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FL - Flechten im Gasteinertal: Teloschistales - Teloschistaceae, Caloplacaceae - Artenzahl: 4
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Teloschistales

Die U-Ordnung Teloschistineae zeigen als hervorstechende Merkmale polarzweizellige Sporen und den Gehalt an Parietin. Die Familie der Teloschistaceae wird der U-Ordnung Teloschistineae, die Physciaceae der U-Ordnung Physciinae zugeordnet.

- 2019 (mindat.org) : Derzeit werden den Teleschistales folgende Familien zugeordnet: Caliciaceae, Fuscideaceae, Leprocaulaceae, Megalosporaceae, Physciaceae, Teloschistaceae.

Teloschistaceae

Die Teloschistaceae (syn. Caloplacaceae) sind Krusten-, Blatt- und Strauchflechten der arktischen und gemäßigten Zone, die Gestein und Rinde besiedeln aber auch Erde, Detritus und Moose überwachsen. Bei den Teloschistaceae sind alle Möglichkeiten der morphologischen Thallusbildung vorhanden. Im Nordic Journal of Botany, 2013 wird eine neu bearbeitete Taxonomie der Familie Teloschistaceae vorgestellt mit den U-Familien: Caloplacoideae, Xanthorioideae und Teloschistoideae.

Morphologie: Bei allen Arten ist aber der Thallus durch die Markhyphen auf dem Substrat befestigt. Das Lager hat meistens eine gelbe bis orange, seltener ein graue Farbe und färbt sich mit KOH violett. Die Pseudoapothecien sind lecanorin. Die Sporen zweizellig, mit sehr dicker, von einem Kanal durchbohrten Scheidewand. Viele Arten kommen nur auf Kalk vor.

Gattungen n. Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, 1994 (Caloplacaceae) : Bombyliospora, Caloplaca, Fulgensia, Protoblastenia, Teloschistes, Xanthoria.

Beschreibung der Teloschistaceae n. Henssen/Jahns
Gattungen: Caloplaca, Fulgensia, Protoblastenia, Teloschistes, (Xanthopeltis), Xanthoria.
Die Teloschistaceen sind Krusten-, Blatt- und Strauchflechten. Das Lager ist heteromer gebaut, in Algenzone und Mark geschichtet, oberseits oder beidseitig berindet und durch Markhyphen, Rhizinen oder Haftscheiben auf dem Substrat befestigt. Isidien, Sorale und Fibrillen kommen als Anhangsorgane vor. Parietin ist meist, aber nicht immer vorhanden. Die Sporen werden zu acht im Ascus gebildet und sind farblos. Sie sind polar-diblastisch, d. h. sie bestehen aus zwei Lumina, die durch ein breites Septum nur unvollständig getrennt sind. Viele Caloplaca-Arten haben einen krustigen, wenig differenzierten Thallus, andere sind placoid, und das Lager ist oberseits berindet. Bei allen diesen Arten ist der Thallus durch die Markhyphen auf dem Substrat befestigt. Xanthoria hat einen blättrigen, beidseitig berindeten Thallus, der mit kleinen Haftscheiben oder kurzen dicken Rhizinen der Unterlage aufsitzt. Xanthopeltis hat ein blättrig-genabeltes Lager, das unterseits zum Nabel hin rinnig zusammengezogen ist und Teloschistes schließlich umfasst die strauchigen Arten mit radiär gebauten Loben.

- 2019 (mindat.org) : Derzeit werden den Teleschistaceae folgende, auch im Land Salzburg vorkommende Gattungen zugeordnet: Caloplaca, Cephalophysis, Fulgensia, Massjukiella, Oxneria, Rusavskia, Teloschistes, Xanthoria.

