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FL - Flechten im Gasteinertal: Verrucariaceae - Artenzahl: 1
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im Gasteinertal
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Eurotiomycetes

Morphologisch sind die Eurotiomycetes sehr vielfältig. Die Fruchtkörper der Eurotiomycetes sind Kleistothecien, Perithecien oder Ascostromata. Die meisten Arten besitzen Asci mit einfacher Wand (prototunicat), die in einem Kleistothecium gebildet werden. Die Asci werden dabei erst nach dem Zerfall der Asci und der Fruchtkörper frei.

- 2019 (mindat.org) : Derzeit werden den flechtenbildenden Pilzen der Klasse Eurotiomycetes folgenden, auch im Land Salzburg vorkommenden Ordnungen zugeteilt: Chaetothyriales, Mycocaliciales, Pyrenulales, Verrucariales.

Pyrenulales

Die flechtenbildenden Arten besitzen einen dünnen Thallus, der im Substrat verborgen oder an der Oberfläche wächst. Die Thallus-Form ist meist einfacher als bei vielen anderen Flechten. Spezielle Einheiten zur vegetativen Vermehrung wie Isidien oder Soredien fehlen. Der Fruchtkörper ist ein Perithecium, das mit einer Ostiole als Öffnung versehen ist. Das Hamathecium besteht aus Pseudoparaphysen, bei Pyrenulaceae und Requiellenaceae aus Paraphysen. Die Asci sind bitunicat, die Sporen sind farblos bis braun. Die Ordnung kommt überwiegend in den Tropen vor. Vertreter bei uns überwiegend auf Baumrinden. - Quelle: Wikipedia u. a.

Verrucariales

Die Familie der Verrucariaceae (Warzenflechten) werden zur Ordnung Verrucariales gestellt, mit den Familien Dermatocarpaceae, Pyrenothamniaceae und Staurothelaceae. Sie gehören zur Klasse der Eurotiomycetes. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Flechten einen krustigen, blättrigen oder strauchigen Thallus besitzen. Die Gattungen werden nach dem Habitus, der Struktur der Sporen und dem Vorkommen von Hymenialalgen unterschieden.

Verrucariaceae

Die Verrucariaceae sind pyrenocarpe Flechten mit endolithischem, krustigem, schuppigem, blättrig-genabeltem oder klein strauchigem Lager. Der Thallus ist primitiv gebaut oder mit wohl differenzierter Algen- und Rindenschicht versehen. Es sind Flechten mit sitzenden oder meist eingesenkten, ascohymenial sich entwickelnden Perithecien. Echte Paraphysen fehlen. Die keuligen oder zylindrischen Asci enthalten 1-8 farblose oder braune Sporen. Algen: Chlorococcales. Die vielen Arten von Verrucaria leben endo- bis epilithisch auf Kalkfels, einige Arten völlig oder zeitweise submers in Süßwasserbächen oder an Meeresküsten. Die schuppigen bis blättrigen Thalli von Dermatocarpon-Arten siedeln auf Felsen. Endocarpon besitzt mauerartig-vielzellige Sporen.

Gattungen n. Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, 1994 : Amphoroblastia, Amphoridium, Bagliettoa, Involucrothele, Protobagliettoa, Polyblastia, Sarcopyrenia, Thelidium, Verrucaria.

Beschreibung der Verrucariaceae n. Henssen/Jahns
Gattungen: Dermatocarpon, Endocarpon, Polyblastia, Staurothele, Thelidium, Verrucaria.
Die Gattungen Polyblastia, Staurothele, Thelidium und Verrucaria sind Krustenflechten und wachsen meistens auf Gestein. Von endolithischen Kalkarten werden Ölhyphen entwickelt. Die epilithischen Arten bilden firnisartige Überzüge bis grob areolierte Lager. Verrucaria ist bei uns durch zahlreiche Arten vertreten Verrucaria nigrescens und Verrucaria muralis sind Charakterarten unserer Kalkgesteine. Dermatocarpon hat kleinschuppige bis blättrige Lager. Die blattförmigen Thalli sind genabelt und manche sind auf der Unterseite geädert und fein granuliert. Endocarpon sind schuppige Erdflechten. Die Loben dieser Flechte sind abgeplattet und in ihrer anatomischen Struktur nicht radiär, sondern dorsiventral gebaut. Eine gut entwickelte Rinde schließt den Thallus nach unten ab.

