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F - Pilze im Gasteinertal: Strophariaceae - Artenzahl: 4
Pilze im Gasteinertal Hauptmerkmale
Pilze Gasteins
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Strophariaceae

Träuschlingsartige

Kleine, mittelgroße Arten auf Holz oder Erdboden. Fruchtkörper zum Teil mit Velum (Ring oder Faserreste am Hutrand und am Stiel). Lamellen breit angewachsen, teilweise herablaufend. Sporenpulver lila- purpur- bis schwärzlichbraun, auch violettschwarz. Sie werden heute zur Ordnung der Agaricales gestellt.
Hauptmerkmale s. Agaricales // Bestimmungshilfe s. Strophariaceae - . . .

→ Fam.: Strophariaceae (n. E. Horak) : Fruchtkörper klein bis groß. Hymenophor trocken bis schmierig, hygrophan. Lamellen angeheftet bis angewachsen, bisweilen kurz herablaufend. Stiel bzw. Hutrand mit oder ohne Velumreste. Sporenpulver lila, lilabraun, prurpurbraun, graubraun, zimtbraun oder ockerbraun. Sporen oval, elliptisch oder mandelförmig, glatt (in SEM bisweilen rau bis feinwarzig), braun bis schwarz, opak, meist mit Keimporus (oder Kallus). Cheilozystiden vorhanden, bisweilen mit Pleurozystiden bzw. Chrysozystiden. Huthaut kutikulär (glatt bis radial faserig), selten trichodermal (faserig bis schuppig) oder hymeniform (zellig). Schnallen vorhanden. Erde Holz, Rinde, Pflanzenreste oder Mist. Saprob (bisw. Parasitär).

Pilzbestimmungskriterien n. Rita Lüder
Bei der Familie der Träuschlingsartigen (Strophariaceae) gemeinsam ist ihnen lediglich das bräunliche Sporenpulver ("Braunsporer").
Die Träuschlinge (Stropharia) haben klebrige bis schleimige und oft mit Flocken besetzte Hutoberflächen und behangenen Hutrand. Die Lamellen sind breit angewachsen, sind graubraun mit leicht violettem Schein. Der Stiel kann trocken oder schmierig sein und trägt einen Ring, welcher im alter verschwindet. Unterhalb des Ringes ist der Stiel häutig mit Schuppen besetzt; die Stielspitze ist beivielen Arten gerieft. Das Fleisch riecht zerdrückt grasartig. Sporen glatt. Es sind Saprophyten auf Erde, Holz, Dung mit der Hauptvegetationszeit Herbst.
Bei den Schwefelköpfen (Hypholoma) haben jung einen an Zündhölzer erinnernden Fruchtkörper, was ihnen den Namen gab. Sie wachsen in büscheln. Der Hut ist ± gewölbt und manchmal etwas gebuckelt. Huthaut glatt. Kein Ring am Stiel. Die Lamellen sind schmal angeheftet bis relativ breit und etwas ausgebuchtet angewachsen. Sporenpulver schwärzlich-violett. Vorkomen auf totem Holz.
Schüpplinge (Pholiota) wachsen auf büschelig Holz (selten Erde). Manche breiten sich auf verletzten Stellen von lebenden Bäumen aus. Der Hut ist halbkugelig bis gewölbt, manchmal etwas buckelig. Die Hutoberfläche kann schuppig, trocken oder klebrig sein. Die Lamellen etwas ausgebuchtet und ± gerade oder schwach herablaufend sein. Jung sind sie blass bis gelblich, im Alter dunkler. Sporenpulver miclhkaffeebraun bis graubraun. Sporen elliptisch, glatt. Der Ring am Stiel weist Haarschleierreste auf und darunter ist der Stiel oft schuppig.

