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ZT - Gasteinertal/Zeitenwende: Tourismus - Innovationen (4.3.) *
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Zeitenwende . Gasteinertal

Gastein im 21. Jahrhundert

Innovationen

Innovation ist im wirtschaftlichen Sinne definiert als die: "Realisierung einer neuartigen, fortschrittlichen Lösung für ein bestimmtes Problem, besonders die Einführung eines neuen Produkts oder die Anwendung eines neuen Verfahrens" - und im soziologischen Sinne als die: "geplante und kontrollierte Veränderung, Neuerung in einem sozialen System durch Anwendung neuer Ideen und Techniken" - und so sind es letztlich auch Zukunftsvisionen, die es zu realisieren gilt - zur Zufriedenheit der Bevölkerung und im touristischen Sinne der Gäste.
Zukunftsvisionen sind erste Ansätze für Fortschritt und Veränderung ohne eine Garantie des Gelingens. Erst entsteht die Idee im Kopf, dann folgt die Umsetzung oder das Scheitern. Wird die Idee von der Gesellschaft, Investoren und Verantwortlichen unterstützt, kann es gelingen - weht Gegenwind, kann ein Projekt scheitern. So wurde z. B. bereits 1928 die Idee geboren, eine Seilbahn auf die Schlossalm zu bauen. Unterstützt wurde die Idee vom damaligen bekannten Schifahrer Oberst Bilgeri und Geld wurde bereits von einer Gräfin Walterskirchen bereitgestellt. Das Projekt wurde als "Spinnerei" abgetan, wie im Buch "100 Jahre Wintersportverein Bad Hofgastein" (1a) - dargelegt. Erst 1946 kam es dann zum Bau der ersten Liftanlage auf die Aeroplan.
Auch der Bau der Hängebrücke am Stubnerkogel wurde und wird teilweise kritisch gesehen. Sie wird von den Gästen wohl gern besucht, aber rasch wird sich das Interesse erschöpfen, zumal andere Gebirgsregionen mit neuen und noch größeren Projekten mit- und vorbeiziehen. Auch der immer weitere Ausbau von Thermalschwimmbädern und Wellnesseinrichtungen ist zwar derzeit ungebrochen, kann aber mit einem Male nicht mehr gefragt und dann auch nicht mehr finanzierbar sein. So werden verwirklichte Zukunftsvisionen "Rohrkrepierer". Zurück bleiben Schulden, im schlimmsten Fall über Generationen.
Wie sich in Zukunft Investitionen in den Alpentälern und so auch in Gastein wirtschaftlich erfolgreich etablieren könnten, wird kontrovers gesehen. Derzeit wird alles auf den Skitourismus gesetzt, was hohe Investitionskosten fordert. Innovationen anderer Art wären aber in Zukunft wohl auch wichtig.

Im Jahr 2017/18 haben sich insbesondere der Tourismusverband und die Gasteiner Bergbahnen dazu entschlossen, weitreichende Änderungen anzugehen und schon länger bestehende Zukunftsvisionen zu realisieren. Dies führte zur Abschaffung des seit 97 Jahren bestehenden Kurorchesters mit einem Ersatzprogramm des jungen Philharmonieorchesters aus Salzburg. Weiter wurde das Bad Hofgasteiner Thermalbad um ein großes Warmwasserbecken und die Sauna erweitert. Die dafür benötigte Fläche entsprach dem nördlichen oberen Kurpark. Ebenso wurde das Felsenbad in Bad Gastein erweitert. Die Gasteiner Bergbahnen haben sich auch dafür entschieden, mit dem Generationenprojekt - Schlossalmbahn Neu - den zukünftigen Schigästen mit zahlreichen neuen Pisten und Beschneiungsanlagen in Zukunft volles Skivergnügen zu sichern. Der 2015 neu gegründete Wirtschaftsverein - EinGastein - soll die Wirtschaftsleistung im Gasteinertal steigern und erhalten durch zahlreiche günstige Angebote und dem neu geschaffenen "Gasteintaler". Als bauliche Attraktion sollen die Hängebrücke mit der Aussichtsplattform "Glocknerblick" und der Felsenweg am Stubnerkogel Wirkung zeigen. Auch so manche mehr oder weniger aufwendige Ereignisse, die um die Jahrtausendwende eingeführt und als Publikumsmagnet bzw. "Tourismusfänger" gedacht waren, haben sich heute erfolgreich etabliert - viele aber sind wieder verschwunden.

Im Jahr 2018 haben Tourismusverband, Bergbahnen, Gemeinden wie schon einige Jahre zuvor neben dem bewährtem Winterprogramm auch ein umfangreiches Sommerprogramm etabliert. Dazu wurden durch Werbebroschüren zahlreiche Veranstaltungen angekündigt. In der Zeitschrift Alpin mit der Beilage "Extra Gastein" (1b) wird mit 600 markierten Wanderwegen und über 60 bewirtschafteten Almhütten geworben. Im selben Jahr wurde dem Gasteinertal die begehrten Auszeichnung - das Österreichische Wandergütesiegel - verliehen. Als besonders attraktiv wird die Hängebrücke mit der Aussichtsplattform am Stubnerkogel, der Zirbenweg am Graukogel und der Spiegelsee unterhalb vom Fulseck in Dorfgastein beworben. Klettersteige im Schlossalmgebiet werden angeboten und 120 km offizielles Wegenetz für Mountainbiker. Trailrunning als neuester Trend wurde ins Programm aufgenommen, wobei das einzigartige - "adidas INFINITE TRAILS World Championships 2018" - nach Gastein gebracht werden konnte. Unter dem Motto - "Atme die Berge" - im Frühjahr und dem Motto - "Quelle der Inspiration" im Herbst werden seit mehreren Jahren die Gasteiner Yoga-Tage angeboten.
Weiter werden in diversen Werbeprospekten des Kur- und Tourismusverbandes als kulturelles Angebot die Klassikmusik durch die Philharmonie Salzburg in Bad Hofgastein (Klassiksommer) und auf Almhütten unter dem Motto "Alm-Klassik", die sommer.frische.kunst in Bad Gastein mit zahlreichen musikalischen und anderen künstlerischen Aktivitäten und das Kurkonzert in Bad Gastein beworben - ebenso ein 3-tägiges Tanz-Fest. Viele weitere Kleinveranstaltungen, Liederabende, Märkte, Marktlauf und ein Triathlon-Bewerb in Bad Hofgastein ergänzen das "neue" Tourismuskonzept.
Teil des Marketingkonzeptes ist es auch, die Gemeinden Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein bewusst trotz aller Gemeinsamkeiten schärfer voneinander abzugrenzen, indem man diese mit den Namen - "BAD" - "HOF" und "DORF" - belegt. Dieser im Jahre 2017 eingeführter Werbetext ist prinzipiell nichts Neues, den schon bei Exner, 1957 ist zu lesen (1c) : "Die Landschaft des Gasteiner Tales hieß noch zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts einfach "die Gastein", den man auch heute noch bei der Bergbevölkerung hören kann. Früher wurde "Wildbad", "Hof" und "Dorf" in der "Gastein" unterschieden, welche nun als Badgastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein bekannt sind."

