den Freizeittouristen heute nach Gastein locken, mit Aussichtsplattformen und breiten Fahrbahnen im Gipfelbereich. Insbesondere das Bergwandern, organisiert mit Führer versteht sich und garantierter Hüttengaudi zum Abschluss sind scheinbar gefragt. Die Möglichkeit heute, viele Berggipfel mit dem Lift erreichen zu können veranlasste Tourismusmanager, auf den Bergen breite Wege bereit zu stellen, um den Gast bequem zu einer nahe gelegenen "Events" oder Gaststätten zu bringen. So gibt es in den Bergen Gasteins zahlreiche Kletterwände und mittlerweile auch Spielplätze und Startplattformen für Paragleiter. Der klassische Kurgast aus dem 20. Jahrhundert ist verschwunden. Der auf sich gestellte Wanderer und Ruhe suchender Gast bleibt die Ausnahme.

(b) Almhütten mit Gästezimmer

Am eigenen Bauernhof Zimmer zu vermieten war noch vor dem 2. Weltkrieg die Ausnahme, auch wenn bereits das Bauernwirtshaus Brandstatt als Herberge im 14. Jh. erwähnt ist aber nicht dem Erholungssuchenden, sondern dem Reisenden ein Dach über den Kopf bot. Berühmt dabei ist die sog. Prälatur, der heutige Elisabethhof in Bad Gastein, welches einst ein kleines Bauernhaus war und dem Prälaten im Jahre 1818 als Quartier diente, da kein Hotelzimmer mehr frei war. So schreibt Zimburg (3a): "Die Unterkunftsverhältnisse für verwöhnte Kurgäste waren in Gastein nicht günstig. Die Straubingerhütte war ein 300jähriges Holzhaus, das in allen Fugen krachte." - Nur weniger Häuser in Bad Gastein, wie das Straubinger, der Grabenbäckerwirt, das Ober- und Unterkrämerhaus, Binderhaus und wenige andere konnten Zimmer bzw. Betten vermieten. Nicht anders war es im Markt Hofgastein. Notfalls wurde die damaligen "Badegäste" auch in den verschiedensten Bauerngehöften notdürftig Unterkunft, aber ein - Urlaub am Bauernhof - war dies wohl nicht.
Muchar, 1834 berichtet uns (3b): "Was die Unterkunft der Badgäste in Hofgastein anbetrifft, so stehen dermahlen schon im Gasthofe und im Bräuhause des Herrn Mosers, im Hause des Herrn Erzbischofs von Pyrkher, in den Häusern des Lackenwirths, des Metzgers Schernthaner, des Apothekers Pelikan, des Landarztes Auer und des Platzbäckers - gegen 90 Zimmer zu Gebothe, welche so hergestellt sind, daß sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen und in einem so hoch gelegenen Alpenthale, selbst für Familien höherer Stände tauglich eingerichtet sind."
Übernachtungen auf Almhütten waren in früher Zeit weder komfortabel noch gefragt. Musste man dennoch die Nacht auf einer Almhütte verbringen, so war es erzwungen aufgrund eines unerwarteten Schlechtwettereinbruchs oder sonstiger Ereignisse. So musste auch Kaiserin Elisabeth, nach einer Bergwanderung auf den Gamskarkogel aufgrund eines Schlechtwettereinbruchs beim Abstieg mit ihrem Gefolge auf der Ledereralmhütte (Rastötzenalm) übernachten.
Almhütten waren noch vor der Zeit der Erschließung der Berge durch Skilifte und Pistenpräparierung in ihrer Ursprünglichkeit erhalten und dienten dem "Tourengeher" als Raststätte, Unterschlupf oder Übernachtungsmöglichkeit. In der Zwischenkriegszeit waren derartige Bergwanderungen im Winter mit Skiern noch die Ausnahme. Erst in den 50-er und 60-er Jahren wurden Lifte gebaut und der Skitourismus begann sich zu etablieren. Wer eine Almhütte besaß, konnte diese durch das Bereitstellen von Liegestühlen und servieren von Getränken verwenden. Der Ansturm war wohl ungebremst steigend, was dazu führte, dass derartige "alte" Hütten ausgebaut wurden, um sie auch komfortabler und wohl auch "moderner" zu gestalten. Nun - die Auswirkungen bzw. Folgen sind bekannt. Almhütten wurden zu Ski-Hütten und weiter zu Ski-Restaurants oder gar zur Vermietung ausgebaut. Nicht selten sind heute viele als Selbstbedienungsrestaurants konzipiert.
Heute . . . sind die Almhütten auch im Gasteinertal modernisiert und mit Ferienwohnungen ausgestattet - mit Fließwasser, modernen sanitären Einrichtungen, Fußbodenheizung -inklusive Fernsehen und Internet.
Seit der Jahrtausendwende ist dieser Trend ungebremst. Die mittlerweile zu Großrestaurants ausgebauten ehem. Almhütten erhalten nicht selten jährlich neuerliche Erweiterungsbauten, um auch oder noch mehr Ferienwohnungen anbieten zu können - oder aber, man baut an benachbarter Stelle gleich ein weiteres Haus.
- Zum Thema siehe auch:
- Kapitel 4.2. : Winter-Tourismus - Ski-Hütten . . .
- Kapitel 2.1. : Kulturlandschaft - Grünflächen werden Bauland . . .

