Stichwortverzeichnis Home Inhaltsverzeichnis Pilze/Flechten im Gasteinertal
F - Pilze im Gasteinertal: Pflanzenparasitische Kleinpilze auf Gefäßpflanzen
Pilze im Gasteinertal Hauptmerkmale
Pilze Gasteins
Inhalt

Pflanzenparasitische Kleinpilze

Wirtspflanzen . Befallsbild

Neben den bekannten "Großpilzen", welche vornehmlich Pilzsammler im Blickfeld haben, gibt es eine riesige Auswahl an sog. "Kleinpilzen", die man zwar durch das Befallsbild der Wirtspflanze aufspüren kann, aber letztlich ohne Lupe keine Differenzierung gelingt. Durch den Befall lebender Pflanzen werden diese im Wachstum mehr oder weniger beeinträchtigt und verändern dabei ihr Aussehen. Oft befallen die jeweiligen Pilzarten immer nur Pflanzen einer bestimmten Gattung oder Art und sind so auch manchmal ohne Mikroskop zu identifizieren. Meist oder praktisch immer benötigt man aber ein Mikroskop und dazu umfangreiches Mikrobiologiewissen zur sicheren Bestimmung. Die im Gasteinertal vorkommenden pflanzenparasitischen Kleinpilze sollen nachfolgend vornehmlich durch Bilder dokumentiert und nur bei ausreichender bzw. sicherer (?) Identifizierung benannt werden.
Pflanzenparasitische Kleinpilze sind in vielen Abteilungen vertreten, inklusive in der Abteilung der Basidiomycota, den Ständerpilzen. Die Systematik diesbezüglich ist ständig im Fluss und kann hier in der nachfolgende Übersicht nur bedingt als aktuell gelten. Die Wirtspflanzen sind alphabetisch nach ihrer Familienzugehörigkeit gereiht.

Die von Pilzen befallenen Pflanzen werden in den nachfolgenden Pflanzenfamilien vorgestellt:
FamilienAsclepiadaceae (Seidenpflanzengewächse) → Asteraceae (Korbblütler) → Betulaceae (Birkengewächse) → Canabinaceae (Hanfgewächse) → Caprifoliaceae (Geißblattgewächse) → Ericaceae (Erikagewächse) → Juncaceae (Binsen/Simsen) → Lamiaceae (Lippenblütler) → Ranunculaceae (Hahnenfuß) → Rosaceae (Rosengewächse) → Salicaceae (Weidengewächse)

Die von Pilzen befallenen Wirtspflanzen
Aconitum - Eisenhut
Adenostyles - Alpendost
Alnus - Erle
Cirsium - Kratzdistel
Doronicum - Gämswurz
Galeopsis - Hohlzahl
Humulus - Hopfen
Leontodon - Löwenzahn
Lonicera - Heckenkirsche
Luzula - Hainsimse
Malus(Apfel
Mentha - Minze
Petasites - Pestwurz
Picea - Fichte
Prenanthes - Hasenlattich
Rhododendron - Alpenrose
Rosa - Rose
Rubus - Bombeere
Salix - Weide
Senesio - Greiskraut
Sorbus - Eberesche
Tussilago - Huflattisch
Vincetoxicum - Schwalbenwurz

Systematik der Pilzgroßgruppen

Entwicklungszyklus, Phytophthora Oomycota - Falsche Mehltaue, Peronosporomycetes
Die ohne Rang geführten Oomycota (Peronosporomycetes, Oomycetes, Algenpilze, Cellulosepilze) sind eher den Algen als den Pilzen zugehörig und Verursacher einiger gefürchteter Pflanzenkrankheiten, bekannt als "Falsche Mehltaue" der Ordnung Peronosporales.
Sie bilden ein Myzel aus, welches sich intrazellulär ausbreitet und so dichte Rasen bildet (Konidienträger auf Blätter, Stängel und Früchten). Zu dieser Gruppe gehören auch die sog. "Weißroste" (Albuginaceae), die porzellanartige Krusten auf der Pflanze bilden (Konidienträger in dichten Gruppen).
- Häufige Gattungen (nach Klenke u. Kruse) : Hyaloperonospora, Plasmopara, Plasmoverna und Phytophthora bilden schneeweiße, dichte Rasen; Peronospora hingegen dunkel bis violett graue, auffällig lockere Rasen. Die typischen Weißrostgattungen Albugo, Pustula u. Wilsoniana sind kenntlich an den cremefarbenen, porzellanartigen Krusten (später stäubend). Oft erfolgen ein systemischer Befall mit verkrümmten, verdrehten Blättern und Früchten und/oder eine vollständige bleichgrüne Verfärbung und nicht selten ist die gesamte Pflanze missgebildet, stark verkrümmt und vergallt.

Chytridiomycota - Flagellatenpilze, Töpfchenpilze
Die Abteilung Chytridiomycota (Töpfchenpilze, Flagellatenpilze) sind meist einzellige Organismen und als Pflanzenschädlinge von untergeordneter Bedeutung.
Diese Pilze sind auf hohe Feuchtigkeit angewiesen. Sie bilden kleine warzen- bis perlenförmige Gallen, einfach oder zusammengesetzt, glasig grün, gelb, orange, rot oder braun (Durchmesser: 0,5 - 5 mm) gesellig an Blätter, Blattstiel oder Stängel.
- Gattungen (nach Klenke u. Kruse) : Synchytrium Gallen meist unter 1 mm zu Krusten vereinigt bewirken Deformationen (oft ganze Pflanze deformiert). Physoderma mit großen Dauersporen in braunen Blattflecken (evtl. mit 10er-Lupe im Durchlicht erkennbar).