(a) Innovation : Skitourismus

Beschneiungsanlagen

Immer mehr Beschneiungsanlagen sollen die Zukunft des immer noch unangefochten, gewinnbringenden Skitourismus sichern. Der viel zitierte Slogan: "Wer nicht mit der Zeit geht - geht mit der Zeit" soll kostenintensive Investitionen und weitreichende Baumaßnahmen rechtfertigen. Beinahe das gesamte Schlossalmgebiet mit seinem weitreichenden Pistenkilometern und nicht anders das Skigebiet am Stubnerkogel in Bad Gastein und das Gebiet um das Fulseck in Dorfgastein wird mit Schneekanonen und Lanzen besetzt. Das heißt auch - viel Wasser und viel Strom wird benötigt. Dafür wird 2018 in Bad Hofgastein eine neue Pumpstation nahe der Aeroplanhütte fertig gestellt; ebenso eine Wasserfassung unterhalb der Gaberlhütte zur Abdeckung des Wasserbedarfes der neuen Beschneiungsanlage auf der Schlossalm bzw. der Hamburger-Abfahrt. Besonders aber auch tiefer gelegene Skipistenabschnitte müssen beschneit werden. Dazu werden zahlreiche Schneekanonen entlang der Pisten bis ins Tal positioniert.

Schneekanonen, Gasteinertal Schneekanonen, Gasteinertal Schneelanzen, Gasteinertal Schneelanzen, Schlossalm Schneelanzen, Schlossalm
Für zukünftige Beschneiungsanlagen am Berg sind mächtige Investitionen, insbesondere auch für Wasserfassung, Speicherteiche und Stromanlagen notwendig. Zahlreiche Schneelanzen zieren bereits im Herbst wie Straßenlaternen das Schlossalmgebiet.
Aeroplanwiese, Bad Hofgastein Schlossalm im Gasteinertal Haitzingalm im Gasteinertal Stubnerkogel, Bad Gastein Schneekanonen, Stubnerkogel
Im Jahr 2018 werden im Schlossalmgebiet, Haitzingalm und Aeroplan zahlreiche neue Schneekanonen installiert. Jahre zuvor konnten eben solche auch auf den Stubnerkogel flächendeckend aufgestellt werden.
Neue Lift- und Verkehrsanlagen

Das Generationenprojekt - Schlossalmbahn NEU - soll als mächtiger innovativer Schritt im konkurrenzträchtigen Schitourismuswettbewerb das Gasteinertal weiter vorwärts bringen. Die neue Talstation ist dabei das aufwendigste und kostenintensivste Teilprojekt, welches gleichzeitig mit einem neuen Verkehrskonzept - dem Projekt Ortseinfahrt Hofgastein West, inkl. Busterminal - kombiniert wurde. Die Investition der Gasteiner Bergbahnen-AG für die neue Seilbahn auf die Schlossalm, den neuen Speicherteich mit den Beschneiungsanlagen beträgt über 85 Millionen Euro. Gleichzeitig wurde der bereits bestehende Parkplatz bei der Talstation erweitert und durch ein Parkhaus ergänzt.

Als besonders werbewirksam und ebenso beliebt scheint das - "Gondeldinner" - zu sein. Dabei kann während der Gondelfahrt mit der Gipfelbahn Fulseck ungestört ein 4-gängiges Menü eingenommen werden, während man gleichzeitig eine gemütliche Abendfahrt auf den Fulseckgipfel genießt. Dabei finden 2-4 Personen bei der nächtlichen Auffahrt in einer Kabine Platz. Die Nachfrage für diese "Erlebnis-Dinner" ist so groß, dass die Veranstalter das Gondelkontingent in den letzten Jahren laufend erhöht haben. Seit 2018 ist die maximale Anzahl von 114 Gondeln zum Festessen in Betrieb und bereits für das kommende Jahr ausgebucht. - In Bad Gastein wurde gar bei der Stubnerkogelbahn eine "Gondel-Sauna" angedacht, deren Ausführung bisher aber nicht zur Anwendung kam.

Skilift Schlossalmbahn, Bad Hofgastein Skilift Schlossalmbahn, Bad Hofgastein
Die neue Liftanlage in Bad Hofgastein wird von den Wintergästen gut aufgenommen. Der Ansturm ist unübersehbar.

(b) Innovation : Erlebnis-Bauten

Kristall- und Smaragdbadesee

Im Jahr 2016 wurde ein Teil des Kurparkes dazu verwendet, in die bereits bestehende Alpentherme zwei neue Warmwasserbadeseen zu errichten und gleichzeitig den Saunabereich zu erweitern. Das Projekt konnte mit Ende Juni 2017 verwirklicht und als sog. Kristall- und Smaragdbadesee in Betrieb genommen werden. Der Thermalbadesee wird als chlorfrei, selbstreinigend (durch Bepflanzung) beschrieben und als einzigartig in Europa präsentiert. Leider kommt es immer wieder zu starkem Algenwuchs. Zusätzlich wurde eine neue Wasserrutsche im südlichen Teil der Therme gebaut.

• • • Querverweise - Gastein im Bild • • •
Gastein-Projekte nach 1945 - Alpentherme : www.gastein-im-bild.info/doku/dprojkt.html

Hängebrücke . Aussichtsplattformen

Bauten im Gipfelbereich der Gasteiner Alpen, insbesondere die mittlerweile sehr gut besuchte Hängebrücke auf dem Stubnerkogel mit der Aussichtsplattform "Glocknerblick" und dem Felsenweg sind sehr gut besucht. Der als Speicherteich ausgelegte und als Spiegelsee am Fulseck bekannte "Juwel der Berge" bietet einen Kneippweg. Der Speicherteich musste im Jahr 2019 komplett saniert und neu konzipiert werden. Der "Zirbenzauber-Rundweg" mit zahlreich geschnitzten Figuren am Graukogel ergänzt das Tourismuskonzept am Berg.

Hängebrücke, Stubnerkogel Plattform Glocknerblick, Stubnerkogel Plattform Talblick, Stubnerkogel Felsenweg Stubnerkogel Stubnerkogel-Rundfunksender, Bad Gastein
Hängebrücke, Aussichtsplattformen und Gehwege im felsigen Gelände gelten als besonders attraktiv und werden nicht nur im Gasteinertal, sondern in vielen anderen touristisch erschlossenen Gebirgsgegenden errichtet.

(c) Innovation : Kulturveranstaltungen

Klassik neu

(4) - Der Ausschuss des Kur- und Tourismusverbandes (KTVB) hat am 29.6.2017 einstimmig beschlossen, ab der Sommersaison 2018 das Orchester der Philharmonie Salzburg zu engagieren. Ein völlig neues "Klassik-Konzept" soll, nachdem dem seit 97 Jahren bestehendem Kurorchester die Verträge nicht mehr verlängert wurden, neuen Schwung in die Sommersaison bringen. Mit der künstlerischen Leiterin der Philharmonie Salzburg möchte man Bad Hofgastein als niveauvollen Urlaubsort mit einem anspruchsvollen kulturellen Programm positionieren. Geplant sind Orchesterkonzerte mit bis zu 45 Musikern, Familien- und Kinderkonzerte mit Schauspieler und Moderationen sowie Kammerkonzerte und Darbietungen von Salon-Orchestern und zwar von Juni bis September.