Physciaceae

Weltweit verbreitete Flechten mit krustig-areoliertem, placoidem, blättrigen oder strauchigem Lager. Auch nicht-lichenisierte Formen und Flechtenparasiten sind Teil dieser Familie. Viele wachsen auf Rinde, andere auf Gestein, Erde, Moosen und Detritus. Das Lager kann von einem Prothallus umgeben sein und ist durch Markhyphen, Rhizinen oder eine Haftscheibe befestigt. Isidien, Sorale und Bereifung der Oberseite kommen vor. Der Lagerbau ist variabel, bei krustigen Formen teils homöomer, teils mit deutlicher Schichtung, bei blättrigen Thalli ein- oder beidseitig berindet, bei strauchigen Lagern radiär. Die Rinde besteht entweder aus antiklinen, ein Pseudoparenchym bildende Hyphen oder aus unregelmäßigen, verflochtenen Hyphen. Auch streng parallel zur Oberfläche orientierte Hyphen kommen vor. Das Mark ist locker oder dicht verwoben und manchmal stellenweise hohl. Die meist flächenständigen Apothecien entwickeln sich gymnocarp oder sitzen dem Thallus auf. Als Berandungen kommen ein annulares, lecideines Excipulum, ein Lagerrand oder ein Lagerrand mit aufgesetzten Excipulum vor. Aus dem Lagerrand können Cilien entspringen. Die Scheibe ist braun oder schwarz, vielfach bereift.

In der Kombination ihrer Merkmale stehen die Physciinae weitgehend isoliert. Am engsten schließen sie sich genau wie die Teloschistinae an die Lecoroninae an, mit denen sie durch die normale ascohymeniale Entwicklung der Fruchtkörper und durch die Ausbildung eines annularen Excipulums übereinstimmen. Unter Berücksichtigung von morphologischen und chemischen Merkmalen hat man die alten, komplexen Gattungen Physcia und Anaptychia in mehrere, gut abgegrenzte kleinere Gattungen aufgespalten.

Gattungen n. Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, 1994 : Anaptychia, Heterodermia, Physciopsis, Physcia, Phyconia.

Beschreibung der Physciaceae n. Henssen/Jahns
Gattungen: Anaptychia, Buellia, Dermatiscum, Dimelaena, Dirinaria, Heterodermia, Physcia, Physciopsis, Physconia, (Pyxine), Rinodina, (Tornabenia).
Die Apothecien der blättrigen und strauchigen Gattungen sind meist mit einem Lagerrand versehen, wie bei den Parmeliaceae und den Teloschistaceae. Es fehlen aber den Physciaceen die Algen unter dem Subhymenium. Der Lagerrand der Apothecien ist in der Regel in der gleichen Weise berindet wie der anschließende Thallus. Bei einer Reihe von Arten trägt der Lagerrand der Apothecien Cilien.
Physciopsis unterscheidet sich von allen anderen blättrigen Gattungen durch sichelförmig gebogene Conidien Die Loben liegen dem Substrat dicht auf, Rhizinen fehlen. Dirinaria unterscheidet sich durch den Besitz von Rhizinen und besitzt ein dunkles Subhymenium. Physconia ist durch einen besonderen Sporentyp ausgezeichnet und hat meist bräunliche und bereifte Lager, die oft mit Soralen bedeckt sind. Physcia-Arten haben teils ein hellgraues, teils ein bräunliches Lager, das häufig mit Soralen, seltener mit Isidien bedeckt ist. Buellia hat krustige oder placoide Lager. Die Thallusareolen werden bei Buellia-Arten häufig auf einem schwarzen Prothallus angelegt. Das Lager ist meist unscheinbar grau oder braun gefärbt, kann aber auch leuchtend gelb oder weiß sein. Dermatiscum besitzt ein genabeltes Lager.

- 2019 (mindat.org) : Derzeit werden den Physciaceae folgende, auch im Land Salzburg vorkommende Gattungen zugeordnet: Anaptychia, Buella, Calicium, Cyphelium, Dimelaena, Diplotomma, Heteroderma, Physcia, Physconia, Rinodyna, Tetramelas, Thelomma, Tholurna.