Ascomycota - Ascomycetes, Schlauchpilze
Die Abteilung Ascomycota (Schlauchpilze, früher als "Ascomycetes" zusammengefasst) wird heute in 3 U-Abteilungen gegliedert. Dazu gehören die Pezizomycotina (Echte Schlauchpilze) mit derzeit 14 Klassen, inklusive der Erysiphales (Rostpilze), die Saccharomycotina und die Taphrinomycotina - welche Deformationen und Missbildung an der Pflanze verursachen.

Basidiomycota - Ständerpilze
Die U-Abteilung - Ustilaginomycotina (Brandpilze) und die U-Abteilung Pucciniomycotina - Rostpilze, Uredinales werden den Basidiomycota (Ständerpilze) zugeordnet.

Ascomycota

Erysiphales - Echte Mehltaupilze
Die Ordnung Erysiphales (Echte Mehltaupilze) der Klasse Leotiomycetes sind Schlauchpilze, welche ein dichtes, auch wattiges, weißes Myzel von spinnwebartig, faserig, mehlig-flockig bis dicht filzig auf der Blattoberseite oder beidseits ausbilden und nicht selten auf Stängel und Blüten übergreifen. Das oberflächliche Myzel dringt mittels Haustorien in die Pflanzenzelle ein. Auf dem Myzel bilden sich die Konidienträger aus und später auch die Fruchtkörper.
- Häufige Gattungen (nach Klenke u. Kruse) : Blumeria, Erysiphe, Golovinomyces; Phyllactinia zeigt ein dichtes, schneeweißes Myzel ausschließlich auf der Blattunterseite; Podosphaera hingegen ein arttypisches bräunendes Myzel. Die sporenproduzierenden Fruchtkörper sind rundlich, jung gelb und reifen über orange, braun bis dunkelbraun zu schwärzlich.
Archiv → Pezizomycotina - . . .

Taphrinales
Die Taphrinomycotina mit der Ordnung Taphrinales mit der einzigen Familie Taphrinaceae gehören zu den primitiven Schlauchpilzen, deren Wirtswahl hoch spezialisiert ist und die hauptsächlich Laubgehölze befallen. Sie bilden kreideartige, abwischbare Beläge an meist deformierten und verfärbten Blättern, an hohlen Früchten (=Narrentaschen) oder Fruchtständen. Die Protomycetaceae als eine weitere noch nicht allgemein akzeptierte Familie dieser Ordnung verursachen 1-4 mm große, graue, gelbliche, rötlich bis bräunlichen Schwielen, Blasen, Warzen oder Pusteln meist an Blattrippen, Blattstielen oder Stängeln.
Archiv → Taphrinomycotina - . . .

Basidiomycota

Ustilaginomycotina - Brandpilze
Entwicklungszyklus, Brandpilze Die dunklen Sporenlager der Brandpilze verleihen den Pflanzen ein "verbranntes" Aussehen, was ihnen den Namen gab. Es gibt aber auch Arten, die keineswegs "Brandpilzmerkmale" aufweisen, aufgrund anderer gemeinsamer Merkmale aber ebenfalls zu den Brandpilzen zugerechnet werden. Neben den parasitisch sexuellen Entwicklungsstadien weisen diese Pilze auch noch eine asexuelle Hefe-Phase auf, die sich meist als weißlicher Rasen (Konidien) auf den Blattflecken, die man bei Entyloma der Ordnung Entylomatales regelmäßig findet.
- Gattungen (nach Klenke u. Kruse) : Urocystis der Ordnung Urocystidiales und Ustilago der Ordnung Ustilaginales zeigen sich als schwarze bis braune Pilzlager in Blättern, Stängeln, Wurzeln und Früchten, oder aber in Pusteln bis gallertartigen Wucherungen die aufreißen und das dunkle stäubende Sporenpulver freigeben. Dabei können auch Blütenorgane befallen werden. Anthracoidea befällt nur Sauergräser, wobei die einzelnen Früchte zu schwarzen, kugeligen Brandlagern umgewandelt werden. Entyloma zeigt weißgelbe Blattflecken, die im Durchlicht dunkel sind. Exobasidium der Ordnung Exobasidiales und Microstroma der Ordnung Microstromatales weisen kreideartige Beläge auf der Unterseite von Blattflecken auf oder auffällige Wucherungen.
Archiv → Exobasidiales - . . .

Pucciniomycotina - Rostpilze, Uredinales
Die Uredinales, heute als Pucciniales geführt und der Klasse der Pucciniomycetes zugeordnet, sind Pflanzenparasiten die bevorzugt Stängel und Blätter befallen. Sie dringen mit ihren Hyphen in die Wirtszellen ein, wobei die Infektion häufig lokal beschränkt bleibt. Ihren Namen verdanken die "Rostpilze" den im Sommer gebildeten rostroten Sommer- bzw. Urediniosporen, die wiederholt dem Sommer über gebildet werden. Ein Hefestadium wie bei den Brandpilzen kommt nicht vor. Die Entwicklung entspricht einem Entwicklungszyklus mit bis zu fünf Sporenarten und häufig auch mit einem Wirtswechsel. Die Sporenlager (Sori) und Sporentypen werden allgemein mit römischen Ziffern belegt: (0) Spermogonien, (I) Aezien, Aecidien, (II) Uredinien, Uredolager, (IIsp.) Urediniosporen, (III) Telien, Teleutosporenlager, (IV) Basidien. - Bei lokalem Befall (meist Blätter) verändert sich die Pflanze selbst nicht, bei systemischem Befall kommt es aber zu Deformitäten.
Archiv → Uredinales - . . .