Die Philharmonie Salzburg wurde 1998 von Dirigentin Elisabeth Fuchs gegründet und soll ab 2018 das neue Klassik-Konzept in Bad Hofgastein verwirklichen. Das Eröffnungskonzert mit "SWING IN THE SPRING" fand am 25. Mai 2018 statt. Anschließend folgten 8 Familienkonzerte der Philharmonie Salzburg (6 - 15 Musiker), Almklassik mit 3-8 Musiker der Philharmonie Salzburg - Klassik & Weltmusik am Berg auf der Alm - und 3 x wöchentlich Salonorchester & Kammermusik & Weltmusik - jeweils in der Alpenarena (bei Schlechtwetter im Kursaal).
Dazu meint Bibiana Weiermayer-Schmid, Vorsitzende des Kur- und Tourismusverbandes Bad Hofgastein (4a): "Mit dem Engagement der Philharmonie Salzburg können wir Bad Hofgastein als niveauvollen Urlaubsort mit einem anspruchsvollen, kulturellen Programm positionieren. Damit legen wir auch die Basis für die zukünftige Entwicklung interessanter Veranstaltungsformate wie zum Beispiel von Familienkonzerten oder von der Almklassik." - und weiter - Leo Bauernberger, Geschäftsführer der Salzburger Land Tourismus: "Wir setzten in Gastein einen Kulturimpuls von neuer Qualität ... Das für Gastein vorgelegte Konzertprogramm hat Weltklasse. Unsere Gäste und auch die Einheimischen werden begeistert sein."
Selten aber spielt das Orchester mit voller Besetzung. Meist sind es 3-4 Musiker, welche in hervorragender Weise in der Alpenarena oder im Kursaal von Bad Hofgastein spielen. Die Minimalbesetzung gibt 3x die Woche ein Konzert. Ebenso findet 4x im Sommer ein Konzert in Minimalbesetzung auf den Almen statt. Die Veranstaltung war kostenlos und wurde von Einheimischen und Gästen auf das höchste gelobt.

Alpen-Arena
Salonorchester der Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein Adelphi Quartett der Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein Trio d'Anches, Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein Streichquartett, Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein
Das Orchester der Philharmonie Salzburg spielte im Sommer 2018 mehrmals in unterschiedlicher Besetzung in Bad Hofgastein und präsentierte sich als Salonorchester, Goya-Quartett, Quarteto Bianco, Goldbrass Quintett, Adelphi Quartett, Trio d'Anches u. a.
Kursaal
Salonorchester der Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein Streichquartett, Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein Quartette Bianco der Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein
Das Orchester der Philharmonie Salzburg spielte bei Schlechtwetter im Kursaal Bad Hofgastein - leider nicht immer die im Programmheft angekündigten Stücke - und auch nicht immer in der beschriebenen Besetzung.
Almhütten
Goldbrass der Philharmonie Salzburg, Angertalgasthof Bad Hofgastein Goldbrass der Philharmonie Salzburg, Fundneralm Bad Hofgastein
Das Orchester der Philharmonie Salzburg stellt auch die Musiker für das Konzept "Klassik auf den Almen".
Klassik-Events 2019
Kurmusik, Alpenarena Bad Hofgastein Salonorchester der Philharmonie Salzburg, Bad Hofgastein
"Kleines" und großes" Orchester der Philharmonie Salzburg - gut und weniger gut besucht.
sommer.frische.kunst

Seit 2011 gibt es die - "sommer.frische.kunst" - ein Kulturfestival der besonderen Art. Neben den bereits etablierten Jazzveranstaltungen "summer jazz in the city", wöchentlich veranstaltet im Merangarten von Bad Gastein und mehreren Klassikkonzerten werden weitere Events wie Theater, Fotokunst, sowie bildende Kunst, insbesondere Malerei und Installationskunst angeboten. Es ist ein Kulturfestival, welches jährlich den Sommer über (Juli bis August) Bad Gastein begleitet mit den bis 2018 dafür Verantwortlichen Doris Höhenwarter, Kurdirektorin Bad Gastein und die Hamburger Kunstsammlerin Andrea von Goetz und Schwanenfliess, welche derzeit mit der künstlerischen Leitung "sommer.frische.kunst" betraut sind.

sommerfrischekunst, Bad Gastein 2011 cartoon, Bad Gastein 2011
Die Ausstellung - "Fiese Bilder" - sind Teil der - sommer.frische.kunst - in Bad Gastein 2011
"Art on Snow" Gastein

Riesige Schneefiguren und mannshohe Eisskulpturen wurden in den Ortszentren und auf den Bergen Gasteins angetroffen. Aus einfachen Schneeanhäufungen werden sie herausgearbeitet, teilweise als begehbare Erlebniskunstwerke oder einfach nur mit Symbolcharakter und Bezug auf die Geschichte Gasteins, je nach vorgegebenem Motto. Auch Eis wurde bearbeitet. Aus reinen Eisblöcken werden in filigraner Handarbeit Eis-Figuren gefräst, gesägt und geschnitzt mit Säge, Pickel und anderen scharfen Werkzeugen. Dabei werden wahre Eiskunstwerke geschaffen, aber leider vergängliche - bei Tauwetter sind sie unwiederbringlich verloren.
"Art on Snow" - 2010 als eingetragene Markendarstellung registriert - war erstmals im Jahr 2012 in Gastein präsent, nachdem es zuvor im Kleinwalsertal begonnen hatte. Mit zahlreichen werbewirksamen Bezeichnungen, wie eben der Marke "Art on Snow", Openair- oder Alpen-Kunstfestival versucht man in Gastein jährlich dieses Ereignis in die letzte Jänner- oder ein die erste Februarwoche zu platzieren. Gastein Tourismuschef Franz Naturner dazu (4b) : "Das Kunstfestival spannt den idealen Bogen zwischen dem Skisport und dem Thema Kunst und Kultur, das in Gastein das ganze Jahr über präsent ist. Zudem kommunizieren wir mit Art on Snow Gastein die Schneesicherheit, die das Tal seinen Gästen bietet". - Dabei begleitet uns zu diesem Openair Kunstfestival jeweils der Marke "Art on Snow" jeweils ein bestimmtes Motto. So standen zunächst erstmals im Jahr 2012 (4.-11. Februar) die "Board Rider Artists" im Vordergrund, mit spektakuläre Fotografien und einer Ausstellung von kunstvoll gestalteten Boards. Im Jahr 2013 hieß das Motto "Kunst zum Anfassen und Erleben" - 2014 (1. bis 7. Februar 2014) "Raus aus den Räumen und hinein in die Natur" 2015 war es "Castello Fantasia" - im Jahr 2016: "Gasteiner Sagen" - im Jahr 2017: "Wasser - still oder prickelnd" im Jahr 2018: "Alpine Ski-WM 1958 - 60 Jahre internationaler Skisport in Gastein". und im Jahr 2019 "Der Winter in Gastein - Gestern. Heute. Morgen" Das Jahr 2020 sagt das Motto : "Waldbewohner"

art on snow, Bad Hofgastein 2012 art on snow, Bad Gastein 2012 art on snow, Dorfgastein 2012 art on snow, Bad Gastein 2015 art on snow, Bad Hofgastein 2015
"Art on Snow" findet jährlich meist in der ersten Februarwoche statt. In allen Gemeinden Gasteins finden sich dazu Ausstellungen und Veranstaltungen.
art on snow, Bad Gastein 2019 art on snow, Bad Gastein 2019 art on snow, Bad Gastein 2019 art on snow, Bad Gastein 2019 art on snow, Bad Gastein 2019 art on snow, Bad Gastein 2019 art on snow, Bad Gastein 2019 art on snow, Bad Gastein 2019
"Art on Snow" 2019 ermöglichte es u. a. mehreren Künstlern im Ortszentrum von Bad Hofgastein ihre "Eisfiguren", welche aus einem Eisblock geschnitzt wurden zu präsentieren. Eine Jury prämierte die beliebteste Skulptur.