Urlaub auf Almhütten
Maurachalm, Gasteinertal Koegerlalm, Gasteinertal Wengeralm, Dorfgastein
Waren die Almhütten noch im 20. Jh. alles andere als komfortabel, so sind es heute "moderne" Appartements. Almhütten werden erst zu Ski-Hütten, dann zu Ski-Restaurants - und Appartements. Das betrifft alle Gemeinden im Gasteinertal gleichermaßen

(c) Bergwandern

Für die Erschließung der Gasteiner Bergwelt für Touristen hatte Erzherzog Johann den ersten Schritt getan; er war selbst begeisterter Bergsteiger. Er war es auch, der auf dem Gasteiner Hausberg, dem Gamskarkogel eine Hütte errichten ließ und diese im Jahr 1829 der Öffentlichkeit übergab.
Wanderungen und Berghochtouren waren schon im 19. Jh. sehr beliebt. So schreibt Eble, 1834 (4a): "Eine ganz besondere Aufmerksamkeit verdienen zu Gastein die Ausflüge auf die hohen Berge, zu den Wasserfällen und Gletschern in's Nassfeld, auf den Gamskahrkogel und das Hasseck. Alle derlei Ausflüge, besonders aber die letzteren, geschehen meist in zahlreicher Gesellschaft, wovon sich der schwächere Theil auf Saumrosse setzt, die man zu Hof beim Lackenwirth oder auch beim Bräuer, im Wildbad durch Straubinger und Patschger besorgen lässt." - Gemeint ist hier das heutige Gasthaus und Hotel Alte Post und der Bräuer Moser (Bräumoser) in Bad Hofgastein wie das Hotel Straubinger und das ehem. Hotel Nussdorfer in Bad Gastein, wo man sich Pferde lieh, um Gebäck und Proviant oder sich selbst in die Berge zu tragen.
Als leichtere Bergtour galt in den 30-Jahren der Weg auf den Gamskarkogel, den Hütten- und Graukogel, den Stubnerkogel, den Zitterauertisch, den Silberpfennig und den Kreuzkogel im Nassfeld, dem späteren sog. Sportgastein, sowie mehrere Gipfel in der Umgebung von Bad Hofgastein, inkl. der Türchlwand und in Dorfgastein der Schuhflicker oder der Bernkogel. Als Hochtouren werden der Hohe Sonnblick, die Hohe Geißel, die Hagener Hütte, das Schareck, die Gamskarlspitze, der Ankogel, die Tischlerspitze, der Tischlerkarkopf und der Keeskogel angeführt, ebenso mehrere Übergänge wie der Korntauern oder die Woiskenscharte. In der Folgezeit im 20. Jh., insbesondere seit Beginn der 80-er Jahre wurden viele weitere Wege durch die Alpenvereinssektionen geschaffen, Schutzhütten errichtet und viele Berggebiete neu erschlossen.
Heute . . . nimmt im Winter der Skitourismus den höchsten Stellenwert ein, im Sommer bleibt es "Bergwandern". Aber auch die Möglichkeit mit dem Auto oder der Seilbahn bequem auf Almen und Bergspitzen zu gelangen nutzen zahlreiche Besucher. Um die Erlebniswelt zu erweitern, haben die Gasteiner Bergbahnen auf der Bergstation der Schlossalmbahn einen Kinderspielplatz eingerichtet und am Gipfel der Stubnerkogelbahn eine Hängebrücke und Aussichtsplattformen unweit des Bergrestaurants.
Allerdings muss immer mehr das Weidevieh von Bergwanderern abgeschirmt werden, da zunehmend Kuhattacken vorkommen, insbesondere dann, wenn das Vieh als Mutter-Kuh-Haltung auf den Almen bleibt und so wenig mit den Menschen in Kontakt kommt. Teilweise werden Elektrozäune aufgezogen, aber auch Holzzäune oder Stacheldraht. Milchkühe, die jeden Tag gemolken werden und so der Kontakt zu Menschen nicht abreißt, bleiben meist friedlich.
Ein gut ausgebautes Wegenetz mit zahlreichen Güterwegen und Forststraßen, welche bis weit über die Waldgrenze führen garantieren heute ein komfortables Wandern. Wer keine Straßen und keine Lifte benützen will, benutzt die zahlreichen Wanderwege, die gut markiert und meist gefahrlos begangen werden können. Immer beliebter wird dabei das Wandern in Gruppen mit einem Wanderführer. Die Mitnahme von Pferden, wie es noch im 19./20. Jh. häufig der Fall war, ist heute für Bergwanderungen nicht mehr üblich. Lediglich Kutschenfahrten werden noch angeboten.
- Zum Thema siehe auch :
- Kapitel 7.1. : Verkehrswege - Güterwege und Forststraßen . . .
- Kapitel 1.1. : Almwirtschaft - Weidetiere im Wegenetz . . .