Pilze Gasteins

Wirtspflanzen mit den von parasitischen Kleinpilzen befallenen Arten
- Klicken Sie auf die Bilder bzw. die Links zur Bildbetrachtung -

Pfeil

Beschreibung der von Kleinpilzen befallenen Pflanzenart
Asclepiadaceae - Seidenpflanzengewächse
Vincetoxicum hirundinaria, Gasteinertal Vincetoxicum
hirundinaria

Cronartium
flaccidum
Pilz : Cronartium flaccidum - Wirtspflanze : Vincetoxicum hirundinaria (Schwalbenwurz).
Unterseits der gelben Blattflecken befinden sich gelbe, pustelförmige Uredien, die erst blasig von Epidermis bedeckt sind und später mit einem Porus öffnen; später unterseits der Blätter als zylindrische, hornförmige, rotbraune Säulchen. Wirtswechsel auf Kiefer (Spermogonien und Aezien auf Stämmen). Ab Juni (II) blass, bis 0,3 mm, pustelförmig von Pseudoperidie und aufliegender Epidermis bedeckt, mit Porus öffnend. - Ab Juli zylindrische bis hornförmige Säulchen, 1-2 mm hoch, gelb bis rotbraun. MICRO (n. Klenke) : (IIsp) 18-30 x 14-20 µm, farblos, stachelig (Keimporen nicht sichtbar) - (IIIsp) 20-60 x 9-16 µm, gelb, glatt.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Asteraceae - Korbblütler
Adenostyles alliariae, Gasteinertal Adenostyles alliariae
Coleosporium cacaliae
Pilz : Coleosporium cacaliae (= Kiefernnadel-Alpendostrost) - Wirtspflanze : Adenostyles alliariae (Grauer Alpendost) - Wechselwirt : Pinus mugo agg. (Latschen)
Unterseits der Blätter von Adenostyles alliariae 1-2 mm große, orangefarbene, gelbe, kissenförmige Blattflecken. Es handelt sich dabei um Uredien. Die Telien zeigen sich ebenso unterseits der Blätter als feste, krustige, rotorangefarbene Lager, die dauerhaft von der Epidermis bedeckt sind. Als Wechselwirt gilt Pinus mugo, auf deren Nadeln sich im Frühjahr die Spermogonien und Aezien bilden.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Zitteraueralm, Gasteinertal
Cirsium helenioides, Gasteinertal Cirsium helenioides Pilz :  ? - Wirtspflanze : Cirsium helenioides (Verschiedenblättrige Kratzdistel) -Ww : ?
Porzellanweiße Flecken mit leicht gewölbten dunkelbraunen bis schwarzen Rand auf der Blattoberseite. Auf der Blattunterseite lediglich leicht verfärbte Flecken.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Salesenwald, Bad Gastein
Cirsium helenioides, Gasteinertal Cirsium helenioides
Puccinia
Pilz : Puccinia cnici-oleracei? - Wirtspflanze : Cirsium helenioides (Verschiedenblättrige Kratzdistel) -Ww : ?
Dunkelbraune, pustelartige, zu großen Polstern zusammenfließenden Gebilden (Telien ?) auf der Blattunterseite, umgeben von gelblich-violett, braunen Blattflecken. Die Blattoberseite zeigt dazu dunkel umrandete gelbe, konzentrisch zonierte Blattflecken mit rotbraunem Zentrum.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Salesenwald, Bad Gastein
Doronicum glaciale, Gasteinertal Doronicum glaciale Pilz : ? - Wirtspflanze : Doronicum glaciale (Gletscher-Gämswurz) -Ww : ?
Blattoberseite mit gelben Flecken und dunklem Rand. Blattunterseite schwarze Flecken. Bei 20x Lupe schwarze Punkte ca. 0,1 mm Durchmesser. Nur einzelne Blätter befallen und makroskopisch keine Deformationen erkennbar, kein systemischer Befall.
MICRO: Sporen zweizellig, 44-51 x 11-15 µm (Teleutosporen ?).
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Zitterauer Tisch, Gasteinertal (Juli 2021)
Leontodon hispidus, Gasteinertal Leontodon hispidus Pilz : Entyloma ? - Wirtspflanze : Leontodon hispidus (alpin) -Ww : ?
Blattflecken teils blasig abbgehoben, teils körnig. Sporenlager am Blatt oberseits und unterseits.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Zitterauer Scharte, Gasteinertal
Leontodon hispidus, Gasteinertal Leontodon hispidus
Puccinia leontodontis
Pilz : Puccinia leontodontis - Wirtspflanze : Leontodon hispidus (Wiesen-Löwenzahn) -Ww : ?
(II) die primären dunkelbraun, meist unterseits von dunklen Blattflecken, gern schwielenartige an Blattachsen und -nerven von Juni bis Juli, die sekundären (II) zimtbraun ab Juli. (III) schwarzbraun, beiderseits am Blatt ab Juli. Spermogonien beiderseits am Blatt, punktförmig und glänzend auf orangefarbenen Auftreibungen. Uredien ebenfalls beiderseits am Blatt auf gelben oder violetten Blattflecken, stellenweise ringförmig. Telien gleich aber schwarzbraun.
MICRO (n. Klenke) : (IIsp.) 24-35 x 22-30 µm, Wand mit Stachelwarzen, Keimporen 2, in der oberen Sporenhälfte. - (IIIsp.) schwarzbraun 36-40 x 21-24 µm feinwarzig.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Zittraueralm, Gasteinertal
Petasites, Gasteinertal Petasites albus
Puccinia poarum s.l.
Pilz : Puccinia poarum s.l. (= Rispengrasrost) - Wirtspflanze : Petasites albus (Weiß-Pestwurz).