(d) Innovation : Inspiration

YOGA-Tal Gastein

YOGA soll Eingang finden im Gasteinertal als Quelle der Inspiration umgeben von schönster Natur und Stille. Die schönsten Plätze des herbstlichen Gasteinertales wurden zu "Freiluftstudios" und in den Hotel-Yogaräumen liegen Matten und Sitzkissen bereit. In einem Bericht der Gasteiner Rundschau, 2017 heißt es (5a): "Unterschiedlichste Yogastile (Fliegendes Yoga, Vinyasa-Flow-Yoga, Sessel-Yoga oder Yoga auf dem SUP Board) konnten bei Schnupperstunden oder Intensiveinheiten in der freien Natur, am Thermalwasser Badesee, auf der Yogaplattform am weltberühmten Wasserfall, am und im Berg sowie in Hotels und öffentlichen Räumen besucht werden. Wer Yoga übt, interessiert sich auch für gesunde Ernährung. Bei Kräuterwanderungen und Kräuterworkshops standen heimische Alpenkräuter im Fokus. Resilienz- Workshops boten Impulse, um die eigene Widerstandskraft zu stärken und Alltagsstress zu verringern." - Als besonders attraktiv versucht man sich mit SUP Yoga am neuen Thermalwasser Badesee - und dazu heißt es weiter (5a): "Bei Stand-Up-Paddling-Yoga oder auch SUP Yoga genannt, sitzt, steht und bewegt man sich auf dem SUP-Board auf einem der zwei neuen Thermalwasser Badeseen der Alpentherme Gastein.". Natürlich dürfen Kraftsuppen und Alpenkräuter mit dem Chi-Effekt nicht fehlen. 17 Beherbergungsbetriebe boten im Herbst 2017 Yogaeinheiten im Haus an. Über 250 Einheiten, unterrichtet von mehr als 30 renommierten Yogalehrenden und Vortragenden umfasste das Angebot.
Im Jahr 2018 fand der sog. Yoga-Frühling Gastein mit dem Motto "Atme die Berge" von 26. Mai bis 3. Juni statt mit 36 Yogalehrenden und Vortragenden aus Österreich und Deutschland. Zahlreiche Yoga-Veranstaltungen fanden im Freien statt. Dasselbe Angebot gab es im Herbst 2018 mit dem Motto "Quelle der Inspiration".

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Beim Yoga-Frühling Gastein 2018 konnten 10 Tagen lang Yoga-Freunde an den verschiedensten Yogastilen unter Anleitung von Yogalehrenden an den schönsten Plätzen Gasteins teilhaben. Bis zu 40 Yogalehrende und Vortragende sorgen für ein umfassendes Programm.

(e) Innovation : Wirtschaftsverein EinGastein

Der Wirtschaftsverein - EinGastein - hat sich zum Ziel gesetzt, durch besondere Angebote in Verbindung mit einem neu geschaffenen Zahlungsmittel, dem -Gasteinertaler - die Wirtschaftsleistung im Tal zu halten. Gegründet wurde der Verein 2015 durch den Zusammenschluss von mehreren Gasteiner Unternehmern aus allen 3 Gemeinden. Neben dem Generalmotto - Ein Wirtschaftsraum : Ein Gastein - werden 6 Schwerpunkte gesetzt - wie nachfolgend aufgelistet.

Zielsetzung des Wirtschaftvereines :
EinGastein
1 - Förderung des Wirtschaftsraumes Gasteinertal
2- Wirtschaftsbetriebe erhalten und fördern
3 - Lehrstellen und Arbeitsplätze erhalten
4 - Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit
5 - Aufträge und Ausschreibungen im Tal halten
6 - Kaufkraft im Tal binden

Die Idee, durch einen derartigen Zusammenschluss die Wirtschaftskraft des Gasteinertales zu stärken ohne untereinander zu konkurrieren ist nicht neu. Bereits zur Zeit des Goldbergbaues blühte das Handwerk und wohlhabende Landwirte betätigten sich als Samer, die mit Pferden die notwendigen Güter nach Gastein brachten, wie Leder, roh und gegerbt, Holz, Textilien, Samt und Seidenzeug, feineres Tuch, Lebensmittel aller Art und Genussmittel (Weine, Honig usw.). Kaufleute, Bergherren und Handwerker waren bestrebt, das im Gasteiner Tale verdiente Geld auch wieder in Gastein anzulegen, wie uns Zimburg berichtet (6a): "Das im Gasteinertal verdiente Geld wurde auch immer wieder in den Gasteiner Betrieben angelegt. Die Kaufleute wurden Bergherren, und die Bergherren betrieben Kaufmannsgeschäfte, und beide hoben den Verkehr, um auch an diesem zu verdienen. Dieser Kreislauf des Geldes, welcher auf die gesamte Wirtschaft des Tales befruchtend wirkte, bildete die Grundlage, auf der sich der Bergbau innerhalb weniger Jahrzehnte zu seiner einmaligen Höhe entwickeln konnte."
Die ersten Aktivitäten starteten 2016 mit dem Gasteiner Glückslos-Gewinnspiel, gefolgt von der ersten Regionalmesse Gastuna in Bad Hofgastein. Gleichzeitig wurde die 1. Ausgabe der Gasteiner Nachrichten präsentiert. Im Jahr 2017 wurde die Regionalmesse Gastuna in Dorfgastein veranstaltet und im Juli 2017 das Online-Tool - Was Gibt's Wo! in Gastein - sowie die Gasteiner Jobbörse gestartet.
Es soll verstärkt auf wohnortnahe Berufsausbildung gesetzt werden, um Landflucht zu vermeiden. Jährlich soll eine Gasteiner Lehrlingsmesse organisiert werden, denn die Gasteiner Unternehmer brauchen Lehrlinge und werben mit dem Motto: "Gestern Lehrling- heute Meister - morgen Unternehmer". Bei diesen Lehrlingsmessen sind nur Gasteiner Betriebe vertreten. Im Herbst 2016 wurde die 1. Gasteiner Lehrlingsmesse abgehalten, bei der 31 neue Lehrstellen vergeben werden konnten, wie der nunmehr 8. Auflage der Gasteiner Nachrichten (6b) zu entnehmen ist. Wenige Wochen später wurde der Gasteinertaler eingeführt, eine Währung, die nur im Gasteinertal gilt, um so die Kaufkraft im Tal zu halten. Die 2. Lehrlingsmesse im Herbst 2017 verlief ähnlich erfolgreich. - Zusätzlich werden in der Neuen Mittelschule Bad Hofgastein "Verbindliche Übungen" zum Zwecke der Berufsorientierung eingeführt. Bestehende Handwerksberufe sollen erhalten und gefördert werden. Mittlerweile ist der Wirtschaftsverein EinGastein von zunächst 8 Gründungsmitglieder auf 200 Mitglieder (2018) angewachsen. Zweifelsohne eine gelungen Innovation.
- Zum Thema siehe auch :
- Kapitel 5.2. : Handwerksberufe - im 21. Jahrhundert . . .