Pilze Gasteins

Im Gasteinertal vorkommende Träuschlingsartige alphabetisch geordnet.
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten
Hypholoma capnoides Hypholoma capnoides
Grau- bzw. Rauchblättriger Schwefelkopf
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Hut 2-8 cm breit, erst gewölbt, bisweilen leicht gebuckelt. Oberfläche glatt, blassgelb, bald gelbbraun. Mitte fuchsig-rötlich bis bräunlich. Rand mit dünnen, vergänglichen, erst weißen, dann dunkelbraunen Schleierresten, ungerieft. Lamellen am Stiel angeheftet-angewachsen, kaum gedrüngt, untermischt, erst blass, bald aschgrau, alt grauviolett, ohne grünen Farbtäne. Stiel 5-8 cm, 3-7 mm breit, hohl, schlank, oft gebogen, oben weißlich, hellgelblich, abwärts gelbbräunlich bis rostbraun. Schleierreste können bei jungen Pilzen eine Ringzone andeuten. Die Stiele sind am Grund oft büschelig verwachsen. Fleisch dünn, weißlich-blassgelb. Geruch angenehm, Geschmack mild, nicht bitter. Sporenpulver braunviolett. Essbar!
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Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Annenkaffee, Gasteinertal 30.9.2008
Kuehneromyces lignicola Kuehneromyces lignicola
Stockschwämmchen
Hut bis 5 cm breit, hell- bis dunkelbraun, haselnuss-, gelbbraun. Mitte ausbleichend (hygrophan), mit stumpfen Buckel; Oberfläche hygrophan, trocken von der Mitte her ausblassend, ockergelb, feucht klebrig, dunkel horn- bis dattelbraun. Rand abwärts gebogen, feucht fein gerieft, jung bisweilen mit Velumresten. Fleisch gelblich, dünn, brüchig. Stiel dunkelbraun, glatt, nur selten mit flüchtigem Ring. Lamellen hellbraun bis zimt- oder nussbraun, am Stiel gerade angewachsen, schmal gedrängt, mit Zwischenlamellen. Stiel 3-7 cm lang, bis 0,5 cm dick, alt hohl, dunkelbraun, glatt, bisweilen mit vergänglichem Ring, Basis weiƟfilzig. Geruch und Geschmack unbedeutend. Büschelig wachsend an morschem Nadelholz oder Holzabfällen. Sporenpulver zimtbraun. Sporen 6-7,5 x 3-5 µm, elliptisch, glatt, apikal abgeflacht mit Keimporus.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Poserhöhe, Gasteinertal am 4. Juli 2020
Pholiota lenta Pholiota lenta
Tonfarbener Schüppling
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Hut blass, tonbräunlich oder bei trockenem Wetter fast weißlich, mit bräunlichem Scheitel. Huthaut stark schleimig, mit im Schleim schwimmenden weißen Schüppchen. Hutdurchmesser 3- 10 cm. Lamellen lange blass, olivgelb, beim Reifen langsam lehmbräunlich, gedrängt, gerade bis ausgebuchtet angewachsen. Stiel weißlich mit gleichfarbigen flockig-sparrigen Schuppen, im oberen Teil jung mit flockiger Ringzone. Stielfleisch weißlich, am Stielgrund bräunlich. Geschmack leicht scharf-rettichartig. Kein Speisepilz!
Einzeln, büschelig oder gesellig auf am Boden liegendem oder vergrabenen Holz. Meist an Laubholz.
MIKRO: Sporenpulver braun. Sporen elliptisch bis bohnenförmig mit feinem Keimporus. 6-8 x 3,4-4,5 µm.
Bestimmungshilfe: Uwe Winkler und Werner Edelmann, Pilz-Forum am 26.11.2008
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Annenkaffee, Gasteinertal 6.10.2008
Pholiota lubrica Pholiota lubrica
Pholiota decussata
Weißflockiger Schüppling
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Hut dick schleimig, mit im Schleim schwimmenden Velumresten. Hutfarbe hellrostorange oder orangebraun, 3-8 cm. Hutrand hellgrau bis beige, trocken mehr oder weniger eingewachsen faserig. Lamellen jung weißlich, alt gelblich bis grauockerlich, bisweilen oliv. Stiel 5-9 cm lang und 10 - 15 mm dick, jung weiß, flockig, schuppig, alt kahl. Stielbasis bräunend. Geruch und Geschmack schwach nach Rettich. Chrysozyst fehlend. Sporen 6-8 x 3,5-4,5 µm.
Laub- und Nadelholz, Rinde oder vergrabene Holzreste, Erde.
Bestimmungshilfe: Werner Edelmann, München
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Annenkaffee, Gasteinertal 14.10.2008
Pholiota squarrosa Pholiota squarrosa
Sparriger Schüppling
Hut strohfarben mit rostbraunen, sparrig abstehenden Schuppen; glockig gewölbt bis flach ausgebreitet; mehr oder weniger fleischig; der Rand ist lange eingerollt. Hutdurchmesser um 5 - 10 cm. Lamellen blass-olivgelblich bis rostbräunlich; schmal und relativ eng angeordnet, meist etwas herablaufend. Stiel gleicht dem Hut, oberhalb des Ringes weißlich, glatt, sonst sparrig-schuppig. Auffallend zäh.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Schlossalm/Gasteinertal am 26.9.2002
Stropharia aeroginosa Stropharia aeroginosa
Grünspanträuschling
Stropharia cyanea
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Huthaut dunkelgrün bis blaugrün, im Alter senfgelblich ausblassend. Huthaut schmierig, mit locker verteilten weißlichen Schüppchen, die auch vom Regen abgewaschen sein können. Rand ebenfalls von Velumresten behangen. Lamellen blassgraubräunlich, bei der Reife dunkel violettbraun, mit weißlicher Lamellenschneide. Stiel blaugrün, mit gut ausgeprägtem, gerieftem Ring, darunter sparrig schuppig. Basis oft mit weißlichen Mycelsträngen. Fleisch weißlich bis blass grünlich. Geruch erdig bis etwas muffig. Sporenpulver dunkel violett-braun.
MIKRO: Sporen elliptisch-apfelkernförmig ohne deutlich sichtbaren Keimporus, 4-5,5 x 7-9 µm. Cheilozystiden: schlank keulig-kopfig.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Annenkaffee, Gasteinertal 02.10.2008
Weiterführende und verwandte Themen :
• Biologie : Pflanzenwelt - Gasteinertal
• Biologie : Ökologie - Biotope, Umwelt
• Inhaltsverzeichnis : Flechten Gasteins - Index

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Anmerkung: Die Informationen und Bestimmungsmerkmale wurden diversen Pilzbestimmungsbüchern, wie auch dem Buch
"Röhrlinge und Blätterpilze in Europa" von Egon Horak, Verlag Elsevier GesmbH, München 2005,
dem Buch "Grundkurs Pilzbestimmung" von Rita Lüder, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiebelsheim 2007, sowie der
"Exkursionsflora von Deutschland" von Werner Rothmaler, Band I, Fischer-Verlag 1994 - entnommen.
Fehlbestimmungen können nicht ausgeschlossen werden. Beschreibung ohne Gewähr.

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Pilze im Gasteinertal: Strophariaceae - Träuschlingsartige
© 2010 by Anton Ernst Lafenthaler
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