Ungenügend erforschte Sammelart: Telienwirt und Aecidienwirt auf Asteraceae und Poaceae lassen sich morphologisch nicht ausreichend unterscheiden. - Die Spermogonien (hier auf Petasites albus) sind als rundliche, gelbe, pustelartige Gebilde an der Blattoberseite (Lupe!) auszumachen (=Pyknidienpusteln). An der Blattunterseite entstehen die orangegelben Aecidien, welcher hier von einem weißen, hochgewölbten, zerfransten bzw. zerschlitzten Rand (=Pseudoperidie) umgeben sind. Dieser Entwicklungszyklus erfolgt auf Petasites (Pestwurz), welcher hier als Zwischenwirt fungiert. - In den Aecidien werden die zweikernigen Aecidiosporen abgeschnürt, welche dann durch den Wind verbreitet die Blätter verschiedener Gräser (Hauptwirt) infizieren. Dabei entwickeln sich an der Blattunterseite Sporenlager, die man bereits makroskopisch als sog. Uredien ausmachen kann. Hier werden die ovalen Uredosporen gebildet, die immer wieder neue Pflanzen infizieren (Sommersporen). Dabei zeigen sich beiderseits der befallenen Blätter gelbe Blattflecken mit rostbraun stäubenden Lagern. Gegen Ende der Vegetationsperiode entstehen die meist polsterförmig, schwarzbraunen Telien an Blätter und Stängeln, die sich dann auch stets verkrümmen. Es sind die schwarzbraun gefärbten Teleutosporen, die als Dauersporen überwintern. Sporulationszeitraum: Juni-August. Je nach Wirtswechselpartner, handelt es sich um verschiedene Arten, die nur bei Kenntnis des Wechselpartners bestimmt werden können.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Böckfeldalmweg, Gasteinertal
Petasites, Gasteinertal Petasites albus
Coleosporium petasitis
Pilz : Coleosporium petasitis - Wirtspflanze : Petasites albus (Weiß-Pestwurz).
Die Pestwurz dient hier als Zwischenwirt (Aecienwirt) des Pilzes Coleosporium. Dabei werden auf der Blattunterseite auffällige gelbe, flache, kissenförmige Uredien gebildet, die erst von der Epidermis der Pflanze bedeckt sind und später pustelförmig aufbrechen. Die Telien imponieren als krustige, kräftig orangefarbene Lager ebenfalls auf der Blattunterseite, die dauerhaft von Epidermis bedeckt bleiben. Im Frühjahr erfolgt die Besiedelung der Nadeln der Bergkiefer (Aecienwirt), wobei Spermogonien und Aezien gebildet werden.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Böckfeldalmweg, Gasteinertal
Prenanthes purpurea, Gasteinertal Prenanthes purpurea
Puccinia maculosa
Pilz : Puccinia maculosa (= Hasenlattichrost) - Wirtspflanze : Prenanthes purpurea (Hasenlattich).
Aezien klein, orange, halbkugelig bis flach, pustelförmig geöffnet, meist unterseits an purpurroten, etwas deformierten Blättern und am Stängel. Blattoberseits Spermogonien (Mai-Juli) in gelben Blattflecken, Uredinien (II) blattunterseits an gelblichen oder rötlichen Blattflecken (ab Juli). Telien schwarzbraun, blattunterseits ab Juli, jung noch von Epidermis bedeckt, bleiern durchscheinend, später schwarzbraun stäubend. Teleutosporen als Dauersporen dickwandig, zweizellig, dunkelbraun bis schwarz. Kein Wirtswechsel.
MICRO: (Isp.) 17-21 µm, (IIsp.) 17-24 µm, stachelig, Keimporen, (IIIsp.) 25-44 x 16-28 µm, sehr fein warzig.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Salesenwald, Gasteinertal
Prenanthes purpurea, Gasteinertal Prenanthes purpurea
Golovinomyces prenanthis
Pilz : Golovinomyces prenanthis (= Hasenlattichmehltau) - Wirtspflanze : Prenanthes purpurea (Hasenlattich).
Weißes, mehlig-flockiges Myzel auf der Blattoberseite und Blattunterseite und auch am Stängel. Zahlreiche kleine, kugelige, dunkle Fruchtkörper im Myzel sind bereits mit der Lupe (10 x) zu erkennen. MICRO: Konidien ohne Fibrosinkörper, 25-38 x 10-18 µm. Fruchtkörper 85-135 µm. Peridienzellen klein. Anhängsel zahlreich. 8-25 Asci, meist 2-sporig (Quelle: Klenke)
Pilz-Abteilung → Pezizomycotina (Echte Schlauchpilze) der Ordnung Erysiphales (Echte Mehltaupilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Salesenwald, Gasteinertal
Senecio ovatus, Gasteinertal Senecio ovatus Pilz : Coleosporium senecionis ? (Puccinia ?) - Wirtspflanze : Senecio ovatus (Kahles Hain-Greiskraut).
Sori gelb bis orange-rot. II u. III flach bis polsterförmig, bis 1 mm im Durchmesser, meist blattunterseits, auch am Stängel. II lebhaft gelborange, pulverig ab Juni. IIsp. ungestielt, in Ketten gebildet. III lebhaft rot, wachsartig, polster- und krustenförmig, zusammenfließend, ab August. IIIsp. prismatisch, Wand am Scheitel verdickt. Blattunterseits der 1-2 mm große meist eckige Blattflecken befinden sich also orangefarbene, flach-kissenförmige Uredien. Telien ebenfalls meist unterseits der Blätter als feste, krustige, rotorangefarbene Lager, dauerhaft von Epidermis bedeckt.
MICRO: (IIsp.) 22-27 x 18-22 µm; (IIIsp.) bis 100 x 18-24 µm, prismatisch, am Scheitel bis 22 µm verdickt (n. Klenke).