Wandern auf breiten Wegen im Nassfeld
Wandern im Nassfeld, Gasteinertal Wandern im Nassfeld, Gasteinertal Wandern im Nassfeld, Gasteinertal
Im Talboden des Nassfeldes, wie allgemein auf Almen im Gasteinertal gibt es Almstraßen, die zu bewirtschafteten Almen führen. Weidetiere, insbesondere Rinder sind dabei im Sommer stete Begleiter.
Geführte Bergwanderungen
Wandern auf der Schlossalm, Gasteinertal Gamskarkogel, Gasteinertal Palfner Hochalm, Gasteinertal Hüttenkogel, Gasteinertal Kreuzkogel, Gasteinertal
Wandergruppen sind zunehmend auch in höheren Gebirgslagen zu beobachten. Meist von Beherbergungsbetrieben organisiert führt ein ortskundiger Guide die Gruppen über die Berge und auf Wunsch auch über historische Wanderpfade.
Wandergruppe Zitteraueralm, Gasteinertal Wandergruppe Zitterauerscharte, Bad Gastein Wandergruppe Bockhart, Gasteinertal
Wandergruppen bekommen geologische, historische und allgemeine Informationen während der Wanderung nicht nur in deutscher Sprache.

(d) Alpinsport

An technischer Ausrüstung hat es auch im beginnenden Schisport bis in die 50-er Jahre wohl sehr gemangelt. Sportarten wie Tennis, Eislaufen und vielleicht Klettern an steilen Felswänden waren wenigen vorbehalten, Kegeleinrichtungen und Tanzveranstaltungen mehr Vergnügen den Sport. Die Nachkriegszeit brachte durch technische Aufrüstung eine wahre Sporteuphorie. Neben der jährlich verbesserten Schisportausrüstung kamen nun neue Sportgeräte auf den Markt, die der Vorkriegsgeneration noch unbekannt war und, an so mancher Sportart fand der Gasteiner gar keinen gefallen, wie z. B. am Mountainbiking, welches in Gastein so Anfang der 80er-Jahre seinen Aufschwung nahm.
Heute . . . noch 2018 ist der behelmte und Top ausgerüstete Mountainbiker immer noch nicht gern gesehen. Mountainbiking bedeutet für viele Grundbesitzer eine Gefahr auf den Forst- und Wirtschaftsstraßen, welche als Zufahrt zu den Wald- und Almregionen angelegt wurden. Nur wenige Mountainbikestrecken sind im Gasteinertal als solche ausgewiesen. Zahlreiche Verbotsschilder weisen den Sportbegeisterten Radfahrer in die Schranken. Dem Drachenflieger oder dem Paragleiter geht es nicht viel besser. Jäger, Förster und Naturschützer sehen bei all diesen Sportarten die Natur und insbesondere das Wild gefährdet. Bleibt der Bergwanderer auf markierten Wegen und geht er an bewirtschafteten Almhütten nicht vorbei, ist er zur hellen Tageszeit willkommen.
Ganz besonders aber ist "Klettern im Hochgebirge" ganz groß geschrieben. Dazu wurden zahlreich Klettersteige, insbesondere in der Schlossalmregion geschaffen, um hier schon den Kindern Klettertechniken beizubringen, nicht ohne auf die Gefahren hinzuweisen.
Weniger dem Alpinsport als dem Flugsport zuzuordnen ist das Paragleiten/Gleitschirmfliegen - wobei mit Vorliebe in Dorfgastein vom Fulseck oder der Wengeralm gestartet wird. Auf der Gasteiner Homepage ist nachzulesen: "Schwerelos durch den Himmel gleiten, das Panorama von oben genießen und nichts als die rauschende Luft hören. Wenn man die bunten Schirme am Himmel sieht, wie sie sanft zu Boden gleiten, dann packt einen die Lust, Gleitschirmfliegen zu gehen. Als erfahrene Paragleiter kommen Sie in Gastein voll auf Ihre Kosten. Höhenflüge bis zu 1400 Metern, Thermikflüge und Streckenflüge sind im Himmel über dem Gasteinertal möglich. Dazu noch die Hohen Tauern als eindrucksvolle Kulisse. Perfekte Startpunkte sind dafür der Fulseck oder Stubnerkogel. Natürlich dürfen Drachen und Schirm in der Gondel der Bergbahn mitgenommen werden." -