- 2019 (mindat.org) : Derzeit werden den Verrucariaceae folgende, auch im Land Salzburg vorkommende Gattungen zugeordnet: Agnonima, Atla, Catapyrenium, Dermatocarpon, Endocarpon, Henrica, Hydropunctaria, Involucropyrenium, Leucocarpia, Muellerella, Placidiopsis, Placidium, Polyblastia, Staurothele, Verrucaria.

Flechten Gasteins

Die im Gasteinertal vorkommenden Verrucariaceae alphabetisch gereiht . . .
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ARCHIV - Beschreibung einzelner Arten
Verrucariaceae
Dermatocarpon miniatum Dermatocarpon arnoldianum
Arnold-Lederflechte
Wasserflechte!
Diese großwüchsige (3-6 cm im Durchmesser) Flechte ist nur mit einer zentralen Anheftungsstelle (Nabel) mit dem Substrat verbunden. Die Fruchtkörper entwickeln sich im Inneren des blattförmigen Lagers und fallen nur durch ihre dunkel gefärbten Öffnungen auf. Das einblättrige Lager ist auf der Unterseite verunebnet und blass braun. Die trockenen Partien sind graubraun, die feuchten grünbraun. Auf überrieselten Bachsteinen aus Silikat. Subalpin bis alpin.
Quelle: Flechten / Nationalpark Hohe Tauern, Roman Türk, Verlag Tyrolia 2016
DD: Dermatocarpon luridum - Lager feucht intensiv grün, trocken hellgraubraun. Unterseite hell- bis dunkelbraun, glatt oder leicht aderig-runzelig; dicht gedrängt wachsend und an mehreren Stellen angewachsen. Einzellager bis 1,5 cm, gewölbt (Quelle: Wirth, UTB 1995).
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Weißenbachtal, Gasteiner Nassfeld Aug 2020
Dermatocarpon miniatum Dermatocarpon miniatum
Bewimperte Nabelflechte
Nur an einer Stelle (Nabel) am Substrat angeheftet. Lager grau, matt, gegen die Mitte zu auch bereift, im Umriss meist unregelmäßig rundlich, wenig geteilt und ein- oder mehrblättrig. Am Rand finden sich starre, kurze graue bis schwarze einfache bis verzweigte Borsten. Thallus bis 3 cm und manchmal schwarz gesäumt. Oberseite glatt und gegen die Mitte zu etwas runzelig bis wellig-faltig. Die Unterseite ist glatt und hell-rosa, beige oder grau. Apothecien meist vorhanden. Diese schwarz, rundlich oder von welligen Umriss bis 1,5 mm breit mit gerillter Scheibe und eigenen Rand (in Assoziation mit den calcicolen Flechten Lecanora dispersa und Lecidea stigmatea). CAVE: Verwechslung mit Umbilicarien!
Bestimmung bzw. Korrektur und Aktualisierung der Flechtennamen durch Herrn Univ.-Prof. Dr. Roman Türk, Universität Salzburg.
Symbol, Pyramide Archivbilder . . .
Foto: © Anton Ernst Lafenthaler - Kögerlalm/Gasteinertal Apr 2003
Weiterführende und verwandte Themen :
• Biologie : Pflanzenwelt - Gasteinertal
• Biologie : Ökologie - Biotope, Umwelt
• Inhaltsverzeichnis : Pilze Gasteins - inkl. Flechten
• Gasteinertal : Gebirgswanderziele - Tabelle

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Anmerkung: Die Informationen und Bestimmungsmerkmale wurden unterschiedlichen Bestimmungsbüchern wie u. a. dem Buch
"Exkursionsflora von Deutschland" von Werner Rothmaler, Band I, Fischer-Verlag 1994 - dem Buch
"Lichenes" von Aino Henssen und Hans Martin Jahns, Thieme-Verlag 1974 und der Schriftenreihe
"Sauteria", Band 3, Institut f. Botanik, Salzburg 1987 von H. Türk und H. Wittmann, Abakus-Verlag entnommen.
Teilweise wurden die Informationen unterschiedlichen Internetquellen entnommen.
Fehlbestimmungen können nicht ausgeschlossen werden. Beschreibung ohne Gewähr.

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© 2005 (Rev. 2020) by Anton Ernst Lafenthaler
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