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Zittraueralm, Gasteinertal
Senecio ovatus, Gasteinertal Senecio ovatus
Golovinomyces
Pilz : Golovinomyces senecionis ? - Wirtspflanze : Senecio ovatus (Kahles Hain-Greiskraut).
Myzel weiß, später bräunend. Konidien ohne Fibrinkörper. Peridienzellen klein (6-12 µm). Anhängsel zahlreich, überwiegend kürzer als der Fruchtkörper. 5-25 Asci, 2-sporig. Konidienträger an der Basis gerade. Fruchtkörper 85-140 µm. Anhängsel gut entwickelt, kurze und lange gemischt.
Pilz-Abteilung → Pezizomycotina (Echte Schlauchpilze) der Ordnung Erysiphales (Echte Mehltaupilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Zittraueralm, Gasteinertal
Tussilago farfara, Gasteinertal Tussilago farfara
Puccinia poarum
Pilz : Puccinia poarum (= Huflattich-Rispengrasrost) - Wirtspflanze : Tussilago farfara (Huflattisch).
Spermogonien als kleine, glänzende Punkte auf der Blattoberseite. Unterseits auffällig, große, runde, gelbe bis orangenfarbigen Blattflecken mit in Gruppen angeordnete, becherförmige Aezien mit zerschlitztem und umgebogenem Rand. Im Sommer wechselt der Pilz zu Rispengras (Poa), um dort seine Entwicklung mit der Ausbildung von Uredien und Telien zu vollenden.
MICRO: (Isp.) 20-25 x 15-22 µm.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Tussilago farfara, Gasteinertal Tussilago farfara Pilz : ? - Wirtspflanze : Tussilago farfara (Huflattisch).
Schwarze Flecken mit heller Zonierung auf der Blattoberseite. Blattunterseite filzig, weißlich, auf dunklem Grund.
MICRO: Myzel und Sporen s. Bilder ...
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Balsaminaceae - Balsaminaceae
Impatiens parviflora, Gasteinertal Impatiens parviflora
Puccinia komarovii
Pilz : Puccinia komarovii (= Kleinblütiger Springkraut-Braunrost) - Wirtspflanze : Impatiens parviflora (Kleinblütiges Springkraut).
Aecien (orange) vor allem am Stängel und an den Keimblättern ausgebildet. Am Stängel Aecien 2-10 cm lange Anschwellungen verursachend; Uredien zerstreut, zimtbraun, oftmals ringförmig um ein größeres Lager angeordnet Aeciosporen kugelig bis abgeplattet, mit goldgelbem Inhalt. Uredosporen kugelig oder ellipsoid.
MICRO: (Isp.) 16-20 x 14-18µm, stachelig. (IIsp.) 21-30 x 17-24µm, stachelig kahler Kranz, nur 1 Keimpore. (IIIsp.) 27-40 x 16-25µm, fast glatt (n. Klenke).
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badberg, Gasteinertal
Betulaceae - Birkengewächse
Alnus incana, Gasteinertal Alnus incana
Melampsoridium
hiratsukanum
Pilz : Melampsoridium hiratsukanum - Wirtspflanze : Alnus incana (Grauerle).
Blätter oberseits rotbraune Flecken, blattunterseits orangegelbe Uredien (II+III), teilweise dicht verteilt. Blattoberseits auch rötliche, meist kleine Flecken erzeugend. Uredien mit einem Porus öffnend, klein und zum Schluss pulverig, oft zusammenfließend.
MICRO: Uredosporen länglich, manchmal auch keulenförmig, rundum fein stachelwarzig, 21-34 x 10-18 µm. - (IIIsp) 32-45 x 10-16 µm (n. Klenke).
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Alnus incana, Gasteinertal Alnus incana Pilz : Pilz ? - Wirtspflanze : Alnus incana (Grauerle).
Blätter mit vertrocknenden, graubraunen Flecken, blattoberseits und blattunterseits, ineinander übergehend. Teilweise Deformationen, Blattrand von außen nach innen einrollend, teilweise gekräuselt (?). Keine tierischen Parasiten auffindbar!
MICRO: Sporen länglich, elliptisch, 3-3,5 x 7-10 µm. Ebenso Uredosporen - Mischinfektion ?
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Cannabaceae - Hanfgewächse
Humulus lupulus, Gasteinertal Humulus lupulus Pilz : Peronospora ? - Wirtspflanze : Humulus lupulus (Gemeiner Hopfen).
Dunkle Flecken, gelb zoniert ober- und unterseits der Blätter. Früchte welk. - MICRO: Hyphen dichotom verzweigt. Sporangien ?
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Caprifoliaceae - Geißblattgewächse
Lonicera caerulea, Gasteinertal Lonicera caerulea Pilz : Pilz ? - Wirtspflanze : Lonicera caerulea (Blau-Heckenkirsche).
Fruchtkörper (?) ca. 0,1 mm im Durchmesser an der Blattunterseite in Gruppen auf braunen Flecken. Auf der Blattoberseite braunschwarze Flecken mit eingesenkten schwarzen Fruchtkörpern (?); Flecken gelb umrandet.
MICRO: Sporen zylinderförmig, 3,5-4,2 x 1,5 µm, glattwandig ?
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Ericaceae - Erikagewächse
Rhododendron ferrugineum, Gasteinertal Rhododendron ferrugineum
Chrysomyxa rhododendri
Pilz : Chrysomyxa rhododendri (= Fichtennadelblasenrost) - Wirtspflanze : Rhododendron ferrugineum (Rostrote Alpenrose).