(f) Innovation : Freizeiteinrichtungen am Berg

Wurden einst die Berge wegen ihrer Schönheit, dem Wandererlebnis, der guten Luft und dem sauberen Wasser wegen besucht, als Kontrast zur städtisch-industriellen Arbeitswelt, so gilt das heute nicht mehr. Der Blick auf die bezaubernd schönen Berge von der Hotelterrasse ist heute in einer Welt der Bilderflut langweilig geworden. Die Berge müssen nicht mehr durchwandert und bestiegen werden, sondern man erreicht deren Höhen bequem ohne wesentliche Ausrüstung, Vorkenntnisse und Ausdauer über Straßen und Seilbahnen. Zudem sind sehr viele Wanderrouten mittlerweile auf Forststraßen und Güterwegen ausgewiesen, sodass selbst im Gebirge ein nicht zu unterschätzender motorisierter "Verkehr" herrscht, mit entsprechender Lärm- und Staubbelastung. Und zudem scheint nicht mehr genug, Vergnügungseinrichtungen und Rummelplätze im Tal einzurichten. Die Erlebniswelt gehört heute ins Hochgebirge, denn das Leben im Tal scheint überall gleich und reizlos geworden.
Dazu wird heute beim Besuch der Bergewelt neben dem Quartier und der Verpflegung auch gleich das Freizeitangebot mit gebucht. Die einheitliche Angebotsgestaltung aller Alpentäler für den Sommer- wie Wintertourismus erfordert es allerdings, immer mehr und bessere Erlebnisangebote anbieten zu müssen. Insbesondere größere Skigebiete sehen sich gezwungen, noch mehr Pistenkilometer und Liftanlagen zu schaffen und Schneesicherheit zu garantieren, was natürlich nur durch den Ausbau von Beschneiungsanlagen zu bewerkstelligen ist. Für den Sommertourismus werden Freizeit- und Sporteinrichtungen am Berg errichtet, um diese attraktiv zu halten.
Werner Bätzing meint dazu (7a): "Lange Bergwanderungen gelten heute als eher langweilig, und sie werden durch verschiedene Aktivsportarten ersetzt, die in der Regel gebaute Infrastrukturen wie einen Bike-Park benötigen, um optimal ausgebaut werden zu können. Und dem Alpinismus geht es heute nicht mehr um den Berg, also um den Gipfel oder die Wand, sondern um die Bewältigung technisch schwieriger Kletterpassagen, weshalb spezielle Klettergärten aber auch Hochseilparks und Kletterhallen errichtet werden." - und weiter heißt es - "Da sich die Alpen als Hochgebirge bei den Besuchern abgenutzt haben, werden zusätzlich zahlreiche ubiquitäre Freizeitangebote im Alpenraum eingerichtet und ausgebaut wie Wellnessanlagen, Freizeit- und Vergnügungsparks, Streichelzoos, Einkaufszentren sowie zahlreiche Events und Megaevents im Tal und auf dem Berg. All diese Angebote müssen permanent verbessert und erweitert werden, damit ihre Attraktivität nicht nachlässt - aus den "schrecklich-schönen" Bergen wird ein Freizeitpark, und aus der Gegenwelt wird ein Teil des städtisch geprägten Alltags." - Werner Bätzing spricht dabei bei anhaltendem Trend von einem drohendem - "Erlebnis-Burn-out".

Die Verantwortlichen im Gasteinertal lassen sich offensichtlich von diesem Trend mitreißen, vielleicht in noch abgemilderter Form. Erlebnisbauten am Berg, wie z. B. am Stubnerkogel mit Hängebrücke, Glocknerblick, Felsenweg und Aussichtsplattformen, in Bad Hofgastein mit Kinderspielplätzen, slackline und Kletterparcour im Gipfelbereich, am Fulseck sind Spielplätze und andere Erlebniseinrichtungen geplant und der Graukogel punktet mit dem Zirbenweg, unweit der Bergstation der Graukogelbahn. Für den Wintertourismus werden Fun-Parks angelegt, begleitet von flächendeckenden Beschneiungsanlagen. Durch "herausragende" Mega-Events und internationale Sportveranstaltungen soll das Tal gegenüber anderen touristisch erschlossenen Alpentälern herausgehoben werden.

Erlebniswelten am Berg
Erlebnisplan, Schlossalm Kletterparcour Schlossalm Event-Tafel, Stubnerkogel
Broschüren und Info-Tafeln sollen auf die zahlreichen Sport- und Vergnügungseinrichtungen im Sommer wie im Winter hinweisen.

Zunehmend werden Spielplätze für Kinder und auch Jugendliche am Berg errichtet, wie z. B. im Umfeld der Bergstation der Schlossalmbahn. Slackline, Mountaincars, um sich entlang der Bergstraßen ins Tal zu stürzen, Kletterparcours etc. sind vorhanden. Für die Beschneiungsanlgen geschaffene Speicherteiche, wie der "Schlossalmsee" in Bad Hofgastein oder der "Spiegelsee" in Dorfgastein wurden als Erholungsgebiete konzipiert mit breiten Spazierwegen und Ruhebänken. Beim "Spiegelsee" am Fulseck wurde gar ein Kneipp-Spaziergang durch den Speicherteich geschaffen und am Weg um den Teich spezielle Steine gestreut, um das "Barfußgehen" ganz besonders erlebnisreich zu gestalten. Auch "Eis"-Wege am Berg, um das Eislaufvergnügen auch in großen Höhen zu ermöglichen sind geplant. Das kuriose Angebot "Almenbiking" wird ebenfalls beworben, auch wenn Mountainbiking oberhalb von 1.000m Seehöhe im Gasteinertal nicht gern gesehen wird.

Freizeiteinrichtungen und Spielplätze am Berg
Kinderspielplatz auf der Schlossalm, Bad Hofgastein Slackline auf der Schlossalm, Bad Hofgastein Trittsicherheitsparcour auf der Schlossalm, Bad Hofgastein Slackline auf der Schlossalm, Gasteinertal Kinderspielplatz am Fulseck, Dorfgastein Kneippbad im Spiegelsee, Dorfgastein
Bei der Bergstation der Schlossalmbahn wurde ein Kinderspielplatz errichtet, für Gäste und Einheimische gleichermaßen. Ebenso eine Slackline, ein "Trittsicherheitsparcour" und Klettersteige. In Dorfgastein am Fulseck wurde beim sog. Spiegelsee auch ein Kinderspielplatz eingerichtet.
Zirbenweg . Reichebenalm
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Die schönsten Zirben finden sich im Graukogelgebiet bzw. auf der Reicheben- und Palfneralm. Als Attraktion am Berg wurde hier ein erlebnisreicher und schon fast meditativer Zirbenweg geschaffen.
Zirbenweg . Graukogel-Bergstation
Zirbenweg, Reichebenalm Zirbenweg, Bad Gastein Graukogel-Bergstation, Bad Gastein
Der Zirbenweg ist hier bequem mit dem Graukogel-Sessellift zu erreichen. Der Wanderweg selbst ist gut begehbar und führt uns durch einen erlebnisreichen Lärchen-Zirbenwald.
Eislaufwege am Berg

Offensichtlich um den Eislaufsport wieder attraktiv zu machen, planen die Gasteiner Bergbahnen bei der Schlossalmbahn einen Eislaufplatz am Berg. Wege rund um die Bergstation sollen vereist und zu Eislaufbahnen umgestaltet werden. Das dafür benötigte Eis soll durch eine Firma auf den Berg gebracht werden, wie Martin Schober und Geschäftsführer Franz Schafflinger dem ORF mitteilen (Pressemitteilung vom 27.4.2017). Der Eislaufplatz bei der Alpenarena in Bad Hofgastein ist kaum besucht und es finden derzeit auch keine Sportveranstaltungen statt. Der angekündigte Kunsteislaufplatz in Bad Gastein für die Wintersaison 2017/18 ist derzeit noch nicht realisiert (7b).