Klettern
Klettersteig Mauskarspitz, Gasteinertal Klettersteig Schlossalm, Gasteinertal
Von der Bergstation der Schlossalmbahn erfolgt der Anstieg zu den zahlreichen Übungsklettersteigen. Gesicherte Klettersteige findet man von der Hirschkarspitze bis zum Lungkogel und Mauskarspitze.
Mountainbiking im Gelände
Mountainbiking, Sportgastein
Mountainbiking im Hochgebirge ist im Gasteinertal ganz verpönt.
Paragleiten
Paragleiten, Dorfgastein
Gleitschirmfliegen ist insbesondere in der Region Dorfgastein sehr beliebt.

(e) Angelsport in Gasteins Gewässern

(6) - Im Streckenabschnitt zwischen Luggau/Harbach und Gallwies (Bad Hofgastein) wird insbesondere den Gästen im Gasteinertal das heute zunehmend populäre Fliegenfischen in der Gasteiner Ache und im Nassfeld angeboten, wie der Homepage des Tourismusverbandes Gastein zu entnehmen ist. Der Besatz umfasst dabei Bachforellen, Bachsaiblinge, Regenbogenforellen und im Nassfelderbach auch Äschen, welche sich allesamt im Quellwasser mit Temperaturen zwischen 5° und 10°C und bei hohem Sauerstoffgehalt wohl fühlen.
Ein Revier, genannt "Magic Symphony" befindet sich zwischen der Brücke Bahnhof Hofgastein und Gallwies auf Höhe des Schwalbenhofes in Bad Hofgastein. Ein weiterer Streckenabschnitt nennt sich "Fürstenallee", ein rund 2,5 km langer, vom ehem. Laderdingerhof bis zur ehemaligen, heute nicht mehr existierenden Luggauer Brücke (Höhe Walcherwirt) reichender Gewässerabschnitt der Gasteiner Ache. An beiden Strecken leben Bachforellen, Saiblinge und Regenbogenforellen, welche gegen eine Gebühr gefischt werden können.
Ebenso gibt es im Nassfeld bzw. entlang der Nassfelder Ache Fischgewässer Reviere und zwar das Revier "Königswalzer" zwischen Kesselfall und der Einmündung des Nassfelderbachs in den Anlaufbach in Böckstein. Weiter das Revier "Radetzky Marsch" von der Russen Brücke Kesselfall bis zum Bärenfall und das Revier "Forellen Jodler" vom Stausee Kraftwerk bis zum Talschluss Nassfeld (ohne Siglitzbach und Revier Mariandl) und das Revier "Mariandl" vom Talschluss Nassfeld mit Einmündung Weißenbach hinein ins Weißenbachtal bis ins Quellgebiet und das Revier "Schöne Müllerin", betreffend den Siglitzbach bis zum Talschluss im Siglitztal. - Quelle: Homepage - Mango Jerry FLY.FISHING (Kooperationsprojekt von Ronald Katsch mit anderen Unternehmern).
Aber nicht nur in Fließgewässern, sondern auch privat angelegte Fischteiche werden den Gästen zu Verfügung gestellt, um ihre Angelkenntnisse zu vertiefen oder erste Erfahrungen zu sammeln, wie z. B. im Angertal beim Angertal-Gasthof.
Angeln in den Gebirgsseen ist aber nicht Jedermann erlaubt. So ist es z. B. nur den Mitgliedern des - Fischervereins Gastein - am Unteren wie Oberen Bockhartsee erlaubt zu fischen. Der 1984 gegründete Fischerverein konnte 1985 von den Bundesforsten die beiden Bockhartseen als Fischgewässer pachten und im Jahr 2001 der "Gasteiner Badesee" Der - Fischereiverein Gastein - gibt Tagesfischerkarten aus, generell aber nur an Vereinsmitglieder. Nichtvereinsmitgliedern Gastfischerkarten ermöglichen. Dabei muss zumindest ein Jahreskarteninhaber den Gastfischer beim Fischen begleiten und beaufsichtigen. Auch im Gasteiner Badesee ist es den Mitgliedern des Vereins erlaubt zu fischen, zumal sie selbst für deren Besatz sorgen. Im Badesee gelten als fangbare Fische die Regenbogenforelle, Karpfen, Schleie, Zander und Rotauge. Am Oberen Bockhartsee ist es der Bachsaibling; am Unteren die Regenbogen- und Bachforelle, die Seeforelle, sowie der Bach- und der Seesaibling. - Quelle: Fischereiverein Gastein.