Die Fichte (Picea abies) fungiert als Aecidienwirt, die Alpenrose als Telienwirt. Die Aecidiosporen infizieren im Sommer Alpenrosenblätter, wo der Pilz den Entwicklungszyklus mit der Ausbildung von orangefarbene Uredien auf der Blattunterseite in Gruppen fortsetzt. Im Frühjahr reifen die Teleutosporen (Wintersporen) auf den Alpenrosenblättern, wobei sich Basidiosporen entwickeln, die unmittelbar wieder junge Fichtennadeln infizieren.
MICRO: Uredosporen oval bis ellipsoid, dicht warzig - (IIsp.) 15-34 x 13-22µm - (IIIsp.) 20-30 x 10-14 µm.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Leidalm, Gasteinertal
Juncaceae - Binsen-/ Simsengewächse
Luzula luzuloides, Gasteinertal Luzula luzuloides
Urocystis ?
Pilz : Urocystis luzulae ? (= Hainsimsenrost) - Wirtspflanze : Luzula luzuloides (Hainsimse).
Schwärzliche Flecken auf Stängel und Blätter von Luzula luzuloides (Schmalblättrige Hainsimse), die nach außen hin zusammenfließen und so das Blatt als Ganzes schwärzlich erscheinen lassen. Die Blattspitzen vertrocknen und sterben ab.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Zitteraueralm, Gasteinertal
Lamiaceae - Lippenblütler
Galeopsis speciosa, Gasteinertal Galeopsis speciosa
Neoërysiphe galeopsidis
Pilz : Neoërysiphe galeopsidis (= Echter Hohlzahn-Mehltaupilz) - Wirtspflanze : Galeopsis speciosa (Bunter Hohlzahn).
Weißes, mehlig-flockiges Myzel an Blättern und Stängeln. Fruchtkörper werden im Myzel gebildet (klein, kugelig, dunkel). Klenke-408: Weißes, mehlig-flockiges Myzel an beiden Blattseiten. Konidien in Ketten. Fruchtkörper 100-160 µm, Anhängsel zahlreich, unverzweigt, überwiegend kurz, als dichter Filz um den Fruchtkörper. 5-16 Asci, nach Überwinterung 3-6-sporig. Appressorien (Haftorgane) meist mehrfach gelappt.
MICRO: Konidien in Ketten (25-40 x 12-22 µm). - Fruchtkörper 100-160 µm, Anhängsel zahlreich, unverzweigt.
Pilz-Abteilung → Pezizomycotina (Echte Schlauchpilze) der Ordnung Erysiphales (Echte Mehltaupilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Galeopsis tetrahit, Gasteinertal Galeopsis tetrahit
Neoërysiphe galeopsidis
Pilz : Neoërysiphe galeopsidis (= Echter Hohlzahn-Mehltaupilz) - Wirtspflanze : Galeopsis tetrahit (Stechender Hohlzahn).
w. o. - "Galeopsis speciosa"
Pilz-Abteilung → Pezizomycotina (Echte Schlauchpilze) der Ordnung Erysiphales (Echte Mehltaupilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Mentha longifolia, Gasteinertal Mentha longifolia
Puccinia menthae
Pilz : Puccinia menthae (= Minzen-Braunrost) - Wirtspflanze : Mentha longifolia (Ross-Minze).
Sori blattunterseits oder am Stängel. (I) auf meist blasigen, orange- bis purpurfarbenen Deformationen, in Gruppen, flach schüsselförmig (Aecidium-Typ), dazwischen honiggelbe Spermogonien (April-Mai). II - zimtbraun, auf bräunlichen Flecken, oft kreisförmig angeordnet (Mai-Juni). III - braunschwarz, polsterförmig gewölbt, ab Juli.
MICRO (n. Klenke) : (Isp) 22-29 x 14-18 µm, farblos, warzig. - (IIsp) 17-28 x 14-21 µm, hell gelbbraun, stachelig, Keimporen 2-3, undeutlich, äquatorial. - (IIIsp) 26-35 x 19-25 µm, braun, warzig.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Pinaceae - Kieferngewächse
Picea abies, Gasteinertal Picea abies
Chrysomyxa rhododendri
Pilz : Chrysomyxa rhododendri (= Fichtennadelblasenrost) - Wirtspflanze : Picea abies (Fichte, Rottanne).
Die Fichte (Picea abies) fungiert als Aecidienwirt. Im Fichtennadelquerschnitt zeigen sich gelb-orange Pilzhyphen, worauf sich die Sporenlager mit Aecidiosporen entwickeln. Die honigfarbenen bis braunen, punktförmigen Spermogonien befinden sich auf den gelb verfärbten Nadeln. Die Aezien sind sackförmig vorgewölbt Nach der Sporenfreisetzung bleiben die leeren Aecidien als weiße, unregelmäßig aufgerissene Hüllen auf gelblich verfärbten Fichtennadeln (Chlorophyllabbau) zurück. Die Aecidiosporen (bis 20µm) infizieren dann im Sommer Alpenrosenblätter, wo der Pilz den Entwicklungszyklus mit der Ausbildung von Uredien fortsetzt.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Palfner Hochalm, Gasteinertal
Picea abies, Gasteinertal Picea abies
Rhizoctonia butinii
Pilz : Rhizoctonia butinii (= "Ceratobasidien-Nadelsterben") - Wirtspflanze : Picea abies (Fichte, Rottanne).
Fichtenzweige bzw. die Fichtennadeln sind braun, gekrümmt, richtungslos abstehend. Die Jungtriebe sterben ab; alle Nadeln werden braun und liegen eng beieinander. Das Mycel befindet sich oberflächlich, häutchenartig auf den Nadeln mit den Basidien, deren ellipsoiden Basidiosporen 7-9 x 3-4 µm messen.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Palfner Hochalm, Gasteinertal
Poaceae - Gräser
Deschampsia cespitosa, Gasteinertal Deschampsia cespitosa Pilz : Pilz ? - Wirtspflanze : Deschampsia cespitosa (Gewöhnliche Rasenschmiele).
Blatt schwarzfleckig mit roter Zonierung und zentral gelegenen, weißen Pilzmyzel.
MICRO :
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Hirschkarköpfl, Bad Gastein