(g) Innovation : Internationale Sportveranstaltungen

Schlittenhunde in Sportgastein

Immer wieder, auch wenn nicht alljährlich finden sich in Sportgastein zahlreiche Schlittenhundebesitzer mit ihren Vierbeinern ein, um hier einige Tage zu verweilen und so wie im Jahr 2018 an einen der Internationalen Schlittenhunderennen teilzunehmen. Diesmal erfolgte die Einladung durch den Veranstalter RSSC, sowie des Tourismusverbandes Bad Gastein in Zusammenarbeit mit dem Skiclub Bad Gastein. Laut einer Pressemitteilung (8a) nahmen in diesem Jahr rund 300 Hunde mit 90 Musher aus sieben Nationen in den Klassen Skijöring und Pulka Klassen B, C, A und O bei diesem Sprintrennen teil. Seit der Jahrhundertwende werden derartige Sportveranstaltungen in Sportgastein mit Erfolg durchgeführt.

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Das 19. Internationale Schlittenhunderennen fand nach zweijähriger Pause im Jahr 2018 bei herrlichem Wetter statt und noch dazu bei überaus viel Schnee.
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Das sonnenintensive Wetter ist leider begleitet von starken Windböen, sodass das Zielgelände mit seinen aufblasbaren Balken abgebaut werden musste. Für die Hunde war das alles kein Problem - sie vertragen lediglich Hitze schlecht.
Infinite trails

Sichert euch einen von 333 limitierten Teamstartplätzen bei den adidas INFINITE TRAILS World Championships in Gastein vom 22. bis 24. Juni 2018 - hieß es in den Ankündigungen dieses Events. Die Lokalzeitung "meinbezirk.at" berichtet (8c): "SalzburgerLand-Tourismus, Gastein und adidas vereinbarten am Montag, den 10. Juli 2017 eine mehrjährige Partnerschaft für die Ausrichtung des globalen Events "adidas Infinite Trails" ab 2018." - und weiter - "Trail Running ist ein Thema, das aktuell für jede alpine Tourismusregion von großer Bedeutung ist. Dass wir nun langfristig internationaler Veranstaltungsort für eine Weltmarke werden und dabei neue Standards setzen wollen - vor allem was den ökologischen Fußabdruck der Veranstaltung betrifft - ist eine großartige Gelegenheit für die Zukunft des Gasteinertales", sagt Doris Höhenwarter, Geschäftsführerin des Kur- und Tourismusverbandes Bad Gastein. - und die Tourismuspresse weiß dazu zu berichten (SalzburgerLand Tourismus GmbH vom 24.3.2018): "Sechs Monate lang suchte adidas in Zentral-Europa nach dem idealen Location Partner als Gastgeber für die adidas INFINITE TRAILS World Championships. Drei gleichwertig gute Kandidaten mit großem Interesse und eigenem Engagement gegenüber dem Sport empfahlen sich für den finalen Auswahlprozess. Am Ende fiel die Wahl auf Gastein im SalzburgerLand, das mit einem durchdachten Nachhaltigkeits-Konzept und der optimalen Nutzung vorhandener Trails und Infrastruktur überzeugen konnte."

2018 - Am 22. - 24. Juni 2018 ist es dann soweit. Bei den adidas INFINITE TRAILS World Championships starten jeweils drei Trailrunner als Teamstaffel in drei verschiedenen Kategorien (Damen, Herren, Mixed). wobei jeder Läufer eine von drei Runden absolvieren muss, die sich in Distanz und Streckenprofil unterscheiden. Folgende Routen (loops) waren geplant:
Der 1. Läufer absolviert die Strecke (25km/1900hm): Alpenarena Bad Hofgastein - Annenkaffee - Gamskarkogel - Poserhöhe - Planitzen - Alpenarena. Der 2. Läufer nimmt die Strecke (57km/3400hm): Alpenarena - Wasserfallweg - Bad Gastein - Kötschachtal - Reedsee - Palfnerscharte - Graukogel-Bergstation - Böcksteiner Höhenweg - Nassfeldertal - Bockhartsee - Miesbichlscharte - Zittrauertisch - Stubnerkogel - Skizentrum Angertal - Vogellehrpfad - Hofgastein. Der 3. Läufer absolviert die Strecke (40km/2100hm): Alpenarena - Hochsteingut - Fundneralm - Biberalm - Seebachkatzenkopf - Jedlkopf - Wetterkreuz/Mooseckhöhe - Präaualm - Dorfer Himmel - Dorfgastein - Luggau - Grabnerhof - Breitenberg - Hofgastein. Den letzten Kilometer legen die Staffelläufer gemeinsam zurück, um als Team ins Ziel einzulaufen.
Zwei Tage vor dem Bewerb gibt es ein gemeinsames Rennen (Prolog), wo alle die gleiche Strecke laufen. Dabei ist die Strecke: Hofgastein - Achenpromenade - Wasserfallweg - Bad Gastein - Böckstein - Böckfeldalm - Zittraueralm - Stubnerkogel zu absolvieren. Das Teamergebnis bestimmt die Startreihenfolge bei der anschließenden WM. An diesem Vertical Open darf jeder teilnehmen. Aufgrund heftiger Schneestürme schon bei der Zittraueralm musste der Lauf bereits bei der Stubnerkogel-Mittelstation beendet werden. Am Sonntag den 24. Juni 2018 sollte dann der Start um 4:00 Uhr erfolgen. Leider gab es während der Nachtstunden Schneefall bis 2.200 Meter Seehöhe bei anhaltendem Schlechtwetter, sodass die WM abgesagt werden musste. Bereits in den Vormittagsstunden wurden sämtliche Einrichtungen der Veranstaltung wieder abgebaut.

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Die Veranstaltung vom 22. - 24. Juni 2018 konnte leider nicht wie geplant durchgeführt werden. Schlechtwetter mit Schneefall im Hochgebirge verhinderte die Durchführung des Wettbewerbes.
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Die Anlage "adidas INFINITE TRAILS World Championships 2019" beider Alpen-Arena in Hofgastein musste leider ohne Durchführung des Wettbewerbes wieder abgebaut werden.