Flechten Gasteins

Arten bzw. Gattungen der im Gasteinertal vorkommenden Teloschistaceae alphabetisch nach dem lateinischen Namen geordnet . . .
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten
Caloplaca ? U-Familie : Caloplacoideae.
Grau bis schwärzliche Krustenflechte mit tiefschwarzen, grauweiß berandeten Apothecien - auf Silikatgesteinen. Lager krustig. Apothecien mit wulstigen Rand und glänzend schwarzer Scheibe.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Sportgastein/Gasteinertal am 26.02.2003
Physcia aipolia Physcia aipolia
Ziegen-Schwielenflechte
U-Familie : Physciaceae
Lager rosettig, weiß bis hellgrau. Die flachen Loben sind oberseits deutlich weiß punktiert. Die Unterseite ist hell gefärbt und mit einfachen Rhizinen bedeckt. Die Fruchtscheibe der Apothecien ist schwarz und meistens weißlich bereift. Von der ähnlichen P. stellaris ist diese durch die weiß gesprenkelten Loben zu unterscheiden.
Substrat: Totholz (Esche)
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Feldinggraben, Bad Hofgastein April 2020
Xanthoria elegans Xanthoria elegans
Zierliche,
Gelbflechte
U-Familie : Xanthorioideae
Syn. Rusavskia elegans. - Lager orange bis rot, gewöhnlich regelmäßig, rosettig, rundlich. Lappen strahlig ausgerichtet, langgestreckt und schmal (bis 10 mm lang und 1 mm breit), spitzwinkelig fächrig verzweigt, gewölbt bis fast stielrund, mit herabgebogenen Rändern, nur an den Enden verflacht, unterseits weißlich, oft mit längs orientierten Wülsten, mit einzelnen Haftstellen. Apothecien von gleicher Farbe wie der Thallus, flach, berandet und konzentriert in der Mitte des Lagers, oft gedrängt. Färbung mit Kalilauge violettrot.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Sportgastein/Gasteinertal am 26.2.2003
Xanthoria parietina Xanthoria parietina
Gewöhnliche Gelbflechte
◊ Bild-Galerie
Lager orangegelb bis hellgelb, im Schatten leicht grünlichgelb mit Grauton, rundlich-rosettig, bis 10cm breit. Lappen flach bis leicht konkav, anliegend und einander überlappend, gegen die Enden zu verbreitert und abgerundet, glatt bis runzelig, 1-3 mm breit. Unterseite weißlich mit einfachen, kurzen, hellen Rhizinen oder verbreiterten Anheftungsstellen. Apothecien bis 4 mm im Durchmesser, gehäuft in der Lagermitte, an den Enden fehlend, sitzend bis schwach gestielt, mit deutlichen gelben bis grauen Lagerrand. Scheibe meist dunkler als das Lager. Dieses färbt sich mit Kalilauge purpurrot.
DD: Xanthoria polycarpa - Apothecien stark gehäuft, bis nahe zum Rand.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Maierhofen, Dorfgastein, Apr 2006 // Bad Bruck, Mae 2007 // Böckstein, Mae 2020
Xanthoria polycarpa Xanthoria polycarpa
Vielfrüchtige Gelbflechte
Lager gelb bis graugelb; kleine, gewölbte Polster bildend, gewöhnlich bis 2cm, dicht mit Apothecien besetzt, so dass von den Lagerlappen kaum etwas zu sehen ist. Lappen schmal, bis 0,5mm breit, mit unregelmäßig gekerbten Rändern, an denen oft winzige knotige, rundliche Anschwellungen sitzen, nicht runzelig. Apothecien immer vorhanden, dichtstehend, sitzend bis schwach gestielt, mit deutlich grauen bis gelben Rand.
DD: Xanthoria parietina - große Loben, welche frei von Apothecien sind.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Bad Gastein/Gasteinertal am 16.3.2003
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Anmerkung: Die Informationen und Bestimmungsmerkmale wurden unterschiedlichen Bestimmungsbüchern wie u. a. dem Buch
"Exkursionsflora von Deutschland" von Werner Rothmaler, Band I, Fischer-Verlag 1994 - dem Buch
"Lichenes" von Aino Henssen und Hans Martin Jahns, Thieme-Verlag 1974 und der Schriftenreihe
"Sauteria", Band 3, Institut f. Botanik, Salzburg 1987 von H. Türk und H. Wittmann, Abakus-Verlag entnommen.
Teilweise wurden die Informationen unterschiedlichen Internetquellen entnommen.
Fehlbestimmungen können nicht ausgeschlossen werden. Beschreibung ohne Gewähr.

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Teloschistales - Teloschistaceae, Caloplacaceae
© 2006 (Rev. 2019) by Anton Ernst Lafenthaler
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