Ranunculaceae - Hahnenfußgewächse
Aconitum tauricum, Gasteinertal Aconitum tauricum
Puccinia
Pilz : Puccinia aconiti-rubrae ? - Wirtspflanze : Aconitum tauricum (Tauern-Eisenhut) -Ww : Festuca ?
Aecidium gelb bis orange, becherförmig mit zerschlitztem Pseudoperidium. Möglicher Wechselwirt: Festuca nigrescens, Festuca norica, Festuca pulchella im Gebiet. Die Gattungen Elymus und Hordelymus kommen hier nicht vor.
MICRO : Aecidiosporen relativ groß, oval, elliptisch, um 20 x 29 µm.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Lafenthaler - Leidalm, Gasteinertal
Rosaceae - Rosengewächse
Gymnosporangium tremelloides, Gasteinertal Malus domestica
Gymnosporangium tremelloides
Pilz : Gymnosporangium tremelloides (= Apfel-Gitterrost, Wacholderrost) - Wirtspflanze : Malus domestica (Apfelbaum).
Blätter mit auffälligen, gelblich-roten Flecken an der Oberseite in denen die dunklen, runden Spermogonien gebildet werden. Aecidien auf stark verdickten Anschwellungen an der Blattunterseite, erst geschlossen kegelig, dann offen kurz zylindrisch, 0,5-1 mm breit, zuletzt bis zum Grunde in sehr dünne Fasern zerschlitzt. Aezien vom Roestelia-Typ. Pseudoperidienzellen mit stark verdickten Innen- und Seitenwänden. Der Pilz wechselt im Frühjahr auf den Wacholder (Juniperus), um die Entwicklung mit Telien zu vollenden.
MICRO: Aeciosporen 30-45 x 28-35 µm, Wand 4 µm dick. Oberfläche unregelmäßig wulstig-warzig mit deutlichen Keimporen.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Gadaunern, Gasteinertal
Rosa pendulina, Gasteinertal Rosa pendulina
Phragmidium
fusiforme
Pilz : Phragmidium fusiforme (= Spindeliger Rosen-Beulenrost) - Wirtspflanze : Rosa pendulina (Alpen-Heckenrose).
Auf Rosa pendulina - (III) tiefschwarz, selten kastanienbraun, dazu auch (I+II) in gelben bis orangefarbenen Lagern. (I) oft klein, aber deutlich aufgetrieben, auch an Blattnerven und Früchten. Paraphysen keulig-kopfig, schwach gekrümmt bis 85 µm lang und dünnwandig, ab Juni. (II) punktförmig, mit bis zu 50 µm langen Paraphysen, ab Juli. (III) tief schwarzbraun, punktförmig, ab August.
MICRO (n. Klenke): (Isp.) 18-30 x 15-21 µm, stachelig, Wand 2µm dick, Keimporen 5-7. - (IIsp.) 18-27 x 15-21 µm, stachelig, Keimporen 8-10. - (IIIsp.) meist 10-12-zellig, zylindrisch bis spindelig, die einzelnen Zellen 6-7 µm hoch, 42-114 x 21-31 µm, Wand 4-5 µm dick, braun, am Scheitel mit kegelförmiger, 5-10 µm langer Spitze. Stiel bis 160 µm lang, unterhalb der Mitte auf 15-18 µm verdickt.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Rastötzenweg, Gasteinertal
Rubus idaeus, Gasteinertal Rubus fruticosus
Phragmidium bulbosum
Pilz : Phragmidium bulbosum (= Brombeer-Rost) - Wirtspflanze : Rubus fruticosus (Brombeere).
Sori blattunterseits (Caeoma-Typ), flach, gelb bis orange. (I) orange, oft ringförmig gestellt, 0,5-1 mm Durchmesser. (Isp) in Ketten. (II, III) klein, 0,3-0,5 mm Durchmesser mit rötlichen, meist randlose Blattflecken. (III) schwarz. Kein Wechselwirt.
MICRO (n. Klenke): (IIsp) 20-28 x 14-21 µm, Wand 1-2 µm dick. - (IIIsp) meist 5-6zellig, 60-75 x 20-25 µm, Wand 4-5 µm, Stiel bis 140 µm, bis 22 µm breit, Spitze bis 12 x 7 µm.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Badbruck, Gasteinertal
Rubus idaeus, Gasteinertal Rubus idaeus
Phragmidium
rubi-idaei
Pilz : Phragmidium rubi-idaei (= Himbeer-Rost) - Wirtspflanze : Rubus idaeus (Himbeere).
Aezien blattoberseits, orange, ringförmig um kleine, kugelige und glänzende Spermogonien angeordnet. Uredien blattunterseits der kleinen gelblichen Blattflecken als schwache, orangefarbene kleine stäubende Lager. Telien ebenfalls blattunterseits als purpurbraune bis schwarze stäubende Lager. Kein Wirtswechsel.
MICRO (n. Klenke): (Isp.) 17-25 x 14-18 µm, grobstachelig. - (IIsp.) 15-27 x 14-20 µm, grobstachelig. - (IIIsp.) 7-9-zellig, 80-144 x 27-39 µm, grobwarzig. Stiel bis 165 µm lang und 14-27 µm breit.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Rastötzenweg, Gasteinertal
Gymnosporangium cornutum, Gasteinertal Sorbus aucuparia
Gymnosporangium cornutum
Pilz : Gymnosporangium cornutum (= Vogelbeer-Gitterrost) - Wirtspflanze : Sorbus aucuparia (Eberesche, Vogelbeerbaum).
Hier fungiert die Eberesche (Sorbus aucuparia) als Zwischenwirt (Aecienwirt), wobei sich an der Blattoberseite die Spermogonien und Aecien (Roestelien) ausbilden. Im Frühjahr wechselt der Pilz auf den Wacholder (Telienwirt; Juniperus communis), um dort die Entwicklung mit der Ausbildung von Telien zu vollenden. In den Flecken auf der Blattoberseite werden die kleinen, runden, braunen, pustelförmigen Spermogonien gebildet. Unterseits der Blätter sind die Flecken orangefarben angeschwollen. Sie tragen die bis zu 4 mm langen, horn- bis röhrenförmigen, blassbräunlichen Aezien vom Roestelia-Typ.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