2019 - Die Veranstaltung - "adidas INFINITE TRAILS World Championships Gastein 2019" - konnte bereits am 1. Tag mit dem Prolog unter besten Wetterverhältnissen stattfinden. Auch der Wettkampf der 3er-Staffeln fand bei herrlichem Sonnenschein statt - die Temperaturen allerdings über 30°C im Tal und entsprechend heiß am Berg. Das 3er-Team muss 127km und 7.800 Höhenmeter bewältigen - in Form eines Staffellaufes. Auswahlkriterium für die Entscheidung, dass die Veranstaltung im Gasteinertal durchgeführt wird, sollte ein durchdachtes Nachhaltigkeitskonzept und optimale Nutzung der Trails bei entsprechend schon vorhandener Infrastruktur und ohne Beeinflussung der ökologischen Gegebenheiten sein.
Im Internet findet sich auf der "HDsports - Laufsport-, Triathlon, Ausdauer- und Leichtathletikplattform - unter dem Titel: "Umfassendes Nachhaltigkeitskonzept zum regionalen Nutzen" folgender Text (8d): "Das Schonen der Umwelt ist dabei nur ein Aspekt. Beispielsweise werden, für eine Sportveranstaltung dieser Größenordnung eher ungewöhnlich, nur Mehrwegbecher und Glasflaschen im Zielausschank eingesetzt. Auf der Strecke haben die Athleten ihren eigenen Silikonbecher dabei. Starter, die Müll nicht an den vorgesehenen Stellen entsorgen, werden disqualifiziert. Aber der Ansatz ist vielschichtiger und setzt auf die regionale Infrastruktur und Wirtschaft. Die Wertschöpfung durch ein solches Sport-Highlight soll im Gasteinertal bleiben. Die Finisher-Medaillen sowie das gesamte Branding, das größtenteils aus Recyclingmaterial besteht, lassen die Organisatoren von ansässigen Unternehmen produzieren. Die Medaillen, die aus dem Naturprodukt Holz gefertigt sind, werden durch gemalte Bilder von Gasteiner Schulkindern auf der Rückseite sogar zu kleinen Unikaten. "Die Nachhaltigkeit war bereits bei der Ausschreibung für den Standort der adidas INFINITE TRAILS World Championships ein elementarer Aspekt der Bewerbung", erklärte Mike Hamel, Geschäftsführer der für die Organisation zuständigen Agentur Planet Talk." - 824 Läufer aus 45 Nationen waren am Start. Freunde und Sportbegeisterte waren mitgereist und haben das Gasteinertal ungemein belebt. 350 Helfer sorgten für den perfekt organisierten Ablauf der Sportveranstaltung. Das "Event-Konzept" wurde von der Bevölkerung weitgehend mitgetragen und als Erfolg gewertet. Die Organisation der Veranstaltung schien perfekt und die Begeisterung bei der Siegerehrung am Abend wurde als ungebrochen wahrgenommen. Eine gelungen, innovative Aktion seitens der Verantwortlichen.

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Der Start "adidas INFINITE TRAILS World Championships 2019" fand bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen bis zu 32°C statt.
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Vorgegeben waren 3er-Staffeln und 3 Loops - "adidas INFINITE TRAILS World Championships 2019" - mit 127 km und 7.800 hm bei ungetrübtem Sonnenschein und großer Hitze.
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Hot-Spots und Labstellen wurden auf der Strecke positioniert, um den Bergläufern ausreichend Flüssigkeit anbieten zu können, was bei dieser Hitze kaum gelang. Der gesamte Lauf dauert bis in die Abendstunden. Den Abschluss fand die Veranstaltung mit der Siegerehrung in der AlpenArena Hofgastein.
Marktlauf Bad Hofgastein

War der "Infinite trail" wohl das Highlight der Sportveranstaltungen im Sommer 2019, so gilt der Marktlauf in Bad Hofgastein als nicht weniger populär. Erstmals durchgeführt im Jahr 1988 war die Marktgemeinde Bad Hofgastein und der Wintersportverein Veranstalter. Nach der Gründung der "Sektion Lauf" mit Sektionsleiter Manfred Köstinger Jun. wurde der Marktlauf in Hofgastein zum größten Laufevent im ganzen Pongau (8b). Im Jahr 2006 starteten 500 Teilnehmer, davon 300 Kinder und Schüler. Zwischenzeitlich haben auch international bekannte Größen, insbesondere aus Kamerun und Jamaica beim Marktlauf Bad Hofgastein teilgenommen. Im Jahr 2018 allerdings waren es überwiegend Teilnehmer aus der Region, aber auch aus den Nachbarländern. Auch Olympia-Bronzemedaillengewinner Bernie Gruber ließ sich dieses sportliche Ereignis nicht entgehen. Auffällig viele Kinder haben dem Marktlauf beigewohnt und der Zustrom ist ungebrochen - eine seit Beginn der Veranstaltung erfolgreiche und sinnvolle Veranstaltung.

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Der immer wieder gut besuchte Marktlauf in Bad Hofgastein ist besonders für Kinder ein großartiges Ereignis. Bei den Erwachsenen beträgt der Hauptlauf Weiblich 3.750 m, der Hauptlauf Männer 6.250 m. Der Staffelbewerb wird mit 3 x 1.250 m gelaufen.
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Beim 25. Marktlauf 2013 in Bad Hofgastein waren neben weiteren Sportlern aus angrenzenden Ländern auch Läufer aus Kenia mit dabei. Die Kenianer zeigten eine überragende Leistung und überrundeten ihre Mitläufer souverän.

2019 gilt als besonderes Jahr des Laufleistungssportes in Gastein, zumal in diesem Jahr gleichzeitig die "Infinite trail world championships" stattfand. Der Marktlauf konnte die Infrastruktur dieser Weltmeisterschaftsveranstaltung mit benützen und dadurch eine besondere Atmosphäre schaffen. Zahlreiche Jugendliche und Erwachsene, Buben wie Mädchen haben an diesem Marktlauf teilgenommen. Ganz besonders lobenswert ist die zahlreiche Teilnahme der Schul- und Vorschulkinder, insbesondere die Jahrgänge 2013, 2014 und 2015. Die jüngsten Teilnehmer waren also gerade mal knapp 3-4 Jahre alt.

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Beim Marktlauf 2019 in Bad Hofgastein waren insbesondere viele Jugendliche mitgelaufen. Besonders beeindruckend die ganz "Kleinen" - noch im Vorschulalter - schon im Rennen.
Fulseck Gipfelstadl Trophy

Der 1. Fulseck-Gipfelstadl Trophy in Dorfgastein fand im Jahr 2013 statt mit Start bei der Talstation der Fulseck-Bahn bis hinauf in die Gipfelregion auf 2.033m. Seitdem findet dieser Berglauf jährlich statt, deren Bestleistungen bei 42 Minuten und mittlerweile darunter liegen. Dabei sind 1.200 Höhenmeter zu überwinden bei einer Strecke von 3,3 km. Die Strecke ist frei wählbar, es haben sich jedoch zwei Strecken als besonders beliebt erwiesen, das sind die steilere Variante entlang der Lifttrasse (ca. 3,3 km) und die entlang von Wanderwegen und Skipisten über die Wengeralm (ca. 4,1 km). Auch dieser Event unter dem Motto - "Beinhoat.Das Vertical" - scheint ungebrochen beliebt und wird auch von vielen Einheimischen gelaufen und mitgetragen.

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Dieses als - "Beinhoat.Das Vertical" - bezeichnete Bergrennen mit dem Start bei der Talstation der Gondelbahn bis hinauf zum Fulseckgipfel zeigt jährlich eine steigende Teilnehmerzahl.

(h) Innovation : MEGA-Events

Großveranstaltungen, möglichst über mehrere Tage sollen die Konkurrenz anderer Tourismusgebiete erblassen lassen und zahlreiche Gäste aus Nah und Fern anlocken. Auch wenn viele ohne diese Mega-Events trotzdem zum Schifahren nach Gastein kommen würden, beweisen die Nächtigungszahlen während der Veranstaltungstage den Erfolg. Zusätzlich will man mit derartigen "Groß-Veranstaltungen" auch immer in den Medien "präsent" sein - im Blickfeld bleiben. So sieht es zumindest die Tourismusbranche, denn die Angst geht um - "in Vergessenheit zu geraten!". Dasselbe ist auch in anderen Skigebieten zu beobachten, die vom Wintertourismus abhängig zu sein scheinen und unermüdlich weitere Projekte fordern. Zunehmend rückt auch wieder der Sommertourismus ins Rampenlicht, denn die Nächtigungszahlen der Beherbergungsbetriebe müssen gesteigert werden. Als gelungenes Mega-Event soll hier die erstmals 2018 angesetzte und 2019 durchgeführte Großveranstaltung- "adidas Infinite trail world championships 2019" nicht unerwähnt bleiben, mitgetragen auch von der heimischen Bevölkerung.