Angelsport . Fliegenfischen
Fliegenfischen Gasteiner Ache, Dorfgastein Fliegenfischen, Bahnhofbrücke Hofgastein
Als neue touristische Attraktion wurden bereits km-lange Fließgewässerabschnitte der Gasteiner Ache zum Fliegenfischen freigegeben. Und sogar entlang der Nassfelder Ache und dem Siglitzbach ist ein derartiger Angelsport erlaubt.

(f) Rückblick ins 20. Jahrhundert

Zahlreiche Bergwanderungen sind schon in den Gasteinbüchern aus dem 19. Jahrhundert beschrieben. die Erschließung der Gasteiner Bergwelt für die Touristen aber ist vor rund 125 Jahren Erzherzog Johann eingeleitet worden. Viele Wanderwege sind von den Autoren, wie Muchar, Eble u. a. beschrieben, deren Wanderziele auch heute noch dieselbe Bedeutung haben, die Wege dorthin aber überwiegend durch zahlreiche Straßenbauten ersetzt wurden. So ist heute beinahe jedes Wanderziel zumindest bis zur Waldgrenze auch mit dem Auto zu erreichen und so mancher Gipfel ist mit einem Lift bequem erreichbar. In den Hohen Tauern, insbesondere im Bereich des Nationalparks, aber auch talauswärts sind noch alte Steige anzutreffen, die " in frühester Zeit" und zudem auch noch durch freiwillige Helfer gut präpariert begangen werden können.

Bergwandern im 20. Jahrhundert
Wanderziel Hüttenkogel, Badgastein Wanderziel Stubnerkogel, Badgastein Wanderziel Ankogel, Böckstein
Hüttenkogel, Stubnerkogel und Ankogel waren immer wieder beliebte Wanderziele.

SymbolSymbolSymbol

Weiterführende und verwandte Themen :
Gastein im Bild
• Wanderwege - Wegnamen -
• Wanderwege - Frühe Spazier- und Wanderwege - im 19./20. Jh.
• Geografie - Berg-, Fluss- und Flurnamen - in Gastein
• Dokumentation - Gasteins Gäste - Chronologie
• Geschichte - Kurgäste Gasteins -
• Literatur - Gäste Gasteins - Koch-Sternfeld, 1820

SymbolSymbolSymbol

Literatur : Die Informationen der oben angeführten Themenbereiche entstammen teilweise Presseaussendungen, insbesondere der Gemeinden. Einige Informationen wurde von mir recherchiert und entstammen teilweise mündlichen Aussagen direkt involvierter Personen. Weiter entstammen viele Details den nachfolgend angeführten Büchern.

Quellenangaben
1a - Badgastein zur Zeit der Biedermeier Von Fritz Gruber, Schriftenreihe des Gasteiner Museums, Bad Gastein 1988
1b - Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins von Sebastian Hinterseer, 1977, S. 519 bzw. Zimburg S. 230
3a - Die Geschichte Gasteins und des Gasteiner Tales von Heinrich von Zimburg, 1948, S. 200
3b - Das Thal und Warmbad Gastein von Dr. Albert von Muchar, 1834, S. 206
4a - Die Bäder zu GASTEIN von Burkart Eble, 1834, S. 199
7a - "Die Geschichte Gasteins und des Gasteiner Tales", Heinrich von Zimburg, 1948. S. 230

Stichwortverzeichnis, Gasteinertal Inhaltsverzeichnis, Gasteinertal
Naturbilder - Naturbilder, Gasteinertal Home Inhaltsverzeichnis Ereignisse, Gasteinertal  - Bilder-Galerie

Home Stichwortverzeichnis Inhaltsverzeichnis Wanderwege Kunst & Kultur Tiere Pflanzen Ökologie Biotope Geologie

Zeitenwende / Gasteinertal / Tourismus
Sommertourismus
Gastein im 21. Jahrhundert
© 2020 by Anton Ernst Lafenthaler
zt-so