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F - Pilze im Gasteinertal: Amanitaceae - Artenzahl: 6
Pilze im Gasteinertal Hauptmerkmale
Pilze Gasteins
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Amanitaceae

Knollenblätterpilze . Wulstlinge

Fruchtkörper mit Velumbildung als Scheide und/oder Manschette. Hut dünnfleischig bis fleischig, zentral gestielt, Hutrand nicht eingerollt. Lamellen ganzrandig, fast frei bis angeheftet mit pseudobilateralen Trama. Gesamthülle (Velum universale) vorhanden, teilweise als basale Scheide (Volva) ausgebildet. Fruchtkörper oft mit Schleier versehen, der am Stiel einen Ring und am Stielboden eine Scheide bildet. Teilhülle (Velum partiale) teils als Manschette ausgebildet, teils fehlend.
Sporen: Der Sporenstaub ist weiß oder rosa. Sporen kugelig oder ellipsoid, teils glatt, teils warzig.
Hauptmerkmale s. Agaricales // Bestimmungshilfe s. Amanitaceae - . . .

→ Fam. Amanitaceae (n. E. Horak) : Fruchtkörper (Frkp) relativ robust. Hut ohne oder mit Velumresten (bzw. mit oder ohne Sporozysten im LM). Lamellen frei. Lamellentrama bilateral divergierend. Stiel mit oder ohne häutigem, hängenden Ring (Manschette). Stielbasis mit oder ohne häutige, sackförmige Volva (vgl. Volvarella) bzw. mit gürtelförmig bis ringförmigen Velumresten. Sporenpulver weiß, amyloid oder inamyloid. Laubbäume, Nadelbäume. Ektomykorrhiza (alle Arten).

Pilzbestimmungskriterien n. Rita Lüder
Familie der Knollenblätterpilze (Amanitaceae) : Gemeinsam sind allen Pilzen dieser Familie die freien Lamellen, der leicht vom Hut abtrennbare Stiel, die weißen Sporen und die weißen Lamellen. Alle haben sie eine Gesamthülle (Velum universale), die beim heranwachsendem Pilz in Flocken aufreißt und letztlich an der Stielbasis (Knolle) eine Scheide zurücklässt.
Wulstlinge (Amanita): Stiel trägt immer einen Ring. Die Huthaut lässt sich tortenstückartig abziehen (bei Täublingen reißt sie unregelmäßig ein). Sporen sind rundlich bis elliptisch. Das weiße Sporenpulver kann amyloid oder inamyloid sein, was als Unterscheidungsmerkmal hilfreich ist. Der Hutrand kann gerieft oder ungerieft sein. Je nachdem, wie die Gesamthülle einreißt (am Scheitel, in der Mitte, rundherum oder unten) bleiben Flocken entweder am Hut, an Hut und Stiel, überall vorhanden oder rudimentär oder fehlend am Stiel.
Hinweis: Schleimschirmlinge (Limacella) unterscheiden sich von den Wulstlingen durch den schmierigen oder klebrigen Hut.