Sound & Snow Gastein

MEGA-Events im "Kleinen" hat es bereits in den vergangenen Jahren in Bad Hofgastein gegeben. NENA am 19. August 2016, Rainhard Fendrich am 11. August 2017 und das Open-Air Konzert am 21. Juli 2018 mit Startenor Juan Diego Flórez, gemeinsam mit der Philharmonie Salzburg, immer in der Alpenarena Bad Hofgastein. Das Mega-Event - Sound & Snow Gastein - nun wurde von der im Jahr 2007 gegründeten Leutgeb Entertainment Group organisiert, vom 18.-20. Jänner 2019 bei der neuen Talstation der Schlossalmbahn. Die 3 Tage dauernde Veranstaltung mit Berühmtheiten wie ANDREA BERG, DIEFANTASTISCHENVIER und DJ GARRIX neben zahlreichen anderen Teilnehmern soll gewinnbringend und Werbewirksam durchgeführt werden. Abgesehen vom Werbeeffekt haben nur wenige Beherbergungsbetriebe und Gasthäuser in diesen drei Tagen profitiert. Auch konnten keine heimischen Firmen an diesem Mega-Event teilhaben. Veranstalter Leutgeb allerdings meint, der Gewinn entspräche letztlich einem profitablen Verhältnis 1 : 10 (!) - das überzeugt.

Sound & Snow Gastein
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Sound & Snow Gastein ist ein weiteres Highlight in der seit 2016 in Bad Hofgastein begonnenen, medienwirksamen Großveranstaltungen. Weniger als Kulturveranstaltung, vielmehr als werbewirksame Inszenierung ist dieser Mega-Event gedacht. Im Dezember 2019 beginnt Sound & Snow Gastein 2019/20 mit Bonez MC, RAF Camora & Kontra K
Massentourismus Gastein ?

Stolz wird in den Gasteiner Nachrichten vom 15. März 2019 berichtet: "750 Gäste aus Irland tauschen Ende Jänner die Grüne Insel gegen die weißen Pisten im Gasteinertal." - In Kooperation mit dem führenden Ski-Reiseveranstalter Topflight und der Veranstaltung "Today FM Ski Trip", eine der beliebtesten irischen Morning Show im Radio kommen 750 Iren zum Ski-Urlaub für 1 Woche in das Gasteinertal. Etwa 400.000 Radiohörer in Irland verfolgen dabei die tägliche Live-Schaltung und Stimmungsberichte aus dem Gasteinertal mit dem mitgereisten berühmten Moderator Ian Dempsey - ein erster Schritt zum Massentourismus?

(i) Innovation : Mögliche Zielsetzungen

Ein Vortrag vom Prof. Dr. Werner Bätzing im September 2018 im Kongresszentrum Bad Hofgastein (Veranstalter: Lions Club Gastein) weist auf die Gefahren und Zielsetzungen hin, die der zukünftige Tourismus im Gasteinertal mit sich bringt. Wie auch anderswo im Alpenraum sind das: a) die Zersiedelung und Verstädterung im Tal - b) die Vernachlässigung der Kulturlandschaft im Gebirge - c) die Intensivierung der Landwirtschaft durch Exzessive Nutzung und - d) die einseitige Ausrichtung der Maßnahmen auf den Tourismus ohne Einbindung der Bevölkerung. Dazu schlägt Dr. Bätzing für das Gasteinertal vor, in Zukunft auf Kulinarik mit spezifischen, einheimischen Produkten, auf die Erhaltung der Kulturlandschaft, auf ein breites kulturelles Angebot und als wichtigsten Faktur auf das zunehmende Bedürfnis der Menschen für Gesundheit, insbesondere der Gesundheitsprotektion zu setzen.
Mehr Gesundheitseinrichtungen würden mehr vom Tourismus unabhängige Arbeitsplätze schaffen, sodass der Arbeitsplatz am Wohnort die Zahl der Auspendler reduziert. Die Landwirtschaft muss gefördert und damit verbunden müssen vermehrt spezifische kulinarische Produkte aus der Region hergestellt und angeboten werden - in Zusammenarbeit mit den Gast- und Beherbergungsbetrieben. Förderung der Landwirtschaft im Alpenraum garantiert die Erhaltung der Kulturlandschaft als "interessante Landschaft". Werden die Berghänge nicht mehr bewirtschaftet, führt dies zu komplette Verwaldung und somit zu einer "uninteressanten" Landschaft. Zugleich sollte das Kulturangebot nicht auf Brauchtumsveranstaltungen und Events beschränkt bleiben. Ein breit aufgestelltes Kulturangebot erweitert das Konzept der Gesundheitsprotektion. Von Freizeitparks und klischeehaften Events muss abgesehen werden.
Letztlich aber muss ein Konsens mit der Bevölkerung geschaffen werden, denn wie Dr. Bätzing ausführt: "Nur der Einheimische kann den Gast für den Urlaubsort Gastein begeistern, nicht der Gast den Einheimischen." - Das gelingt aber nur, wenn die Bevölkerung ein "derartiges Konzept" auch mitträgt.

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Weiterführende und verwandte Themen :
Gastein im Bild
• Menschenwerke - Gastein-Projekte - nach 1945
• Architektur - Baumeister Angelo Comini - . . .
• Dokumentation - Gerhard Garstenauer - Projekt Sportgastein
• Kunst/Kultur - Kulturverein Sägewerk - 2000
• Kunst/Kultur - Sommerfrischekunst - Bad Gastein 2011
• Kunst/Kultur - Kurmusik - bis 2017

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Literatur : Die Informationen der oben angeführten Themenbereiche sind teilweise dem Buch: "Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins" von Sebastian Hinterseer, 1977 - dem Buch: "100 Jahre Wintersportverein Bad Hofgastein", 2008 - dem Buch "Halt' aus Bauer" von Erika Scherer/Franz Steinkogler, 2012 - und zahlreichen Werbebroschüren und Lokalzeitungen entnommen.

Quellenangaben
1a - 100 Jahre Wintersportverein Bad Hofgastein, 2008, S. 22
1b - Zeitschrift Alpin 5/2018 mit der Beilage "Extra Gastein", Olympia-Verlag GmbH
1c - Erläuterungen zur Geologische Karte der Umgebung von Gastein von Christof Exner, Wien 1957, S. 2
4a - Gasteiner Rundschau Nr. 213, Dezember 2017, S. 11
4b - Meinbezirk.at, 4. Februar 2018
5a - Gasteiner Rundschau Nr. 213, Dezember 2017, S. 29
6a - Die Geschichte Gasteins und des Gasteiner Tales von Heinrich von Zimburg, 1948, S. 33
6b - Gasteiner Nachrichten 8. Ausgabe, 16. März 2018, S. 2
7a - Zwischen Wildnis und Freizeitpark, Rotpunktverlag Zürich, 2. Ausgabe 2017, S. 61,62
7b - Bezirksblatt Pongau 01./02. Februar 2017
8a - Pressemitteilung (meinbezirk.at) vom 4.3.2018
8b - 100 Jahre Wintersportverein Bad Hofgastein, 2008, S. 123
8c - Pressemitteilung (meinbezirk.at) vom 4.8.2017
8d - HDsports - Laufsport-, Triathlon, Ausdauer- und Leichtathletikplattform, 2019 - Herausgeber: Thomas Bauer MSc - https://www.hdsports.at/trail/

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