MICRO: Aeciosporen dickwandig, bis 2,5 µm, feinwarzig. Sporen 24-26 x 16-20 µm unregelmäßig kugelig bis polyedrisch.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Böckfeldalm, Gasteinertal
Salicaceae - Weidengewächse
Die Weidengewächse werden überwiegend von pflanzenparasitischen Kleinpilze der Gattung Melampsora befallen und fungieren dabei als Hauptwirt. Im Frühjahr werden primär meist große, polsterförmige Uredolager gebildet, später kleine, pustelartige (sekundäre Uredien; ab September). Die Artbestimmung ist schwierig, weshalb die ältere Literatur diese Rostpilze als → Melampsora salicina - zusammenfasst. Weiden können aber auch von Echten Mehltaupilzen befallen werden, insbesondere der Gattung Erysiphe u. a.
Salix appendiculata, Gasteinertal Salix appendiculata
Erysiphe
adunca
Pilz : Erysiphe adunca (= Echter Salweiden-Mehltaupilz) - Wirtspflanze : Salix appendiculata.
Myzel weiß, flecken bildend an Blättern, bei Reife mit kugeligen, dunklen Fruchtkörpern.
MICRO: Konidien eiförmig-ellipsoid (25-40 x 11-22 µm), einzeln, ohne Fibrosinkörper. Fruchtkörper groß (95-170 µm)
Anhängsel zahlreich, länger als der Fruchtkörper, äquatorial ausgebreitet, unverzweigt, am Ende hakig bis spiralig zurückgekrümmt. 4-15 Asci, 3-6-sporig.
Pilz-Abteilung → Pezizomycotina (Echte Schlauchpilze) der Ordnung Erysiphales (Mehltaupilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Kötschachdorf, Gasteinertal
Salix appendiculata, Gasteinertal Salix appendiculata
Melampsora
salicina
Pilz : Melampsora salicina (= Weidenroste) - Wirtspflanze : Salix appendiculata.
Als Hauptwirt (Telienwirt) gilt die Großblättrige Weide (Salix appendiculata). Auffällig orangegelbe, kleine Flecken auf der Blattoberseite (auch polster- bis pustelförmig) und zusätzlich orangegelbe, pulvrige kleine "Häufchen" unterseits. Es handelt sich dabei um Uredien mit dickwandigen Paraphysen. Diese Uredosporenlager finden sich auf den Blättern ober- wie unterseits und an Fruchtständen.
MICRO: Uredosporen rundlich bis oval, warzig-stachelig (?), um 22-24 µm.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Zitteraueralm, Gasteinertal
Salix reticulata, Gasteinertal Salix reticulata
Melampsora
salicina
Pilz : Melampsora salicina (= Weidenroste) - Wirtspflanze : Salix reticulata -Ww : ?
Als Hauptwirt (Telienwirt) gilt die Netz-Weide (Salix reticulata). Befall der Blätter nur unterseits. Uredosporenlager hellgelb bis orangegelb, pustel- bis polsterartige Haufen.
MICRO: Uredosporen rundlich bis oval, 23-28 µm.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Leidalm, Gasteinertal
Salix retusa, Gasteinertal Salix retusa
Melampsora
salicina
Pilz : Melampsora (Melampsora arctica ?) - Wirtspflanze : Salix retusa -Ww : ?
Als Hauptwirt (Telienwirt) gilt die Sumpfblatt-Weide (Salix retusa). Uredolager hellgelb bis orangegelb, pulverig. Befall der Blätter oberseits und unterseits (Sporenlager somit auf beiden Blattseiten).
MICRO: Uredosporen rundlich bis oval, 21-28 µm, stachelig. Paraphysen kopfig mit gleichmäßig dicker Wand (apikal etwas stärker).
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Leidalm, Gasteinertal
Salix waldsteiniana, Gasteinertal Salix waldsteiniana
Melampsora
salicina
Pilz : Melampsora salicina (= Weidenroste) - Wirtspflanze : Salix waldsteiniana -Ww : ?
Als Hauptwirt (Telienwirt) gilt die Bäumchen-Weide (Salix waldsteiniana). Befall an Blätter unterseits, kissenförmig, pustelartig, orange bis gelb. Uredosporen rundlich, 21-24 µm. Paraphysen kopfig mit verdickter Wand.
MICRO: Uredosporen rundlich bis oval, um 24-31 µm.
Pilzordnung → Uredinales (Rostpilze) . . .
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Leidalm, Gasteinertal
Weiterführende und verwandte Themen :
• Biologie : Pflanzenfamilien - Index
• Biologie : Pilze Gasteins - Übersicht
• Inhaltsverzeichnis : Flechten Gasteins - Index

SymbolSymbolSymbol
Anmerkung: Die Informationen und Bestimmungsmerkmale wurden diversen Pilzbestimmungsbüchern, wie auch dem Buch
"Pflanzenparasitische Kleinpilze" von Friedemann Klenke & Markus Scholler, Springer-Verlag, 2015 und
dem Buch "Faszinierende Pflanzenpilze" von Julia Kruse, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiebelsheim, 2019 entnommen.
Beschreibung ohne Gewähr.
...anton.lafenthaler@sbg.at...

 Hauptseite
Panoptikum - Bilder, Gasteinertal Home Inhaltsverzeichnis Naturbilder, Gasteinertal - Naturbilder

Home Stichwortverzeichnis Inhaltsverzeichnis Animalia Planta Lichenes Biotope Ökologie Wanderwege

Pilze im Gasteinertal: Pflanzenparasitische Kleinpilze
© 2021 Anton Ernst Lafenthaler
fz-spec