Pilze Gasteins

Arten der in Gastein vorkommenden Knollenblätterpilze alphabetisch nach dem lateinischen Namen geordnet . . .
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten
Amanita crocea, Gasteinertal Amanita crocea
Orangebrauner Scheidenstreifling
Safran-Streifling
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Stiel ohne gürtelförmige Velumreste. Hut orange, orangebraun, 60 - 120 mm. Stiel mit kleinen orangen Schüppchen, alt genattert. Hut jung kegelig, glockig, später gewölbt bis flach ausgebreitet. Oberfläche feucht, schmierig, trocken glatt glänzend, selten mit weißen Hüllresten. Lamellen frei, bauchig, cremefarben. Stiel zerbrechlich, alt hohl, feinschuppig genattert, ohne Ring. Volva hoch, lappig, außen weiß, innen gelblich. Fleisch zart, weiß, brüchig. Essbar - Roh giftig, deshalb auch Kochwasser verwerfen. Der Pilz wird der Sektion Vaginatae zugeordnet.
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Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Rauchkogelgraben, Bad Hofgastein am 25.7.2008
Amanita fulva, Gasteinertal Amanita fulva
Rotbrauner Streifling
Fuchsiger Scheidenstreifling
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Hut 4- 7cm breit, anfangs kegelig-glockig, später flach ausgebreitet, mit stumpfen Buckel; Oberfläche jung klebrig, glänzend, fettig anzufühlen, meist ohne Velumreste, orangebraun bis dunkelrotbraun. Der Hutrand ist heller und stark gerieft. Lamellen sind am Stiel frei, dicht gedrängt, bauchig breit, weißlich. Fleisch zart, brüchig, weiß, Bruchstelle nicht verfärbend. Stiel blass, fuchsig mit anliegender weißlicher, fuchsig gefleckter, weit hinaufreichender Scheide. Sporenpulver weiß. Essbar - roh giftig!
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Thronegg/Gasteinertal am 25.07.2003
Amanita muscaria, Gasteinertal Amanita muscaria
Fliegenpilz
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Der Fliegenpilz ist der wohl bekannteste Pilz überhaupt, obwohl immer noch Pilzvergiftungen mit derartigen Pilzen vorkommen. In frühen Zeiten hat man ihn zum Dezimieren der Stubenfliege häufig verwendet (musca= Fliege).
Huthaut abziehbar, rot. Weiße Pusteln können vom Regen abgewaschen werden. Best bekannter Pilz - Giftig!
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Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Annenkaffee, Gasteinertal 31.7.2008
Amanita rubescens, Gasteinertal Amanita rubescens
Perlpilz
Rötender Wulstling
◊ Bild-Galerie
Hut blassrötlich bis braunrot mit weißlich oder rötlich-grauen Pusteln (können vom Regen abgewaschen werden!). Hutrand glatt! Lamellen weiß bis rötlich gefleckt, ziemlich breit. Stiel derb und kräftig, teils schmächtig. Knolle rüben- oder zwiebelförmig. Fleisch verletzt weinrötlich (auch an Fraßstellen!) gilt als sicheres Zeichen zur Unterscheidung ähnlicher Arten - z.B. Pantherpilz! Essbar! Vorkommen in Laub- und Nadelwäldern. Sehr häufig!
Bestimmung mit freundlicher Unterstützung von Frau Univ.-Prof. Mag. Dr. Irmgard Greilhuber, ÖMG
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Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Faschingberg, Gasteinertal am 14.7.2008
Amanita submembranacea, Gasteinertal Amanita submembranacea
Grauhäutiger Streifling
Hut 6- 10cm breit, jung eiförmig-glockig, dann ausgebreitet mit flachen Buckel. Oberfläche glatt, graubraun, olivbraun, mit großen, grauen Velumresten. Rand heller, über ein Drittel rillig gerieft. Lamellen frei, jung weiß. Fleisch dünn, ohne besonderen Geruch. Stiel apikal weißlich, 7-14cm lang bis 1,5 cm breit, ohne Ring, weiß, mit feinen grauen Schüppchen bedeckt, genattert. Basis knollig, mit grauer, dünnhäutiger Volva. Sporenpulver weiß. Sporen 10-15 x 9- 13µm groß. Essbar, roh giftig! - Nadelwälder, selten Laubwälder.
Bestimmung mit freundlicher Unterstützung von Frau Univ.-Prof. Mag. Dr. Irmgard Greilhuber, ÖMG
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Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Annenkaffee, Gasteinertal am 28.9.2008
Amanita umbrinolutea Amanita umbrinolutea
Zweifarbiger Streifling
H: 5- 12cm, eiförmig-glockig, später ausgebreitet mit flachem Buckel bis etwas niedergedrückt, olivgrau, olivbraun, meist mit heller Zone und blassem, evtl. gelblichem Rand, gerieft. Lamellen frei, weißlich, Schneiden dunkel. Stiel graubraun genattert auf blassem Grund, Volva häutig, weißlich bis ockerlich. Fleisch weiß, zart, brüchig. Geruch und Geschmack unauffällig. Essbar! Roh giftig. Sporenpulver weiß. Sporen 9- 14µm, rund bis rundlich, glatt, inamyloid.
Bestimmung mit freundlicher Unterstützung von Frau Univ.-Prof. Mag. Dr. Irmgard Greilhuber, ÖMG
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Annenkaffee am 6.10.2008
Weiterführende und verwandte Themen :
• Biologie : Pflanzenwelt - Gasteinertal
• Biologie : Ökologie - Biotope, Umwelt
• Inhaltsverzeichnis : Flechten Gasteins - Index

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Anmerkung: Die Informationen und Bestimmungsmerkmale wurden diversen Pilzbestimmungsbüchern, wie auch dem Buch
"Röhrlinge und Blätterpilze in Europa" von Egon Horak, Verlag Elsevier GesmbH, München 2005,
dem Buch "Grundkurs Pilzbestimmung" von Rita Lüder, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiebelsheim 2007, sowie der
"Exkursionsflora von Deutschland" von Werner Rothmaler, Band I, Fischer-Verlag 1994 - entnommen.
Fehlbestimmungen können nicht ausgeschlossen werden. Beschreibung ohne Gewähr.

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© 2008 (Rev. 2019) Anton Ernst Lafenthaler
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